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22.12.2016

05:07 Uhr

Anschlag auf Weihnachtsmarkt

Fahndung nach Berlin-Attentäter geht weiter

Die Suche nach dem Islamisten Anis A. aus Tunesien geht mit Hochdruck weiter. Die Polizei dementiert aber die Stürmung zweier Wohnungen in Berlin. Unterdessen sind die Absperrungen am Breitscheidplatz aufgehoben.

Breitscheidplatz

Sichern und fahnden – So ist die Lage nach dem Anschlag von Berlin

Breitscheidplatz: Sichern und fahnden – So ist die Lage nach dem Anschlag von Berlin

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Nach dem Anschlag von Berlin fahnden die Ermittler weiter nach einem Verdächtigen aus Tunesien. Der 24-jährige Anis Amri sei „dringend tatverdächtig“, schreiben Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt in ihrem öffentlichen Aufruf. Die Polizei in der Hauptstadt dementierte am Mittwochabend allerdings einen Zeitungsbericht, wonach ein Spezialeinsatzkommando zeitgleich zwei Wohnungen gestürmt haben soll.

Gegen Amri wurde bereits früher in Berlin wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat ermittelt - allerdings ohne Ergebnis. Medienberichten zufolge hat der Verdächtige ein langes Vorstrafenregister: Er soll bereits in Italien und Tunesien zu langen Haftstrafen verurteilt worden sei.

Die Bundesanwaltschaft rief die Bevölkerung zur Mithilfe auf und setzte 100 000 Euro Belohnung aus - das Schreiben dazu wurde auch auf Arabisch, Dari, Farsi und Urdu veröffentlicht. Zugleich mahnte sie zur Vorsicht: „Bringen Sie sich selbst nicht in Gefahr, denn die Person könnte gewalttätig und bewaffnet sein!“ Im Berliner Stadtteil Kreuzberg überprüfte ein Spezialeinsatzkommando der Polizei am Mittwochabend einen Mann, bei dem es sich aber nicht um Amri handelte. Auch europaweit wird nach ihm gefahndet.

Seine Duldungspapiere wurden in dem Lastwagen gefunden, der am Montagabend auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gefahren war. Zwölf Menschen wurden getötet, rund 50 teils lebensbedrohlich verletzt. Ein zunächst festgenommener Pakistaner kam wieder frei.

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Gemeldet war der gesuchte Tunesier in einer Asylbewerberunterkunft in Nordrhein-Westfalen, laut „Spiegel Online“ in Emmerich bei Kleve. Nach Angaben der NRW-Landesregierung war er 2015 über Freiburg nach Deutschland eingereist und verwendete mehrere Identitäten. Seit Februar hielt er sich demnach vor allem in Berlin auf.

Dort wurde Amri nach Hinweisen von Bundesbehörden von März bis September dieses Jahres überwacht, wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte. Es habe Informationen gegeben, wonach der in Nordrhein-Westfalen als islamistischer Gefährder geführte Verdächtige einen Einbruch plane, um Geld für den Kauf automatischer Waffen zu beschaffen - „möglicherweise, um damit später mit noch zu gewinnenden Mittätern einen Anschlag zu begehen“, hieß es.

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