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07.04.2015

07:09 Uhr

Anschlag von Tröglitz

„Wir weichen keinen Schritt zurück“

Das Land Sachsen-Anhalt will sich so schnell wie möglich um Wohnungen für Asylbewerber in Tröglitz bemühen. Das eigentliche Flüchtlingsheim der Stadt ist nach einem Brandanschlag unbewohnbar.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU, rechts) mahnte bei einer Kundgebung nach dem Brandanschlag in Tröglitz zu einem toleranteren Miteinander. dpa

Kundgebung nach dem Brandanschlag in Tröglitz

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU, rechts) mahnte bei einer Kundgebung nach dem Brandanschlag in Tröglitz zu einem toleranteren Miteinander.

TröglitzNach dem Brandanschlag auf ein fast fertiges Flüchtlingsheim in Tröglitz will das Land Sachsen-Anhalt so schnell wie möglich andere Wohnungen in dem Ort für Flüchtlinge organisieren. Dazu wird sich Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht am Dienstag (13.30 Uhr) mit dem zuständigen Landrat Götz Ulrich (beide CDU) in Magdeburg treffen.

Geplant sei, dass in Kürze Flüchtlinge in privaten Wohnungen unterkommen, sagte Stahlknecht auf dpa-Anfrage.

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte der Zeitung „Die Welt“ (Dienstag): „Wir rechnen mit Familien aus Syrien und anderen Bürgerkriegsgebieten.“ Man habe dort Kitas und Schulen zur Verfügung. „Wir arbeiten an einem Konzept, in welcher Form und zu welchem Zeitpunkt wir mit der Unterbringung beginnen. Wir weichen keinen Schritt zurück.“

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Nach dem Brandanschlag in Tröglitz verurteilen Politiker die Tat, 300 Bürger kommen zu einer spontanen Demonstration zusammen. Die Staatsanwaltschaft teilten indes mit, dass die Spurensuche nun abgeschlossen sei.

In der Nacht zu Samstag war in dem Flüchtlingsheim in Tröglitz ein Feuer gelegt worden. Es ist nun unbewohnbar. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen schwerer Brandstiftung, der Staatsschutz ist eingeschaltet. Ob Fremdenhass das Motiv war, ist unklar. Die Ermittler halten aber einen politischen Hintergrund für naheliegend.

Seit Wochen hatten Rechtsextreme Stimmung gegen das Asylbewerberheim gemacht. Wegen Anfeindungen war im März Bürgermeister Markus Nierth (parteilos) zurückgetreten. Nun steht Götz Ulrich, der Landrat des Burgenlandkreises, wegen Drohungen unter Polizeischutz. Auch Nierth hat seiner Frau zufolge neue Drohungen erhalten.

Der Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt hält eine Unterbringung von Flüchtlingen in Privatwohnungen für die richtige Reaktion. „Ich würde es machen“, sagte der stellvertretende Vorsitzende Ulrich Koehler der Deutschen Presse-Agentur. Es gehe darum, in Tröglitz ein Zeichen zu setzen. „Sonst haben sich die anderen durchgesetzt“, fügte der Rechtsanwalt mit Blick auf die Neonazis in der Region hinzu.

Kommentare (7)

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Herr Hans Mayer

07.04.2015, 08:30 Uhr

Das ist jetzt die Chance für Ministerpräsidenten und Bürgermeister endlich zu zeigen wie Fremdenfreundlich sie sind und "Flüchtlinge" bei sich zuhause aufnehmen.
Auch den Kirchen bieten sich hier einmalige Möglichkeiten, Priester und Pastoren wohnen ja auch nicht so beengt das nicht Platz für "Flüchtlinge mit Smartphone und Rollikoffer" wäre.
Aber mal ehrlich, wer denkt das so was passieren wird.

Herr Peter Spiegel

07.04.2015, 08:43 Uhr

Tausende Gutmenschen haben die Gelegenheit sich zu engagieren. Endlich können die Zuwanderer in die viel zu großen Wohnungen z.B. im Frankfurter Nordend mit einziehen.
Ich gehe doch davon aus, daß sich tausende Bürger melden werden um ihre Ideen hinsichtlich der Zuwanderung umzusetzen.

Herr Mark Aurel

07.04.2015, 09:31 Uhr

"Der Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt hält eine Unterbringung von Flüchtlingen in Privatwohnungen für die richtige Reaktion. „Ich würde es machen“, sagte der stellvertretende Vorsitzende Ulrich Koehler der Deutschen Presse-Agentur."

JA DANN MACH ES DOCH. UND QUATSCH NICHT NUR GUTMENSCHIG DAHER.

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