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25.10.2012

16:17 Uhr

Anruf in „heute“-Redaktion

CSU-Sprecher Strepp tritt zurück

Der Druck wurde zu groß: Nach der Anruf-Affäre in der "heute"-Redaktion des ZDF ist der CSU-Sprecher Hans Michael Strepp zurückgetreten. Jetzt werden noch weitere Vorwürfe gegen den Parteisprecher laut.

CSU-Parteichef Horst Seehofer (re.) und der Pressesprecher der Partei Hans Michael Strepp. dapd

CSU-Parteichef Horst Seehofer (re.) und der Pressesprecher der Partei Hans Michael Strepp.

MünchenDer wegen des Anrufs beim ZDF in die Kritik geratene CSU-Sprecher Hans Michael Strepp ist zurückgetreten. Parteichef Horst Seehofer habe Strepps Bitte entsprochen, ihn von der Aufgabe des Pressesprechers zu entbinden, teilte die CSU am Donnerstag in München mit.

Seehofer bezeichnete den Rückzug Strepps als unvermeidlich, notwendig und richtig. Es gebe, was den umstrittenen Anruf Strepps in der „heute“-Redaktion betrifft, weiterhin unterschiedliche Bewertungen vom ZDF auf der einen und von Strepp auf der anderen Seite, sagte Seehofer am Rande einer Landtagssitzung. Weil man diesen Widerspruch nicht habe auflösen können, sei Strepps Rückzug unvermeidlich. Strepp sei als Pressesprecher die Schnittstelle zu den Medien und hätte seine Aufgaben unter diesen Umständen nicht weiter fortführen können. Gleichzeitig sprach Seehofer von einem „schweren Schritt“. Er habe mit Strepp in den vergangenen Jahren sehr gut zusammengearbeitet.

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt nimmt den Abgang des Parteisprechers Hans Michael Strepp nach eigenen Worten "mit großem Bedauern zur Kenntnis". Strepp habe "die notwendigen Konsequenzen daraus gezogen, dass es nicht möglich war, mit dem ZDF zu einer übereinstimmenden Beurteilung des Telefonats vom vergangenen Sonntag zu kommen", sagte Dobrindt am Donnerstag in München. "Unter diesen Umständen ist es nicht möglich, eine Tätigkeit als Pressesprecher weiter auszuüben."

Dobrindt dankte Strepp "für die hervorragende und vertrauensvolle Zusammenarbeit in den letzten Jahren in der Funktion des Pressesprechers".

"Einflussnahme bei ZDF unwahrscheinlich": Seehofer weist Vorwürfe zurück

"Einflussnahme bei ZDF unwahrscheinlich"

Seehofer weist Vorwürfe zurück

Ein Anruf von CSU-Sprecher Strepp bei der ZDF Nachrichtensendung "heute" sorgt für Ärger. Bayerns Ministerpräsident Seehofer wies den Vorwurf der Einflussnahme zurück. Die SPD fordert Konsequenzen.

Strepp hatte am Wochenende in der "heute"-Redaktion des ZDF angerufen. Dabei versuchte er dem Sender zufolge vergeblich, einen Bericht in der Hauptnachrichtensendung um 19.00 Uhr über den Landesparteitag der bayerischen SPD in Nürnberg zu verhindern. Strepp bestreitet den Versuch der Einflussnahme. ZDF-Chefredakteur Peter Frey beharrte aber am Mittwochabend darauf, dass der Anruf eindeutig gewesen sei.

Die Affäre geht aber offenbar über den Anruf in der ZDF-Redaktion hinaus. Der Leiter des ARD-Hauptstadtstudios, Ulrich Deppendorf, bestätigte auf dapd-Anfrage, dass einer der drei vom Bayerischen Rundfunk (BR) entsandten Hauptstadtkorrespondenten eine SMS vom CSU-Sprecher erhalten hatte.

Dessen Antwort, die ARD mache nichts über den Parteitag der bayerischen SPD, habe sich auf die Arbeit des Hauptstadtstudios bezogen, sagte Deppendorf. Zuständig für die Berichterstattung aus den Ländern sei die jeweilige Landesrundfunkanstalt, in diesem Fall der BR gewesen. Tatsächlich berichtete die ARD-"Tagesschau" über den Parteitag und die Wahl des Münchner Oberbürgermeisters Christian Ude zum SPD-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2013. Dass Parteivertreter sich in Redaktionen der Sender über eine andere Partei erkundigen, sei "in der Tat unüblich", sagte Deppendorf.

Kommentare (17)

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zappenduster

25.10.2012, 11:00 Uhr

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Account gelöscht!

25.10.2012, 11:19 Uhr

Naja, einer aus der Hefe des Volkes eben. Aber der wird sich schon noch anständige Anzüge und Krawatten zulegen.

In der Sache hat er Recht: Horst Seehofer wäre klug, wenn er diesen Mann aus der 3. Reihe bei der ersten Meldung rausgeschmissen hätte.

In der Sache wiederum liegt der Strepp schon richtig: Alle Redaktionen sind von den Sozis und den Linken dominiert, die mühen sich ab, die spd in Bayern hoch zu schwatzen. Und dafür muß der Ude, ein durchaus überschätzter Mann und als Ministerpräsident wohl arg überfordert, ins Programm.

Wäre es denn denkbar, daß vor der Wahl in Hamburg oder Bremen über einen cdu-Parteitag in heute berichtet würde?

Vicario

25.10.2012, 12:28 Uhr

Zitat : „Die Sache sollte transparent diskutiert werden, aber dann auch vom Tisch“, sagte Söder.
Nein , H. Söder, die Sache kommt nicht so schnell vom Tisch ! Wir gehen nächstes Jahr in die Wahlen und wollen nämlich nicht, daß der Wähler wieder von den Politbüro-Propagandaanstalten ARD, ZDF, etc ( Die GEZ Anstallten, die der Steuerzahler finanziert ) für dumm verkauft wird ! Diese Anstalten gehören schleunigst ideologisch bereinigt ! Die sind verantwortlich für die Lügenverbreitung in diesem Lande und gehören am besten abgeschafft !

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