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16.10.2012

08:18 Uhr

Annette Schavan

Rückendeckung für die Bildungsministerin

Noch steht das Urteil über die Doktorarbeit über Bildungsministerin Annette Schavan aus. Während Grünen-Chefin Roth Schavan den Rücktritt nahe legt, bekommt Schavan auch Unterstützung.

Annette Schavan. Reuters

Annette Schavan.

MünchenIn der Debatte über ihre Dissertation hat Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) Rückendeckung von ihrem Doktorvater und führenden Wissenschaftlern erhalten. Gerhard Wehle bezeichnete die von ihm betreute Arbeit in der "Rheinischen Post" vom Dienstag als "sehr beachtliche Leistung". Vertreter der deutschen Wissenschaft kritisierten das Plagiatsverfahren gegen die Ministerin scharf und forderten ein Zweitgutachten.

"Die Arbeit entsprach absolut dem wissenschaftlichen Standard", sagte der Pädagogikprofessor Wehle der "Rheinischen Post" vom Dienstag. Schavan habe in ihrer 1980 verfassten Dissertation einen interdisziplinären Ansatz gewählt, der damals für eine junge Studentin ein "Wagnis" gewesen sei. Die Analyse sei "gelungen" gewesen, sagte der Doktorvater der Ministerin.

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Hat sie oder hat sie nicht? Bildungsministerin Annette Schavan soll laut eines unveröffentlichten Gutachtens der Uni Düsseldorf in ihrer Dissertation betrogen haben. Handelsblatt Online hat sich einige Stellen angeschaut

Internet-Plagiatsjäger hatten Schavan vorgeworfen, in ihrer Arbeit zum Thema "Person und Gewissen" weite Passagen nicht korrekt mit Quellenangaben versehen zu haben. Die Philosophische Fakultät der Universität Düsseldorf leitete auch auf Bitte der Ministerin eine Prüfung ein. Ein Gutachter stellte nun "eine leitende Täuschungsabsicht" fest, wie Medien unter Berufung auf einen vertraulichen Entwurf berichteten. In Schavans Arbeit sei das "charakteristische Bild einer plagiierenden Vorgehensweise" erkennbar.

Wehle sagte der Zeitung, er habe Schavan als einen "ehrlichen Menschen" kennen gelernt. Im Übrigen dürfe eine Arbeit aus dem Jahr 1980 nicht ausschließlich nach heutigen wissenschaftlichen Maßstäben bewertet werden, sagte er. "Das ist nicht verhältnismäßig." Das nun in Teilen bekannt gewordene Gutachten der Universität kenne er indes nicht. "Die Universität hat bisher nicht mit mir gesprochen."

Der Präsident der Humboldt-Stiftung, Helmut Schwarz, sprach in der "Süddeutschen Zeitung" vom Dienstag von "schweren Fehlern" in dem Prüfverfahren und forderte eine Untersuchung durch einen zweiten Gutachter. Es sei "skandalös", dass die Öffentlichkeit vor der Betroffenen von den Vorwürfen erfahren habe, sagte Schwarz. Der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Matthias Kleiner, und der Chef der Helmholtz-Gemeinschaft, Jürgen Mlynek, reagierten mit ähnlichen kritischen Worten.

Der frühere DFG-Präsident Wolfgang Frühwald sagte der Zeitung, nach der Veröffentlichung des Gutachtens könnten die Gremien der Universität nun nicht mehr frei entscheiden. "Sie stehen nun unter öffentlichem Druck." Zum Inhalt sagte er, "weder der Vorwurf des Plagiats noch der Vorwurf der bewussten Täuschung ist durch die Untersuchung gedeckt". Vielmehr gehe es um "handwerkliche Fehler", die nicht so gravierend seien, dass von einem Plagiat gesprochen werden könne.

Martin Morlok, Parteienrechtler an der Düsseldorfer Universität, bezeichnete es im "Kölner Stadt-Anzeiger" vom Dienstag als "klaren Vertrauensbruch" und als "äußerst bedauerlich", dass das Gutachten vor Abschluss des Verfahrens an die Presse gelangt sei.

Grünen-Chefin Claudia Roth legte Schavan indes den Rücktritt nahe, sollten sich die Plagiatsvorwürfe bestätigen. Dann frage sie sich, wie "ausgerechnet die für Wissenschaft und Forschung zuständige Ministerin ihr Amt noch glaubwürdig ausüben will", sagte sie dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Von

afp

Kommentare (17)

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Account gelöscht!

16.10.2012, 08:28 Uhr

Das ist die Grüne Politik! Wen interessiert das Geschwätz und die Forderungen der Grünen?

“Deutschland muss von außen eingehegt, und von innen durch Zustrom heterogenisiert, quasi verdünnt werden.”
Joschka Fischers

Sinngemäß: Wir, die Grünen, müssen dafür sorgen, so viele Ausländer wie möglich nach Deutschland zu holen. Wenn sie in Deutschland sind, müssen wir für ihr Wahlrecht kämpfen. Wenn wir das erreicht haben, werden wir den Stimmenanteil haben, den wir brauchen, um diese Republik zu verändern.
Daniel Cohn-Bendit

“Migration ist in Frankfurt eine Tatsache. Wenn Ihnen das nicht passt, müssen Sie woanders hinziehen.”

“Ich wollte, daß Frankreich bis zur Elbe reicht und Polen direkt an Frankreich grenzt.”
Sieglinde Frieß

“Deutsche sind Nichtmigranten, mehr nicht!”
Claudia Roth

“Am Nationalfeiertag der Deutschen ertrinken die Straßen in einem Meer aus roten Türkenflaggen und ein paar schwarzrotgoldenen Fahnen.”
Claudia Roth,

“Der deutsche Nachwuchs heißt jetzt Mustafa, Giovanni und Ali!”
Cem Özdemir

“Das Problem ist nicht Sarrazin selbst als Person sondern der gleichgesinnte Bevölkerungsanteil in Deutschland”.
Cem Özdemir

Sinngemäß: “Wir wollen, dass Deutschland islamisch wird”.
Cem Özdemir

“Deutschland verschwindet jeden Tag immer mehr, und das finde ich einfach großartig.”
Jürgen Trittin

Account gelöscht!

16.10.2012, 08:38 Uhr

Jo, aber ey, die Jeans für 5 Euro ist mir so wichtig!

Hätten die Entwicklungsländer und Diktaturen nicht unsere schönen Produktionsstätten mit Fäkalgeruch, ginge es ihnen schlechter!

Würden Autokonzerne nicht ihre Produktionsstätten in arme Länder verlegen, wären diese noch teuerer!

...

Account gelöscht!

16.10.2012, 08:55 Uhr

Roth - die wahrscheinlich weder die Dr. Arbeit noch das Gutachten gelesen hat muss auch mal wieder was sagen... damit schadet sie denen die aus ehrlichem Antrieb die Plagiate aufdecken - auch wenn hier evtl viel Wind u nichts gemacht wird. Aber Roth ist ja schon häufiger durch besonders geistreiche und intelligente Kommentare aufgefallen.

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