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15.10.2011

20:53 Uhr

Anti-Wall-Street-Demos

„Es geht gegen die Banken“

Mehrere tausend Menschen haben auch in Deutschland gegen das "Treiben der Finanzmärkte" demonstriert, unterstützt von Gewerkschaftern und Politikern. In Rom gab es bei einer ähnlichen Veranstaltung viele Verletzte.

Ein Teilnehmer einer Demonstration gegen die Macht der Banken trägt in Berlin vor dem Brandenburger Tor eine Maske in jenem Design, das typischerweise von Aktivisten des internationalen Netzwerks "Anonymous" getragen wird. dapd

Ein Teilnehmer einer Demonstration gegen die Macht der Banken trägt in Berlin vor dem Brandenburger Tor eine Maske in jenem Design, das typischerweise von Aktivisten des internationalen Netzwerks "Anonymous" getragen wird.

Aus Protest gegen die Finanzindustrie sind am Samstag auch in Deutschland mehrere tausend Menschen auf die Straße gegangen. Mit Kundgebungen in Frankfurt, Berlin und Hamburg schlossen sich die Demonstranten den weltweiten Protesten gegen den Einfluss von Banken und Aktienmärkten an. „Es geht gegen die Banken, gegen die finanziellen Machthaber im System, es geht darum, dass Profite vor den Menschen stehen“, sagte der Sprecher der Bewegung „Occupy Frankfurt“, Wolfram Siener, bei der Kundgebung vor der Europäischen Zentralbank in der Finanzmetropole Frankfurt.

Der Sprecher der globalisierungskritischen Organisation Attac, Alexis Passadakis, warf den europäischen Regierungen vor, mit ihrer Politik die Krise noch zu verschärfen, den Sozialabbau voranzutreiben und über die Rettungspakete für die Banken die Demokratie zu schädigen. Vorbild des weltweiten Aktionstags ist die Anti-Wall-Street-Bewegung in New York. Attac sprach von mehr als 40.000 Teilnehmern, andere Schätzungen
lagen indes deutlich niedriger.

Unterstützung erhielten die Demonstranten auch von etablierten Organisationen wie dem Deutschen Gewerkschaftsbund. „Dieser weltweite Protest vieler tausender vorwiegend junger Menschen ist ein Alarmsignal“, warnte DGB-Chef Michael Sommer. Die Demonstranten brandmarkten zu Recht das Auseinanderdriften zwischen Arm und Reich. „Jenseits jeglicher demokratischer Legitimation und ohne Verantwortung für die Allgemeinheit sind skrupellose Investmentbanken dabei, unsere Gesellschaft zu spalten und aus den Angeln zu heben.“

Proteste in New York: „Das ist hier nicht mehr aufzuhalten“

Proteste in New York

„Das ist hier nicht mehr aufzuhalten“

Im New Yorker Finanzviertel deutete alles auf einen Showdown zwischen Polizisten und Demonstranten hin. Doch die Stadt machte in letzter Sekunde einen Rückzieher. Jetzt fühlen sich die Protestler noch mächtiger.

Die Staats- und Regierungschefs weltweit müssten die Menschen und deren Anspruch auf ein besseres Leben in den Mittelpunkt ihrer Politik stellen und nicht die Interessen anonymer Finanzmärkte. „Man muss der Spekulation das Handwerk legen und die Finanzmärkte stark regulieren“, forderte Sommer. Es gehe um nichts Geringeres als die Zukunft der demokratischen Gesellschaften. „Es ist fünf vor zwölf: Finanzmarktregulierung jetzt“, erklärte Sommer.

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles erklärte, die Regierungen müssten endlich den Mut haben, dem hemmungslosen Treiben der Finanzmärkte ein Ende zu setzen. „Zu Recht kann niemand verstehen, dass die Verursacher der Krise noch immer nichts zu ihrer Lösung beigetragen haben“, betonte sie. Die Banken müssten über eine private Gläubigerbeteiligung und eine Finanztransaktionssteuer zur Verantwortung gezogen werden, damit nicht immer nur die Steuerzahler für die Folgen der Krise aufkommen müssten. Der stellvertretende SPD-Fraktionschef Joachim Poß forderte, der verständliche Protest der Menschen müsse in praktische Politik umgesetzt werden.

„Den Menschen wird bewusst, dass sie in den jetzigen Systemen nicht frei sind, es ist eine Freiheitsbewegung“, sagte ein Demonstrant in Frankfurt. In Deutschland waren am Samstag in mehr als 50 Städten Demonstrationen und Kundgebungen geplant. In Frankfurt protestierten nach Angaben der Polizei rund 5200 Menschen vor der Europäischen Zentralbank (EZB) gegen die europäische Finanzpolitik. In Berlin und Hamburg demonstrierten jeweils etwa 1000 Menschen. In der Hauptstadt veranstaltet das globalisierungskritische Netzwerk Attac eine „Krisenanhörung“ zu den Auswirkungen der Finanzkrise. Am Nachmittag waren Demonstrationen vor dem Bundeskanzleramt und im Stadtteil Kreuzberg geplant.

Kommentare (85)

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Demokrat

15.10.2011, 16:48 Uhr

Wir Demonstrieren HAUPTSÄCHLICH gegen unsere UNFÄHIGEN POLITIKER Sie sind SCHULD an der MISERE IHRE AUFGABE wäre GEWESEN das zu VERHINDERN für das VOLK zu REGIEREN und nicht GEGEN das Volk. Plötzlich RUFEN sie zu DEMOS auf was füe einen NIEDETRÄCHTIGEN Hintergrund hat das?

Wollen sie bei AUSWEITUNG was sich nicht mehr VERHINDERN lässt die NOTSTANDS GESETZE AKTIVIEREN ?
ZUZUTRAUEN WÄRE das unseren VOLPFOSTEN in BERLIN ABZÜGLICH der 15 GERECHTEN.
Herr Pofalle geht ihnen der ALLERWERTESTE schon auf GRUNDEIS haben sie sich mit dem SCHEIS GG beschäftigt?
Lesen sie Art.24

Account gelöscht!

15.10.2011, 17:11 Uhr

Die Massen lassen sich so leicht steuern ... welche Erbärmlichkeit.

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/oliver-janich/occupy-wall-street-die-kuenstliche-opposition-der-neuen-weltordnung.html

Account gelöscht!

15.10.2011, 17:22 Uhr

"SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles erklärte, die Regierungen müssten endlich den Mut haben, dem hemmungslosen Treiben der Finanzmärkte ein Ende zu setzen. „Zu Recht kann niemand verstehen, dass die Verursacher der Krise noch immer nichts zu ihrer Lösung beigetragen haben“

Liebe Frau Nahles: Falls Sie es noch nicht mitgekriegt haben: Wir protestieren gegen SIE! Die wirklich Verantwortlichen dieser Misere sitzen nicht in den Banken, sondern in der Politik. Sie behandeln das Volk wie ein Haufen Schwachsinniger, die zu ihrem angeblichen "Glück" nur richtig gezwungen werden müssen. Wir haben es so satt! Wir sind das Volk - der Souverain! Ihr seid unsere politischen Vertreter - aber keine Euro-Oligarchen! Fangt endlich zu arbeiten an! Aufhören mit dem Schwachsinn in Brüssel! Ihr hinterlasst sonst verbrannte Erde! Haltet euch endlich wieder an eure eigenen Gesetze und verschafft den Resten unserer Demokratie wieder zu einem Neuanfang!

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