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15.07.2016

13:59 Uhr

Anti-Terror-Maßnahmen

Anschlag in Nizza löst neue Sicherheits-Debatte aus

VonDietmar Neuerer

Der Anschlag in Nizza sorgt weltweit für Entsetzen. In Deutschland fordern Union und SPD bereits erste Konsequenzen. Auch Sicherheitsexperten halten deutlich schärfere Anti-Terror-Maßnahmen für unabdingbar.

Reaktion der Bundeskanzlerin

Merkel: „Werden den Kampf gegen Terrorismus gewinnen“

Reaktion der Bundeskanzlerin: Merkel: „Werden den Kampf gegen Terrorismus gewinnen“

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BerlinVor dem Hintergrund des verheerenden Anschlags in Nizza werden erste Forderungen nach Konsequenzen laut. Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) forderte, nun „dringend“ zu überlegen, „wie den Propagandisten des Terrors der Zugang zu Plattformen erschwert werden kann, auf denen sie ihre menschenverachtenden Botschaften verbreiten“.

Der Terrorismus sei mittlerweile eine „Herausforderung für die gesamte Menschheit und alle friedliebenden Staaten“, ist Kauder überzeugt. Die Welt und insbesondere Europa müssten hier enger zusammenrücken. „Diese schreckliche Inhumanität, die überall auf der Welt zu wachsen scheint, muss zurückgedrängt und besiegt werden.“

Bei dem Anschlag in der Hafenstadt Nizza sind am französischen Nationalfeiertag mindestens 84 Menschen getötet worden. Zahlreiche weitere wurden nach Angaben von Innenminister Bernard Cazeneuve verletzt, als ein Lastwagen am Donnerstagabend auf einer Strecke von zwei Kilometern in eine feiernde Menschenmenge auf der berühmten Uferstraße Promenade des Anglais raste. Der Fahrer des Lkw wurde erschossen.

Präsident François Hollande sprach von einem terroristischen Charakter der Tat. Der genaue Hintergrund des Angriffs war nicht bekannt. Das Auswärtige Amt schloss am Freitagmorgen nicht aus, dass Deutsche unter den Opfern sein könnten.

Newsblog – Terror in Nizza: Drei Deutsche unter den Toten

Newsblog – Terror in Nizza

Drei Deutsche unter den Toten

Ein Mann rast in Nizza mit einem Lkw in eine Menschenmenge. Die Stadt Berlin bestätigt den Tod dreier Deutscher. Insgesamt sterben 84 Menschen. Die Ereignisse zum Anschlag in Nizza zum Nachlesen im Newsblog.

Die SPD und der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, fordern als Konsequenz aus dem Nizza-Terror die Schaffung eines europäischen Terrorabwehrzentrums. „Die schockierenden Bilder der vergangenen Nacht aus Nizza dürften nun auch dem letzten Zweifler klar machen, dass Terroristen mit geringstem Aufwand maximalen Schaden anrichten können“, sagte der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Burkhard Lischka.

In der Folge müssten die Abwehrmaßnahmen bundes- wie europaweit weiter erhöht und gebündelt werden. „Ich fordere daher Innenminister Thomas de Maizière auf, endlich seinen Widerstand gegen ein gemeinsames Europäisches Terrorzentrum aufzugeben und sich für dessen Einrichtung einzusetzen. Es hilft niemandem, wenn wir nach solchen Anschlägen immer nur unsere uneingeschränkte Solidarität erklären“, so Lischka.

Wendt sagte dem Handelsblatt: „Das Gemeinsame Terrorabwehrzentrum in Deutschland hat sich bewährt, es wird höchste Zeit, eine entsprechende Einrichtung auch auf europäischer Ebene zu schaffen, damit die Informationen über Gefährder ständig aktuell sind und Vorbereitungshandlungen frühzeitig erkannt werden.“

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