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27.07.2016

07:52 Uhr

Anschläge auf Großveranstaltung

Der Rucksack soll nicht zum Mordwerkzeug werden

Mit Rucksack aufs Volksfest oder zum Konzert – das könnte bald tabu sein. Doch auch bei einem Rucksackverbot, wie es etwa für das Münchner Oktoberfest diskutiert wird, bleiben Großevents Risikoveranstaltungen.

Sind Taschen und Rucksäcke hier bald tabu? dpa

Oktoberfest in München

Sind Taschen und Rucksäcke hier bald tabu?

WackenWie schützt man 75.000 Menschen vor einem Terroranschlag? Vor der schwierigen Aufgabe stehen die Organisatoren des größten Heavy-Metal-Festivals der Welt in Wacken. Kommende Woche werden Zehntausende in das 1800-Seelen-Dorf in Schleswig-Holstein strömen – die Vorbereitungen laufen auf Hochrouten.

Auf einer Fläche so groß wie 270 Fußballfelder stampfen Monteure derzeit eine Zeltstadt aus dem Boden. Doch selten war das Thema Sicherheit rund um Konzerte, Festivals und Volksfeste in Deutschland so brisant wie derzeit – nach dem Anschlag von Ansbach.

„Für die Sicherheit werden wir ein Maximum an Kontrollen durchführen“, sagt Helge Staack, Leiter des „Wacken Open Air 2016“. Unter anderem werden Rucksäcke und Taschen in diesem Jahr auf dem Festivalgelände verboten. Denn in einem Rucksack war am Sonntagabend die Bombe im bayerischen Ansbach versteckt – zusammen mit scharfkantigen Metallteilen.

Ein 27-Jähriger verletzte damit 15 Menschen. Der Täter hatte Ermittlern zufolge versucht, auf das Konzertgelände zu gelangen, hatte aber zum Glück keine Eintrittskarte.

Der Anschlag sowie die Gewalttaten von München und Würzburg haben eine neue Sicherheitsdebatte in Deutschland ausgelöst – vor allem bei Großveranstaltungen. Die Innenminister von Bund und Ländern verständigten sich bereits am Tag nach dem Anschlag auf eine erhöhte Polizeipräsenz bei bestimmten Veranstaltungen. Zudem sollten Veranstalter prüfen, wie sie Konzepte optimieren und gegebenenfalls zusätzliche Maßnahmen ergreifen können, hieß es.

Nicht nur die „Wacken“-Organisatoren reagierten sofort. Live Nation GmbH will bei ihren Events laut Geschäftsführer Marek Lieberberg künftig zusätzliche Einlasskontrollen durchführen. Die Agentur veranstaltet unter anderem Popkonzerte – Rihanna, Beyoncé und Sting stehen demnächst auf ihren Bühnen.

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