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14.11.2015

12:22 Uhr

Anschläge von Paris

Möglicher Komplize in Bayern verhaftet

Möglicherweise haben Fahnder der bayrischen Polizei bereits vor Tagen einen mutmaßlichen Komplizen der Attentäter von Paris verhaftet. Der Mann aus Montenegro war vermutlich auf dem Weg nach Paris.

Polizisten patroullieren in Frankfurt am Main durch eine Abflughalle des Flughafens. Auch in Deutschland steigen die Sicherheitsmaßnahmen. dpa

Nach Attentaten von Paris

Polizisten patroullieren in Frankfurt am Main durch eine Abflughalle des Flughafens. Auch in Deutschland steigen die Sicherheitsmaßnahmen.

Berlin/MünchenFahnder der bayerischen Polizei haben bereits vor Tagen einen mutmaßlichen Komplizen der Attentäter von Paris verhaftet. „Wir haben eine Verhaftung im Wege der Schleierfahndung, wo es die begründete Annahme gibt, dass es möglicherweise mit der Sache zusammenhängt“, sagte der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer am Samstag am Rande eines Auftritts im sächsischen Neukieritzsch.

Der Sprecher des Bayerischen Landeskriminalamts sagte, am Donnerstag vergangener Woche sei ein 51-jähriger Mann aus Montenegro auf der Autobahn festgenommen worden. In seinem VW-Golf seien acht Maschinenpistolen, ein Revolver und zwei weitere Pistolen gefunden worden. Der Bayerische Rundfunk berichtete zudem von Munition und einigen Kilogramm TNT-Sprengstoff, die im Fahrzeug versteckt gewesen seien.

Islamistischer Terror in Europa

Seit dem 11. September 2001

Seit den Terroranschlägen in den USA vom 11. September 2001 gab es auch in Europa eine Reihe islamistischer Attentate. Manche Pläne konnten gerade noch vereitelt werden. Beispiele:

März 2004

Bei Sprengstoffanschlägen auf Pendlerzüge in Madrid sterben 191 Menschen, etwa 1500 werden verletzt.

2. November 2004

Der Filmregisseur, Publizist und Satiriker Theo van Gogh wird in Amsterdam auf offener Straße ermordet.

Juli 2005

Vier Muslime mit britischem Pass zünden in der Londoner U-Bahn und einem Bus Sprengsätze. 56 Menschen sterben, etwa 700 werden verletzt.

Juli 2006

Im Kölner Hauptbahnhof werden in zwei Zügen Bomben gefunden, die wegen eines technischen Fehlers nicht explodierten. Der „Kofferbomber von Köln“ wird zu lebenslanger Haft erurteilt.

Januar 2010

Gut vier Jahre nach der Veröffentlichung seiner Mohammed-Karikaturen in der Zeitung „Jyllands-Posten“ entkommt der dänische Zeichner Kurt Westergaard nur knapp einem Attentat.

9. März 2010

Selbstmordanschläge auf die Moskauer Metro mit 40 Toten und 84 Verletzten. Der tschetschenische Terrorist Doku Umarow bekennt sich.

Dezember 2010

Bei einem Sprengstoffanschlag in der Stockholmer Fußgängerzone stirbt der Attentäter. Hintergrund war vermutlich der Einsatz schwedischer Soldaten in Afghanistan.

März 2011

Ein Kosovo-Albaner erschießt am Frankfurter Flughafen zwei US-Soldaten und verletzt zwei weitere schwer.

Januar 2011

Bei einem Selbstmordanschlag auf dem internationalen Moskauer Flughafen Domodedowo sterben mindestens 37 Menschen. Die Ermittler machen Islamisten aus dem Nordkaukasus verantwortlich.

Dezember 2013

Bei Selbstmordanschlägen in der russischen Stadt Wolgograd sterben 34 Menschen im Bahnhof und in einem Bus. Islamisten aus dem Nordkaukasus bekennen sich zu den Attentaten.

Mai 2014

Im Jüdischen Museum in Brüssel erschießt ein französischer Islamist vier Menschen. Kurz darauf wird der Mann festgenommen.

7. Januar 2015

Mordanschlag auf die Redaktion des Satiremagazins Charlie Hebdo in Paris. Zwölf Menschen fallen dem Anschlag zum Opfer.

13. November 2015

Bei mehreren Sprengstoffexplosionen im Pariser Stadtgebiet sterben 130 Menschen. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat bekennt sich zu dem Anschlag.

Unter Berufung auf Ermittlerkreise meldet der BR weiter, aus den sichergestellten Unterlagen hätten sich „erhebliche Anzeichen“ dafür ergeben, dass der Mann auf dem Weg nach Paris gewesen sei. Unmittelbar nach der Festnahme habe das LKA mit den französischen Behörden Kontakt aufgenommen und sie über Details informiert. De LKA-Sprecher bezeichnete einen Zusammenhang mit den Pariser Anschlägen gleichwohl als Spekulation.

Seehofer sagte dagegen, der Fall zeige die Notwendigkeit, sich einen Überblick zu verschaffen, „wer in unserem Land ist, wer durch unser Land fährt“. „Das muss man jetzt mit kühlem Kopf machen, aber schon mit dem Ziel, die Sicherheitsanforderungen und - bestimmungen auch bei uns in Deutschland zu verbessern“, sagte der CSU-Chef.

In Berlin traf Bundesinnenminister Thomas de Maiziere am Vormittag mit den Chefs der Sicherheitsbehörden zusammen, um über die Lage nach der Anschlagsserie von Paris mit mindestens 127 Toten zu beraten. Anschließend will das Sicherheitskabinett im Kanzleramt zusammenkommen.

Von

rtr

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