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14.07.2015

11:02 Uhr

Anstieg um knapp fünf Prozent

Immer mehr Kleinkinder sind in Tagesbetreuung

Immer mehr Kleinkinder besuchen eine Kita oder werden von einer Tagesmutter betreut. Im März waren es knapp 700.000 Kinder unter drei Jahren. Das größte Plus gab es in NRW, in Sachsen-Anhalt stieg die Zahl nur leicht.

Knapp 700.000 Kinder unter drei Jahren besuchen derzeit eine Kindertageseinrichtung in Deutschland. dpa

Kindertagesstätte

Knapp 700.000 Kinder unter drei Jahren besuchen derzeit eine Kindertageseinrichtung in Deutschland.

BerlinIn Deutschland gehen immer mehr Kleinkinder in eine Kita oder zu einer Tagesmutter. Anfang März wurden 694.500 Kinder unter drei Jahren in einer Kindertageseinrichtung oder in öffentlich geförderter Kindertagespflege betreut, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Dies sei ein Anstieg um 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr .

Der Großteil der Kinder (85,4 Prozent) besuchte den Angaben zufolge eine Kita. Die Kindertagespflege bei einer Tagesmutter oder einem Tagesvater spielte mit einem Anteil von 14,6 Prozent eine deutlich geringere Rolle.

Die Entwicklung bei der Zahl der betreuten Kleinkinder war in den Bundesländern sehr unterschiedlich. Die höchsten Zuwachsraten im Vergleich zum Vorjahr gab es in Nordrhein-Westfalen (plus 12,2 Prozent), Schleswig-Holstein (plus 6,7 Prozent) und dem Saarland (plus 6,6 Prozent).

Fragen und Antworten zum Kita-Streik

Worum geht es bei der Tarifauseinandersetzung?

Gewerkschaften und kommunale Arbeitgeber verhandeln nicht über eine prozentuale Tariferhöhung. Es geht darum, wie die Arbeit von Erzieherinnen und Sozialarbeitern bewertet und bezahlt wird. Die Gewerkschaften wollen durchsetzen, dass die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst mehrere Tarifstufen höher eingruppiert werden. Nach ihren Angaben hätte dies im Durchschnitt eine Gehaltserhöhung um zehn Prozent zur Folge.

Für wen wird verhandelt?

Die Verhandlungen laufen nur für die bei den Kommunen beschäftigten Erzieher. Das ist laut Verdi etwa ein Drittel - zwei Drittel arbeiten für freie Träger wie Kirchen oder die Arbeiterwohlfahrt. Bei den freien Trägern orientieren sich die Arbeitgeber der Gewerkschaft zufolge am Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst, allerdings häufig mit Eingruppierungen unterhalb des Niveaus bei den Kommunen.

Wie begründen die Gewerkschaften ihre Forderung?

Mit dem Ausbau der frühkindlichen Bildung seien die Anforderungen an die Erzieherinnen stark gestiegen, betont Verdi. Eine entsprechende Bezahlung sei aber ausgeblieben. Auch die Bertelsmann Stiftung streicht die gewachsenen Ansprüche an Erzieherinnen heraus. „Das Anforderungsprofil entspricht dem von Grundschullehrern“, sagt Anette Stein, die bei der Stiftung Direktorin des Programms Bildungsinvestitionen ist. Die Bezahlung bleibe aber „deutlich“ hinter der von Grundschullehrern zurück.

Wie werden Erzieherinnen bezahlt?

Die Einstufung im Tarifsystem erfolgt nach Tätigkeit und Berufserfahrung. Eine Kinderpflegerin erhält als Anfangsgehalt 2043 Euro brutto im Monat, die Leiterin einer Kita kann, bei besonders großen Einrichtungen, bis zu 4749 Euro im Monat verdienen. Eine Erzieherin mit achtjähriger Tätigkeit bekommt nach Angaben von Verdi derzeit 2946 Euro im Monat, nach den Vorstellungen der Gewerkschaft soll sie künftig 3387 Euro erhalten.

Was sagen die Arbeitgeber?

Die meisten Erzieherinnen seien bereits jetzt in die höchste Erfahrungsstufe eingruppiert und hätten damit ein Monatsgehalt von 3289 Euro. Die kommunalen Arbeitgeber vergleichen die Bezahlung der Erzieherinnen mit der von Handwerkern im öffentlichen Dienst oder Brandmeistern bei der Feuerwehr. Das Einkommen des Ausbildungsberufs Erzieherin liege oberhalb dieser Gruppen.

Und die Erzieherinnen?

Viele Kita-Beschäftigte haben in einer aktuellen Befragung eine schlechte Bezahlung und fehlende Wertschätzung beklagt. Das Vorurteil „wir spielen, basteln und betreuen die Kinder nur“ sei noch weit verbreitet. In einer beim Kitaleiter-Kongress am Mittwoch in Dortmund vorgestellten repräsentativen Umfrage gaben fast 88 Prozent der Befragten an, ihre Bezahlung entspreche nicht den gestiegenen Anforderungen an ihre Arbeit.

Am niedrigsten fiel die Steigerung in Sachsen-Anhalt (plus 0,6 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (plus 0,7 Prozent) und Brandenburg (plus 0,8 Prozent) aus. Allerdings waren die Betreuungszahlen im Osten bereits zu Beginn des Kita-Ausbaus deutlich höher als im Westen.

In Deutschland gibt es seit dem 1. August 2013 für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen öffentlich geförderten Betreuungsplatz. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) hob am Dienstag die Bedeutung des Kita-Ausbaus hervor: „Eltern wünschen sich die bestmögliche Betreuung und Bildung für ihre Kinder.“ Gemeinsam mit Ländern, Kommunen und Trägern der Kitas wolle die Bundesregierung den Ausbau voranbringen und die Qualität verbessern.

Von

afp

Kommentare (5)

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Frau Margrit Steer

14.07.2015, 13:59 Uhr

Na toll, das ist doch genau dasm, was unser sozialistischer Staat will.
Frau werden zu reinen Gebärmaschinen. Bravo
Diese Leute sollen sich später aber nicht wundern, wenn sie alt sind und ihre Kinder sich nicht um sie kümmern.

Herr Horst Meiller

14.07.2015, 14:15 Uhr

Absicht dieser Politik ist die ganz gezielte Indoktrination schon der allerkleinsten Kinder zum sozialistischen Einheitsmenschen, darum werden ganz systematisch die "normale" Familie und die Mutter_Kind-Bindung zerstört. Kita von Anfang an, Ganztagsschulen...alles ein System. Schauen Sie sich diese ...... Ministerin an, und Sie wissen warum...!

Frau Ich Kritisch

14.07.2015, 14:33 Uhr

Die kleinste Einheit einer Gemeinschaft ist die Familie.
zerstört man die kleinste Einheit zerstört man damit das ganze Gebäude.

Und mit dieser Kinderbetreuung wird die Familie zerstört...

die Quittung bekommen wir in ca. 30 Jahren wenn unsere Welt nur so wimmelt von psychisch zerstörten Menschen die nie ein Urvertrauen aufbauen konnten. Die nie eine funktionierende Gemeinschaft kennen lernen konnten.

Mir graust davor!

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