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13.09.2013

14:20 Uhr

Anti-Euro-Partei

AfD-Chef hält Union für unzuverlässig

AfD-Chef Lucke geht wieder auf Distanz zur Union. Sie sei programmatisch unzuverlässig, kritisiert der AfD-Chef. Seine eigene Partei versucht indes, sich auch zu anderen Themen zu positionieren.

AfD-Chef Bernd Lucke. In Berlin stellte die AfD am Freitag Thesen zur Zuwanderung, zur Bildung und zum Datenschutz vor. dpa

AfD-Chef Bernd Lucke. In Berlin stellte die AfD am Freitag Thesen zur Zuwanderung, zur Bildung und zum Datenschutz vor.

Mannheim/BerlinWenige Tage nach seinen Aussagen zu einer möglichen Zusammenarbeit mit der Union nach der Bundestagswahl ist der Chef der Alternative für Deutschland, Bernd Lucke, wieder auf Distanz gegangen. „Ich halte die Union für programmatisch unzuverlässig“, sagte der Vorsitzende der eurokritischen AfD dem „Mannheimer Morgen“ vom Freitag. Wenn eine Partei permanent bei wichtigen Themen umfalle, sei das keine gute Voraussetzung für eine Zusammenarbeit, sagte Lucke.

Bei der Bundestagswahl in gut einer Woche erhofft sich der AfD-Chef sieben Prozent für seine Partei. „Das sehe ich immer noch“, sagte der 51-Jährige. Im neuen ZDF-„Politbarometer“ vom Freitag verbesserte sich die Partei um einen Punkt auf vier Prozent. Der am Donnerstag veröffentliche ARD-„Deutschlandtrend“ sieht die AfD allerdings nur bei 2,5 Prozent.

Lucke wehrte sich im „Mannheimer Morgen“ gegen den Vorwurf, die AfD nehme vorbehaltlos frühere Mitglieder rechter Parteien bei sich auf. Er verwies auf Kontrollen für Neuzugänge in der Partei. Er selbst grenze sich „ständig nach Rechts ab“, hob Lucke hervor.

So beliebt sind die Youtube-Kanäle der Parteien

Piratenpartei

5.092 Abonnenten, 365.001 Aufrufe, Beitritt am 13.03.2007.

Persönlichere Ansprache als bei den meisten anderen Parteien. Irgendwie ist der Kanal jung, aber auch nicht ganz so geradeaus, wie man es von den Piraten erwarten würde. Die Partei weiß hingegen die Funktionen und technischen Möglichkeiten ihres YouTube-Kanals besser auszuschöpfen und verwendet zum Beispiel Verweise innerhalb ihrer Videos, die bei anderen Vertretern nicht zu finden sind.

Quelle (Stand: September 2013): Andreas Graap ist Berater für Video-Marketing und Autor des Hangouts On Air Handbuchs.

Linkspartei

4.560 Abonnenten, Aufrufe ausgeblendet, Beitritt ausgeblendet.

In einem sehr emotionalen Interview spricht Gregor Gysi über das Verhältnis zu seinem Freund Lothar Bisky, der am 13. August 2013 – vier Tage vor seinem 72. Geburtstag – gestorben ist. Fragt sich der gemeine YouTube-Nutzer da vielleicht: Sehr authentisch, aber wer ist eigentlich Lothar Bisky?

Grüne

4000 Abonnenten, 3.031.025 Aufrufe, Beitritt am 25.05.2006.

Die Grünen wissen Inhalte im Kanal Grün verständlich zu vermitteln und geben sich mit reiner Polit-Werbung nicht zufrieden. Erkennbar im Vordergrund steht hier aber so keiner. Stattdessen geht's hier satirisch zu. Die Grünen vergleichen in ihrem Werbespot „Neues aus dem schwarz-gelben Tierreich“ Regierungsvertreter mit Weinbergschnecken.

SPD

4.040 Abonnenten, 2.539.362 Aufrufe, Beitritt am 17.10.2007.

Die SPDvision ist ein kämpferischer YouTube Kanal mit Peer Steinbrück im Vordergrund. Neben einem gut gemachten Werbespot und zwischen diversen TV-Reden existieren ebenfalls Stimmen und Gesichter aus der Bevölkerung, die man auf dem Kanal der Arbeiterpartei auch erwarten würde.

CDU

3.398 Abonnenten, 2.593.510 Aufrufe, Beitritt am 05.08.2008.

Das „Internetfernsehen“, CDU.TV, möchte sagen: Wir sind da, wir bleiben. Einziger Haken: Dahinter steht eine Partei, die eben keinen eigenen Fernsehsender betreibt, sondern Wahlkampf, mit zugegeben großem Engagement auf der Videoplattform. Das Video „Angela Merkel hat einen guten Job gemacht!“ zeigt zum Beispiel zufriedene Merkel-Wähler vor der Kamera, eingebettet in die üblichen Wahlkampf-Produktionen. Die CDU bietet Besuchern auch Videos in Gebärdensprache.

FDP

2.661 Abonnenten, 2.886.891 Aufrufe, Beitritt am 15.02.2006.

„TV liveral“ Die FDP ist mit Mikrofonen im Partei-Design unterwegs und lässt zum Beispiel Angelika Brunkhorst zu Wort kommen, Sprecherin für Naturschutz und Reaktorsicherheit der FDP-Bundestagsfraktion. Rainer Brüderle ergreift im Kanal das Wort zum Sonderfonds „Flutopfer“, das Video einer Pressekonferenz vom 16.08.2013 zeigt Brüderle und FDP-Chef Rösler mit dem Titel „Soli abschaffen. Deutschland entlasten. (182 Aufrufe)“.

AfD

895 Abonnenten, 54.494 Aufrufe, Beitritt am 25.07.2013.

Auch die  Alternative für Deutschland hat es fast zum echten Fernsehkanal gebracht. Wo andere Parteien nur mit Musik und Animationen spielen, macht die Produktion „AfD TV – Aktuelle Nachrichten“ ernst. AfD bringt mit Videos in dramatischer Aufmachung alla „World News“ und Moderator Marcel Ellenberg Inhalte der Partei zur Sprache. 

CSU

585 Abonnenten, 933.499 Aufrufe, Beitritt am 11.02.2008.

Im Video „Horst Seehofer und seine Vision für Bayern: hautnah und direkt“ spricht der CSU-Vorsitzende von seinem Bayern, der Vorstufe zum Paradies. Eindeutig der bayrischste YouTube-Kanal!

Die eurokritische Partei versuchte sich derweil auch zu anderen Themen zu positionieren: In Berlin stellte die AfD am Freitag Thesen zur Zuwanderung, zur Bildung und zum Datenschutz vor. Der stellvertretende AfD-Sprecher Roland Klaus forderte eine am Bedarf des deutschen Arbeitsmarkts orientierte, kontrollierte Einwanderung nach dem Vorbild Kanadas. Zudem forderte er, dass Zuwanderer aus anderen EU-Staaten Sozialversicherungsansprüche in ihren Heimatländern und nicht in Deutschland geltend machen müssten. In der Asylpolitik forderte Klaus eine an der Bevölkerungszahl orientierte Verteilung der Flüchtlinge auf die europäischen Länder.

Die AfD kündigte zudem an, vor dem Verfassungsgericht in Karlsruhe Klage gegen die Substanzbesteuerung von Zinserträgen zu erheben. Die deutschen Sparer seien „die Leidtragenden der verfehlten Eurorettungspolitik“ und erlitten durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) jährlich Vermögensverluste in Höhe von 14 Milliarden Euro, erklärte die Partei in Berlin. Die Besteuerung der "derzeitigen Mickerzinsen" sei unter diesen Umständen verfassungswidrig.

Von

afp

Kommentare (30)

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am003

13.09.2013, 14:47 Uhr

Die Union unzuverlässig ? .... stimmt.
Gibt es eine Position, welche sie noch nicht "geräumt" hat.

Nicht zu Vergessen, der Bruch des Maastrichtvertrages !

Account gelöscht!

13.09.2013, 14:55 Uhr

Mit dem gestriegen Beschluß zur Bankenunion müsste die AfD einen riesen Zulauf haben! Die vom EU-Parlament beschlossene Bankenaufsicht ist ein historischer Schritt: Nun ist der Weg frei für die direkte Banken-Rettung aus dem ESM. Der Deutsche Bundestag hatte bei seiner Zustimmung noch darauf vertraut, dass der ESM dafür nicht verwendet werden darf. Aber so ist das, wenn man die Souveränität leichtfertig aus den Händen gibt. Der deutsche Steuerzahler sollte sich warm anziehen.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/09/13/der-weg-ist-frei-steuerzahler-muessen-europas-banken-retten/

zuendorf

13.09.2013, 15:00 Uhr

Lucke hat absolut recht. Wie kann man Zinseinnahmen, die weit unter der Inflation liegen, auch noch substanzbesteuern (Abgeltung/Soli)??? Keine andere Partei, außer der AfD, packt das Thema an!!! Wo ist Lügen-Schäuble, wo ist Merkel, wo ist Steinbrück, wo ist Trittin, wo ist Brüderle, wo ist Gysi??? Die AfD muss stark in den Bundestag!!! Liebe Bürger, es ist eine Minute nach Zwölf! Weg mit den Blockparteien. Deutschland muss Alternativen nutzen. Merkel hat keine!

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