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02.02.2011

15:34 Uhr

Ansturm auf die Hörsäle

Universitäten schmieden Notfallpläne

VonNele Hansen

Ein doppelter Abiturjahrgang strömt an die Universitäten - und stellt diese vor große Herausforderungen. Verschärft wird die Situation zusätzlich durch den Wegfall der Wehrpflicht und des Zivildienstes. Für den Ausnahmezustand schmieden die Universitäten nun Notfallpläne.

Überfüllter Hörsaal in Bochum: Doppelte Abi-Jahrgänge und die Wehrpflichtreform haben Konsequenzen für die Hochschulen. Quelle: action press

Überfüllter Hörsaal in Bochum: Doppelte Abi-Jahrgänge und die Wehrpflichtreform haben Konsequenzen für die Hochschulen.

BERLIN. Mit einer Online-Umfrage wollte das bayerische Wissenschaftsministerium Abiturienten zu ihrer geplanten Studienwahl befragen. Doch der Server brach zusammen: Auf einen Ansturm von 95 000 Schülern war das System nicht vorbereitet. Bislang ist ungewiss, wie viele Schulabgänger ihr Studium in diesem Jahr in bayerischen Landen beginnen werden.

Fest steht jedoch, dass es in Bayern und Niedersachsen in diesem Jahr jeweils 35 000 zusätzliche Abiturienten geben wird. Denn in den beiden Bundesländern verlassen erstmals Schüler nach acht und nach neun Jahren gemeinsam das Gymnasium. Ein doppelter Abiturjahrgang strömt somit an die Universitäten - und stellt diese vor große Herausforderungen.

Verschärft wird die Situation außerdem durch den Wegfall der Wehrpflicht und des Zivildienstes. Mit bis zu 60 000 zusätzlichen Bewerbern müssen die Hochschulen deutschlandweit in diesem Jahr rechnen.

Die Universitäten rüsten zwar auf: So investiert das Land Niedersachsen rund 675 Millionen Euro. Bayern hat bereits 3 000 neue Stellen für eine Milliarde Euro geschaffen, die meisten für Lehrkräfte. Für weitere 355 Millionen Euro können die Unis im Freistaat zusätzliche Gebäude bauen.

Doch der Platz in den Hörsälen bleibt begrenzt. Die Universitäten in den betroffenen Bundesländern rechnen in diesem Jahr mit 40 bis 50 Prozent an zusätzlichen Studienanfängern. "Wenn allerdings dreimal so viele kommen, bringt uns das in Schwierigkeiten", sagt Eric Hilgendorf, Dekan der Juristischen Fakultät an der Universität Würzburg. Das ist auch die Angst seiner Kollegen. Denn schon im letzten Semester übertrafen die Studienanfängerzahlen die Prognosen der Hochschulrektorenkonferenz.

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