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03.03.2011

03:23 Uhr

Anschlag in Frankfurt

Mann erschießt an Airport zwei US-Soldaten

Ein Mann aus dem Kosovo hat in einem Militärbus zwei Soldaten der US-Luftwaffe erschossen, zwei andere Soldaten schwer verletzt. Der Täter wurde gefasst - die Hintergründe sind weiterhin unklar.

Ein 21-jähriger Kosovare hat in einem Militärbus zwei US-Soldaten erschossen. Quelle: dapd

Ein 21-jähriger Kosovare hat in einem Militärbus zwei US-Soldaten erschossen.

Frankfurt/BerlinÜber die Hintergründe des Blutbades am Frankfurter Flughafen wird weiter spekuliert.

Zwei US-Soldaten waren am Mittwoch erschossen, zwei weitere lebensbedrohlich verletzt worden. Die beiden Männer mussten notoperiert werden, nachdem ein 21 Jahre alter Kosovare die amerikanischen Militärpolizisten in einem Bus am größten deutschen Flughafen angegriffen und neun Schüsse aus einer Pistole abgegeben hatte.

Vermutungen, wonach der Mann Komplizen gehabt oder aus politischen Motiven gehandelt habe, bestätigte die Polizei nicht. „Wir gehen von einem Einzeltäter aus“, sagte Polizeisprecher Jürgen Linker am Mittwochabend. Der 21-Jährige wurde kurz nach den Schüssen von Bundespolizisten festgenommen und in Frankfurt verhört. Auch die Nacht verbrachte er in Polizeigewahrsam in der hessischen Metropole. Ob er sich schon zu seinen Motiven äußerte, blieb auch am frühen Donnerstagmorgen unklar.

Die Frankfurter Polizei bildete eine Sonderkommission - auch US-Behörden seien in die Ermittlungen einbezogen, sagte Polizeisprecher Linker.

US-Präsident Barack Obama hat sich über die Tötung von zwei US-Soldaten am Frankfurter Flughafen bestürzt geäußert. Die USA würden keine Mühen scheuen, um herauszufinden, wie die „abscheuliche Tat“ passiert sei, sagte Obama am Mittwoch in Washington. Bei allen vier Opfern handelt es sich nach Angaben der amerikanischen Streitkräfte um US-Soldaten.

Der Täter wurde gefasst und mehrere Stunden lang verhört. Ablauf und Hintergrund der Tat sind noch unklar: Der Mann soll nach Darstellung des hessischen Innenministers Rhein einen Soldaten vor dem Bus angesprochen und dann das Feuer eröffnet haben. Anschließend habe er den Fahrer - ebenfalls ein Soldat - im Bus erschossen, sagte Rhein im Hessischen Rundfunk.

Die beiden anderen Militärs wurden ebenfalls im Bus mit Schüssen in den Kopf und in die Brust schwer verletzt. Dann flüchtete der Todesschütze ins Terminal 2 des Flughafens und wurde dort von Beamten der Bundespolizei überwältigt. Einen Bericht von „Spiegel Online“, die Behörden gingen von einem gezielten Angriff auf die US-Armee aus und der Täter habe größere Mengen Munition bei sich gehabt, bestätigte die federführende Frankfurter Polizei nicht.

Einen terroristischen Hintergrund schloss der Minister allerdings nicht aus. Ermittelt werde in alle Richtungen. Rhein sagte, es gebe keine Hinweise auf einen politisch motivierten Anschlag. Dagegen erklärte er amerikanische Kongressabgeordnete Patrick Meehan in Washington, es sehe ganz nach einem Terroranschlag aus.

Noch ist nicht klar, ob es sich um einen gezielten Anschlag auf die US-Armee handelt. Quelle: dpa

Noch ist nicht klar, ob es sich um einen gezielten Anschlag auf die US-Armee handelt.

Der Innenminister des Kosovo, Bajram Rexhepi, bestätigte, dass es sich bei dem mutmaßlichen Schützen um einen Staatsangehörigen der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik handelt. Dessen Namen gab er mit Arif U. an, der nach Erkenntnissen der Polizei des Landes aus dem nordkosovarischen Mitrovica stammt. Die Regierung des Kosovo hat das Blutbad verurteilt. Die Regierung sei tief berührt und verurteile „diese mörderische Tat eines Kosovaren“, hieß es in einer Stellungnahme. Die Attacke sei eine „grauenhafte Einzeltat“.

Der 21-jährige Mann aus dem Kosovo hat nach Angaben der Nachrichtenagentur AP auf dem Flughafen gearbeitet. Ein Onkel des mutmaßlichen Täters sagte in einem Interview in einem Dorf in der Nähe der kosovarischen Stadt Mitrovica zudem, der 21-Jährige sei ein gläubiger Muslim, der in Deutschland aufwuchs. Seine Eltern seien vor rund 40 Jahren dorthin ausgewandert.

Die Polizei hatte zunächst erklärt, in dem mit amerikanischen Soldaten besetzten Bus sei es zu einem Streit gekommen. Innenminister Rhein sagte dagegen später, der Täter sei „an den Bus herangetreten“. Alle etwa zwölf Soldaten in dem Bus waren auf dem Weg von ihrem Stützpunkt in England über Ramstein in Rheinland-Pfalz nach Afghanistan oder in den Irak.

„Ich bin fassungslos und schockiert“, sagte Rhein, der am Nachmittag an den Tatort geeilt war. Polizeisprecher Andre Sturmeit betonte, es gebe keinen Hinweis auf weitere Täter. In die Ermittlungen vor Ort schalteten sich auch Angehörige der amerikanischen Militärpolizei ein.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte sich bestürzt über das Attentat und sprach den Angehörigen und Soldaten ihr Beileid aus. Merkel sprach von einem „furchtbaren Ereignis“ und sicherte zu, dass die deutsche Regierung alles tun werde, um den Vorfall aufzuklären.

Auch der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier zeigte sich „schockiert und erschüttert“ über die Tat. Der kosovarische Innenminister Rexhepi nannte den Anschlag ein „niederschmetterndes und tragisches Ereignis“.

Der Zwischenfall ereignete sich kurz nach 15.00 Uhr auf der Straße vor dem Gebäude des Terminals 2 im Bereich E. Mit den amerikanischen Militärbussen am Flughafen werden üblicherweise aus den USA zurückkehrende Soldaten wieder an ihre Militärstandorte gebracht.

Der Tatort wurde von der Polizei abgeriegelt. Der nahegelegene Zugang zum Parkhaus des größten deutschen und zweitgrößten europäischen Flughafens blieb aber weiter befahrbar. Der Flugbetrieb war nach Angaben eines Sprechers der Betreibergesellschaft Fraport nicht beeinträchtigt.

Kommentare (4)

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Wolf54321

02.03.2011, 19:27 Uhr

Andere Medien berichten, der Schütze sei Kosovare. Sind das nicht mehrheitlich Anhänger der sog. "Religion" des Friedens?

Island

03.03.2011, 09:18 Uhr

An Wolf5431,

nach meinen Wissenstand ist das „Kosovo“ ein Stammland der Serben. Die Schlachten von Amselfeld sind in diesen Punkt sehr bezeichnend.

Letztendlich eroberten die Osmanen (Türken) auch Serbien. Die Türken führten die Eroberungszüge erfolgreich bis Wien durch. Wien war damit lange Zeit die „Grenzstadt“.

Die Albaner waren damals ein „Christliches Volk“ und diese nahmen gerne die „wirtschaftlichen Vorteile“ der Osmanen an und wurden „Heiden“ genauso wie auch andere Slawen in Bosnien. Die Albaner konnten durch die Türkische Herrschaft ihr Siedlungsgebiet auf Teile Serbiens ausdehnen. (Kosovo)

Dadurch sind die „Albaner“ im Kosovo in der Bevölkerungsmehrheit. Damit befinden sich im Kosovo Serben (Orthodoxe Christen) und Albaner (Heiden).

Darum ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch das es sich in diesen Fall sich um einen Albaner aus dem Kosovo handelt.

In der jüngeren Geschichte wurden entweder die Serben oder die Albaner aus dem Kosovo verfolgt. Derzeit gibt es einen „neuen Staat“ Kosovo die mehrheitlich von Albanern bewohnt wird.

Es gibt derzeit keinen Grund mehr die Albaner und auch die Serben in der BRD zu dulden.

Die Zukunft des Kosovos ist ungewiss, es gibt mehrere Möglichkeiten daß dieser „neue Staat“ mit Albanien einen Staat bildet. Eine andere Möglichkeit wäre die Rückeroberung von Serbien und damit Eingliederung in den Serbischen Staat.

Die unwahrscheinlichste Möglichkeit wäre die weitere „Unabhängigkeit“ vom Kosovo.

Die grundsätzliche Frage der Albaner im Kosovo ist damit aber noch nicht gelöst worden.

Kein Volk(Land) wird auf Dauer auf sein Stammland verzichten, weil es immer um ein Vitales Interesse des Volkes handelt.

Abschließen wird es immer wieder zu Spannungen in dieser Region geben.

Island

03.03.2011, 09:20 Uhr

Dieser Anschlag war einfach feige!

Es ist zwar jetzt der „falsche Zeitpunkt“ aber hat die Ausländerbehörde eine Aufenthaltsgenehmigung ausgestellt?

Wenn das der Fall war?
Warum?

Die zweite Frage lautet, welche Staatsbürgerschaft hatte der Schütze?

Wir wissen aus Erfahrung das Terroristen aus der Türkei, Libanon, Irak, etc. vorrangig die Deutsche Staatsbürgerschaft verliehen bekommen.

Weil sie doch so gut Integriert sind.

Denken wir doch an den 11. September („Studenten“ aus Hamburg, Bombenanschlag auf die Züge in Spanien /Asylbewerber aus Saarbrücken, die so genannte „Sauerlandgruppe“ etc.

Die Hintergründe der Tat wären interessant!

Ich sehe eine „Reform“ des Gastarbeiterrechts für notwendig, damit die Innere Sicherheit wieder hergestellt wird.


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