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23.11.2012

13:53 Uhr

Ansturm an deutschen Unis

Hochschulen fordern sechs Milliarden Euro zusätzlich

Doppelte Abi-Klassen, geburtenstarke Schulabgängerjahrgänge: Die Zahl der Studenten in Deutschland steigt und steigt. Die Hochschulrektoren fordern von Bund und Ländern nun zusätzliche sechs Milliarden Euro.

Studenten in einem großen Hörsaal der Technischen Universität (TUM) in München. dpa

Studenten in einem großen Hörsaal der Technischen Universität (TUM) in München.

Berlin/WiesbadenDie deutschen Hochschulen fordern wegen des großen Andrangs von Studenten mehr Geld von Bund und Ländern. Die Hochschulrektorenkonferenz nannte am Freitag bis 2015 einen Zusatzbedarf von mindestens rund sechs Milliarden Euro aus. Das Statistische Bundesamt hatte zuvor bekannt gegeben, dass in diesem Jahr fast eine halbe Million Erstsemester ein Studium aufgenommen haben.

Zwar sank die Zahl der Studienanfänger an deutschen Hochschulen leicht um fünf Prozent. 492.700 Studienanfänger bedeuten dennoch den zweithöchsten jemals erzielten Wert. Dass es 2011 noch mehr Erstsemester waren, lag am Auslaufen der Wehrpflicht und den doppelten Abiturjahrgängen in Bayern und Niedersachsen. Im aktuellen Studienjahr wirken sich die doppelten Abiturjahrgänge in Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg und Bremen auf die Zahl der Erstimmatrikulationen aus. Im Wintersemester 2012/2013 liegt die Anzahl der Studierenden an den Hochschulen mit rund 2,5 Millionen um fünf Prozent über dem Stand des vorherigen Wintersemesters.

"Die neuen Studierendenzahlen lassen keinen Zweifel: Bund und Länder müssen zusätzlich ins Studium investieren und den Hochschulpakt aufstocken", forderte der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Horst Hippler. "Es werden bis 2015 rund sechs Milliarden Euro mehr gebraucht. Einschließlich der Auslauffinanzierung sind es sogar acht Milliarden", sagte Hippler. Die Zahl der Studienanfänger übertreffe alle Prognosen. Die Politik dürfe jetzt nicht mehr zögern.

Das Deutsche Studentenwerk (DSW) verlangte von Bund und Ländern einen raschen Ausbau der sozialen Infrastruktur an den Hochschulen. Es würden dringend 25.000 zusätzliche, preisgünstige Wohnheimplätze sowie Mittel für den Ausbau der Mensen, Kinderbetreuungseinrichtungen und Beratungsangebote für Studierende benötigt, sagte DSW-Präsident Dieter Timmermann. "Die soziale Infrastruktur muss mit der Zahl der Studierenden mitwachsen können", mahnte der Präsident des Studentenwerks. „Die Studenten brauchen ein bezahlbares Dach über dem Kopf genauso, wie sie einen Studienplatz brauchen.“

Kommentare (4)

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kraehengeist

23.11.2012, 07:47 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Rene

23.11.2012, 08:18 Uhr

Ich habe noch keine Studenten auf der Straße schlafen sehen. Und in einer WG zu wohnen, hat mir als Student auch nicht geschadet.

Account gelöscht!

23.11.2012, 09:37 Uhr

Eben, ich denke hier geht es eher um eine Frage was Studenten alles leisten wollen um den Abschluss zu erzielen. Wenn nebenbei gearbeitet werden muss, ist das normal und keine Not, wenn man nur ein Appartment hat oder in einer WG wohnt ist das auch normal und kein unhaltbarer Zustand. Ein Studienkredit und/oder BaFög zu beantragen ist auch normal für Menschen die das Studium finanziell sonst nicht stemmen könnten. Wenn Wohnraum gewünscht wird, dann sollten Studenten auch in der Lage sein in Außenbereichen eine Wohnung zu nehmen, bsp. Düsseldorf: Sollen Studenten doch nach Krefeld oder Duisburg ziehen, man ist ja flott an der Uni.

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