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11.08.2016

19:12 Uhr

Anschlagsziel Bundesliga

Ermittlungen gegen vier mutmaßliche Islamisten

Die Fußball-Bundesliga stand möglicherweise im Visier von Islamisten. Die Staatsanwaltschaft Duisburg hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Vier Verdächtige sitzen in Gewahrsam.

Polizisten verlassen nach einer Durchsuchung ein Haus in Hildesheim. Die Polizei in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen hat Durchsuchungen bei drei mutmaßlichen Unterstützern der Terrororganisation „Islamischer Staat“ vorgenommen. dpa

Razzien in der Islamistenszene

Polizisten verlassen nach einer Durchsuchung ein Haus in Hildesheim. Die Polizei in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen hat Durchsuchungen bei drei mutmaßlichen Unterstützern der Terrororganisation „Islamischer Staat“ vorgenommen.

DuisburgVier in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz festgenommene mutmaßliche Islamisten sollen nach Erkenntnissen der Duisburger Staatsanwaltschaft einen Anschlag auf ein Spiel der Fußball-Bundesliga verabredet haben. „Wir haben aber bislang keine konkreten Hinweise auf Ort und Ziel“, sagte Behördensprecherin Anna Christiana Weiler am Donnerstag. Es sei nicht klar, ob es um ein Spiel der ersten oder zweiten Liga gegangen sei.

Die Polizei hatte vergangenen Freitag einen Verdächtigen in Mutterstadt in Rheinland-Pfalz und am Mittwoch drei weitere Männer im nordrhein-westfälischen Dinslaken festgenommen. Der in Mutterstadt festgenommene Mann sitzt in Untersuchungshaft, gegen die drei anderen Männer will die Staatsanwaltschaft Haftbefehl wegen Verabredung zu einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat beantragen. Alle vier Männer hatten in einem Asylbewerberheim in Dinslaken gewohnt.

Das plant die Politik gegen den Terror

Was kann man gegen illegalen Waffenhandel tun?

Der Amokläufer von München besorgte sich seine Pistole vom Typ Glock 17 im Darknet, einem abgeschotteten Bereich des Internets. Es gibt Forderungen nach zusätzlichen Fahndungsmöglichkeiten der Behörden, um den Waffenhandel dort zu verhindern Außerdem ist gerade eine neue EU-Richtlinie in Arbeit.
Prognose: Die Fahndung im Internet nach Waffenhändlern wird ausgeweitet, aber kein Gesetz geändert.

Werden Computerspiele verboten?

Schon die Amokschützen von Erfurt, Winnenden und Emsdetten waren Fans von Computerspielen, die Gewaltakte simulieren. Jetzt trifft das auch für den Täter von München zu. Bundesinnenminister Thomas De Maizière würde sich des Themas gerne annehmen. Am Wochenende sprach er von einem „unerträglichen Ausmaß“ von Gewaltverherrlichung im Internet. Verbote hält er nicht für sinnvoll, wünscht sich aber eine gesellschaftliche Debatte.
Prognose: Konkrete Änderungen wird es nicht geben.

Muss die Bundeswehr im Inneren eingesetzt werden?

Im aktuellen Weißbuch zur Sicherheitspolitik haben sich die Koalitionspartner auf den Kompromiss verständigt, dass die Bundeswehr bei größeren Anschlägen auch ohne Grundgesetzänderung eingesetzt werden kann.
Prognose: Der Streit geht weiter, eine Klarstellung im Grundgesetz wird es aber mit Sicherheit nicht geben. Im Fall eines großen Terroranschlags in Deutschland ist ein Hilfseinsatz der Bundeswehr trotzdem wahrscheinlich.


Brauchen wir mehr Videoüberwachung?

Diese Forderung wurde bereits nach der Axt-Attacke von Würzburg erhoben. Die Befürworter erhoffen sich eine Abschreckung von Straftätern und eine leichtere Aufklärung. Kritiker fürchten den Überwachungsstaat.
Prognose: Eine Ausweitung der Videoüberwachung ist gut möglich.

Brauchen wir mehr Polizei?

In München waren 2300 Sicherheitskräfte aus ganz Deutschland im Einsatz - allen voran Spezialkräfte des Bundes und der Länder. Die Operation stieß auf viel Lob. Bundeskanzlerin Angela Merkel nannte die Leistung der Sicherheitskräfte „großartig“. Eine Stärkung der Polizei hält nicht nur die Union für sinnvoll. Die SPD hat sich für 3.000 zusätzliche Bundespolizisten ausgesprochen.
Prognose: Die Polizei kann mit Verstärkung rechnen.

Ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Innenministeriums verwies auf Äußerungen von Innenminister Ralf Jäger (SPD), der am Mittwoch gesagt hatte, es gebe keine konkreten Hinweise auf Anschlagspläne gegen eine Bundesligabegegnung. Die Deutsche Fußball-Liga sei darüber informiert worden, „dass zu keinem Zeitpunkt ein Reifegrad dieser Planungen entstanden ist, der möglicherweise eine Spielbegegnung der Deutschen Fußball-Liga betreffen könnte“, hatte Jäger mitgeteilt. Derzeit gebe es keine Hinweise, dass die ohnehin hohen Sicherheitsvorkehrungen in Stadien nicht ausreichen würden.

Das Innenministerium in Rheinland-Pfalz hatte am Dienstag mitgeteilt, dass ein Hinweis aus Nordrhein-Westfalen im Zusammenhang mit dem Start der 2. Fußball-Bundesliga gestanden habe.

Von

dpa

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