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12.04.2013

15:11 Uhr

Anti-Euro-Partei

Freie Wähler im freien Fall

VonJacqueline Goebel

Innere Konflikte, bittere Vorwürfe gegen Parteichef Hubert Aiwanger und Erfolge bei der Konkurrenz-Partei Alternative für Deutschland: Der Bundestagswahlkampf stellt die Freien Wähler vor die Zerreißprobe.

Hubert Aiwanger, Vorsitzender der Freien Wähler. Reuters

Hubert Aiwanger, Vorsitzender der Freien Wähler.

Hubert Aiwanger steht vor einem Haufen Schutt. Mühsam hat der Parteivorsitzende an seinem Projekt gezimmert, die Freien Wähler als Anti-Euro-Partei in den Bundestag zu führen. Jetzt bricht und bröckelt es an allen Enden. Immer mehr spitzen sich die Konflikte innerhalb der Partei zu, immer lauter wird die Kritik gegen den Bundesvorsitzenden Aiwanger.

Vor drei Wochen kehrte der designierte Spitzenkandidat, der Adenauer-Enkel Stephan Werhahn den Freien Wähler den Rücken zu, um zurück zur CDU zu flüchten. „Ich konnte die aktuellen Entwicklungen in der Partei nicht mehr mit gutem Gewissen mittragen", sagte Werhahn zu seinem Rücktritt. Die Bundespartei, so Werhahn, sei „ein Minenfeld unerledigter persönlicher Rache gegen die Parteispitze".

Seitdem überrollt eine Welle von Rücktritten und Parteiwechseln die Freien Wähler: Gleich vier Landesvorsitzende schmissen hin, drei von ihnen wechselten gleich mit ihren Leuten zur neugegründeten und ebenfalls euro-kritischen Partei Alternative für Deutschland: Der Hamburger Landesvorsitzende und Professor Jörn Kruse, der Berliner Landesvorsitzende Christian Schmidt und auch Bernd Grimmer, Vorsitzender in Baden-Württemberg. Der Saarländische Landesvorstand trat gleich geschlossen zurück, dort wechselte Schatzmeister Stephan Kunz zur Alternative.

Noch bei der Landtagswahl in Niedersachsen sind die Freien Wähler Seite an Seite mit der Alternative angetreten, jetzt kämpfen die beiden euro-kritischen Parteien erbittert um Wähler - und Mitglieder. Man stehe der Alternative bei der Euro-Politik inhaltlich näher, heißt es offiziell von der Seite der Parteiwechsler. Doch letztlich war es auch der Unmut über Aiwanger, der die Landesvorsitzenden zum Hinschmeißen bewegte.

„Wer Kritik an Hubert Aiwanger übt, der wird zum Feind erklärt", sagt Bernd Richter, der bis Dienstag als Landesvorsitzender der Freien Wähler im Saarland amtierte. Er erhebt schwere Vorwürfe gegen Aiwanger: Der Bundesvorstand habe gezielt versucht, ihn abwählen zu lassen und aus der Partei zu vertreiben - und das auch mit juristisch fragwürdigen Mitteln.

Der Führungsstil der Parteivorsitzenden sei „diktatorisch" und „nicht hinnehmbar", heißt es im Saarland.

Kommentare (30)

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Account gelöscht!

12.04.2013, 15:59 Uhr

Das beste wäre, die "Freien Wähler" würden so enden wie die von Gabriela Pauli betrieben Partei "Die Freiheit". Das sind so bayrische Schnell-Aktionen aber mit der AfD haben wir eine bundesweite zivile Zusammenkunft des Fleissigen, der Steuerzahler, der Gebildeten, des Mittelstandes, der Mittelschicht ... also aller, die ein Interesse haben sich für Deutschland stark zu machen. Die Alt-Parteien holen sich zwar von den Deutschen die Steuergelder ab für sich und ihren "Lobby- und EU-Auftrag-Gebern", tun aber nichts für uns. Im Gegenteil, zum Schluss steht Deutschland bankrott, ausgeplündert und mit allen Schulden beladen da. Das müssen die Konservativen, Fleissigen, die unseren Kinder keine ausweglose Zukunft zumuten wollen - vereint in einer Partei AfD verhindern im September 2013.

Hans-Peter

12.04.2013, 16:00 Uhr

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Bibeltreue

12.04.2013, 16:13 Uhr

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