Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.11.2015

13:59 Uhr

Anschläge in Paris

Auch Deutschland im Fadenkreuz

Wie gefährdet ist Deutschland? Nach den Anschlägen von Paris herrscht auch hierzulande die Sorge vor Terrorakten. In Berlin berieten am Samstag das Sicherheitskabinett und die Chefs der Sicherheitsbehörden.

Eine Sprecherin des Innenministeriums sagte, die Gefährdungslage in Deutschland sei nach wie vor hoch. Reuters

Innenminister de Maizière am Samstag in Berlin

Eine Sprecherin des Innenministeriums sagte, die Gefährdungslage in Deutschland sei nach wie vor hoch.

BerlinDie verheerende Anschlagsserie in Paris schürt auch in Deutschland die Sorge vor Angriffen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière traf am Samstag in Berlin mit den Chefs der Sicherheitsbehörden zusammen. Am Mittag beriet das Sicherheitskabinett im Kanzleramt. Laut Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ging es darum, die Lage in Frankreich und alle damit verbunden Fragen zu erörtern. Eine Sprecherin des Innenministeriums sagte, die Gefährdungslage in Deutschland sei hoch. Deutschland stehe unverändert im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus.

Weiter betonte sie, die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern analysierten kontinuierlich die Lage in Deutschland und stünden im engen Austausch mit den französischen Behörden. Deutschland bot Frankreich laut Merkel jedwede Unterstützung im Sicherheitssektor an. Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) betonte, Deutschland werde entschlossen und mit Augenmaß reagieren.

Die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) hat sich zu den Anschlägen in Paris bekannt. Auch zu Attacken auf Deutsche hat die Organisation in der Vergangenheit aufgerufen.

Weltweit wurden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft - so etwa in zahlreichen US-Städten, in Russland, Finnland, Belgien und Italien sowie in Großbritannien. In Berlin wurden vor der französischen Botschaft Absperrgitter aufgestellt.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) nannte es richtig, dass in Deutschland nach den Anschlägen in Paris im Januar Konsequenzen in Deutschland gezogen und die Polizei verstärkt worden sei. Dennoch sei eine bessere Informationsgewinnung und Auswertung dringend notwendig, sagte Vizechef Jörg Radek. Ein geplanter Terroranschlag dieser Größenordnung und Brutalität sei mit einem normalen Polizeischutz nicht zu verhindern. Die Deutsche Polizeigewerkschaft lehnte Anti-Terror-Maßnahmen nach französischem Vorbild ab. „So verständlich die französischen Maßnahmen nach den schrecklichen Terrorattacken von Paris jetzt sind, für Deutschland sind sie keine Option“, sagte Verbandschef Rainer Wendt dem Handelsblatt. „Jetzt ist die Zeit der professionellen Analyse und des überlegten Handelns. Panikmache wäre in der Situation fehl am Platz.“

+++Paris und die Folgen der Anschläge im Newsblog+++: Polizei ließ Verdächtigen irrtümlich laufen

+++Paris und die Folgen der Anschläge im Newsblog+++

Polizei ließ Verdächtigen irrtümlich laufen

Nach den Anschlägen in Paris trauert die Welt. Während die Polizei nach Tätern fahndet, musste sie zugeben, dass sie einen mutmaßlichen Terroristen laufen ließ. Indes greift das Militär Ziele in Syrien an. Der Überblick.

CSU-Chef Horst Seehofer forderte einen stärkeren Schutz der deutschen Grenzen. Das Bayerische Landeskriminalamt gab derweil bekannt, dass bei Rosenheim schon in der vergangenen Woche ein Mann aus Montenegro festgenommen worden sei, der zahlreiche Waffen und Sprengstoff im Auto versteckt hatte. Es gebe die begründete Annahme, dass der Fall mit den Pariser Anschlägen zusammenhänge, bestätigte Seehofer einen Medienbericht.

Zugleich warnten Politiker die Bürger davor, das eigene Leben durch Terrorangst zu sehr einzuschränken. Das freiheitliche Leben sei stärker als jeder Terrorismus, sagte Merkel. „Lassen Sie uns den Terroristen die Antwort geben, indem wir unsere Werte selbstbewusst leben und indem wir diese Werte für ganz Europa bekräftigen - jetzt mehr denn je.“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×