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15.12.2014

14:40 Uhr

Anti-Islam-Demos

Merkel warnt vor „Pegida“

Die Anti-Islam-Gruppe „Pegida“ hat viele Sympathisanten. Jeder zweite Deutsche hat Verständnis für die Demonstranten, die Mehrheit der Bürger fürchtet den Einfluss radikaler Islamisten. Die Kanzlerin ist alarmiert.

Auch in Düsseldorf gehen Menschen gegen „die Islamisierung des Abendlandes“ auf die Straße. dpa

Auch in Düsseldorf gehen Menschen gegen „die Islamisierung des Abendlandes“ auf die Straße.

BerlinJeder zweite Deutsche hat Verständnis für islamfeindliche Demonstrationen wie die von „Pegida“: So lautet das Ergebnis einer repräsentativen Yougov-Umfrage im Auftrag von Zeit Online. Ganze 30 Prozent der Befragten gab an, voll und ganz Verständnis für Demonstrationen wie in Dresden zu haben, weitere 19 Prozent stimmten für „eher ja“. Nicht einmal ein Viertel der Befragten hat kein Verständnis für die Demonstranten.

Gruppierungen wie Pegida, die „Pflichtbewussten Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“, spielen erfolgreich mit der Angst vieler Deutscher: Fast drei Viertel aller Bundesbürger hat Sorge vor einem wachsenden Einfluss radikaler Auswüchse des Islams wie etwa der Terrormiliz Islamischer Staat. Für die Umfrage wurden 1107 Deutsche zwischen dem 12. und 15. Dezember befragt.

Auch bezogen auf die deutsche Flüchtlingspolitik stimmt eine Mehrheit der Bundesbürger mit den Ansichten der Anti-Islam-Bewegung überein: 30 Prozent der Befragten sind der Meinung, Deutschland nehme „deutlich zu viele Flüchtlinge“ auf, für weitere 29 Prozent sind es „eher zu viele“.

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Die Anti-Islam-Gruppe „Pegida“ will wieder in vielen deutschen Städten demonstrieren. In der Politik wächst die Sorge, die Proteste könnten außer Kontrolle geraten. Der Ruf nach einem harten Durchgreifen wird lauter.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist alarmiert und hat die Aktionen der Anti-Islam-Bewegung entsprechend scharf verurteilt. In Deutschland gelte zwar die Demonstrationsfreiheit, sagte sie am Montag nach einem Gespräch mit dem bulgarischen Ministerpräsidenten Boiko Borissow in Berlin. „Aber hier ist kein Platz für Hetze und Verleumdung.“

Dies gelte insbesondere für Aktionen, die gegen Menschen gerichtet seien, die aus anderen Ländern nach Deutschland kommen. Jeder, der an „Pegida“-Demonstrationen teilnehme, müsse „aufpassen, dass er nicht instrumentalisiert wird“.

In Dresden wollen am Abend erneut Anhänger der Anti-Islam-Gruppe „Pegida“ auf die Straße gehen. Das Bündnis „Dresden für alle – Für ein weltoffenes Dresden“ plant eine Gegenkundgebung. Vor einer Woche waren dem Aufruf der „Pegida“ rund 10.000 Menschen gefolgt – 9000 Menschen demonstrierten zeitgleich für mehr Toleranz.

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Kommentare (6)

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Herr Woifi Fischer

16.12.2014, 07:53 Uhr

Merkel warnt vor „Pegida“
Sind diese Aussagen der beiden höchsten Repräsentanten der BRD richtig?
Geht man mit besorgtem Bürger so um?
Warum werden Menschen immer gleich in die rechte Ecke gestellt?
Wenn diese Aussagen alles ist was die Politik zu bieten hat, sollen sie ihre Posten sofort räumen, oder ist ihnen der Satz schon abhanden gekommen der da lautet
„alle Macht geht vom Volke aus“
Es gebe in Deutschland keinen Platz für Hetze gegen Gläubige oder Fremdenfeindlichkeit, sagt die Bundeskanzlerin.
Der Bundespräsident bezeichnete die Anhänger des Bündnisses als Chaoten.

Herr Wolfgang Trantow

16.12.2014, 08:21 Uhr

Wieso findet unsere Kanzlerin, christlich, Morde an Menschen richtig und unterstützt die Forderungen des Islams: "Tötet Andersgläubige" auch noch? Nigeria, aktuell Australien, zeigt doch Ihre Unterstützung. Hat Sie aus unserer Geschichte nichts gelernt?

Frau Angela Meier

16.12.2014, 08:24 Uhr

Es ist eine Unverschämtheit von Frau Merkel, Bürger zu beschimpfen, die ihr Grundrecht auf Demonstration ausüben.

Inhaltlich hat sie sowieso nichts verstanden. Ihre eigene Politik der Verleugnung von Problemen ist Ursache für massive Unzufriedenheit der Bevölkerung bei vielen Themen.

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