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26.09.2014

17:10 Uhr

Antisemitischer Hetze

AfD-Abgeordnetem droht Partei-Ausschluss

Dem designierten AfD-Landtagsabgeordneten Jan-Ulrich Weiß droht der Parteiausschuss. Er hatte eine antisemitische Karikatur auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht.

Jan-Ulrich Weiß sollte für die AfD in den Brandenburger Landtag einziehen – eigentlich. dpa

Jan-Ulrich Weiß sollte für die AfD in den Brandenburger Landtag einziehen – eigentlich.

Berlin/PotsdamBei der Alternative für Deutschland (AfD) in Brandenburg jagt ein Skandal den nächsten. Am Freitag wurde bekannt, dass der AfD-Fraktionsvorsitzende, Alexander Gauland, den designierten Landtagsabgeordneten Jan-Ulrich Weiß wegen einer antisemitischen Karikatur auf seiner Facebook-Seite aufgefordert hat, sein Mandat aufzugeben. Weiß, der für den am Vortag zurückgetretenen Stiefsohn Gaulands, Stefan Hein, nachrücken sollte, besteht allerdings nach Angaben eines Parteisprechers darauf, sein Mandat anzunehmen. Damit schrumpft die AfD-Fraktion in Potsdam von elf auf zehn Sitze.

Gauland sagte, die von Weiß verbreitete Karikatur habe ihn an das Nazi-Hetzblatt „Der Stürmer“ erinnert. „Das ist für ein Mitglied der AfD und einen unserer Mandatsträger völlig inakzeptabel“, fügte er hinzu. Weiß werde nicht der AfD-Fraktion angehören und müsse mit einem Parteiausschlussverfahren rechnen. Hein hatte am Donnerstag seinen Rückzug erklärt, nachdem bekanntgeworden war, dass er hinter Gaulands Rücken Informationen über Interna der Partei an den „Spiegel“ weitergegeben hatte.

Der Chef der SPD-Fraktion im Brandenburger Landtag, Klaus Ness, sagte, die AfD erweise sich als Partei, die auch Rechtsextreme anziehe. Grünen-Fraktionschef Axel Vogel erstattete nach eigenen Angaben Strafanzeige gegen Weiß wegen Volksverhetzung.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Drittes Auge

26.09.2014, 17:43 Uhr

"Gauland sagte, die von Weiß verbreitete Karikatur habe ihn an das Nazi-Hetzblatt „Der Stürmer“ erinnert. „Das ist für ein Mitglied der AfD und einen unserer Mandatsträger völlig inakzeptabel“, fügte er hinzu. Weiß werde nicht der AfD-Fraktion angehören und müsse mit einem Parteiausschlussverfahren rechnen."

Richtig so Herr Gauland. Allen die sich in der AfD geirrt haben und nicht begreifen, dass Deutschland kein Wert an sich ist, sondern sich über die unter diesem "Etikett" verfolgten Werte und Inhalte definiert, müssen gehen.

Herr Lui Kators

26.09.2014, 18:03 Uhr

Das beweist, dass die AfD reagiert und durchgreift. Gut so!

"Hein hatte am Donnerstag seinen Rückzug erklärt, nachdem bekanntgeworden war, dass er hinter Gaulands Rücken Informationen über Interna der Partei an den „Spiegel“ weitergegeben hatte."

Dieser Satz aus dem Bericht beweist, dass es der Verfasser mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. Denn Herr Hein hat nicht "Interna an den Spiegel weitergegeben" sondern falsche Interna an den Spiegel weitergegeben.

Herr Klaus Peter Kraa

26.09.2014, 20:25 Uhr

Ich habe am 07.09. 2014 auf eine Anmerkung von Frau Dr. Goldenbogen von der Israelitischen Kultusgemeinde Dresden in der Jüdischen Allgemeinen über die behauptete Nähe von AfD und NPD u.a. folgendes an diese Zeitung geschrieben: Ich habe mir auch als Mitglied der AfD einen geschärften Sinn für das Wiedererwachen des Faschismus(antiliberale und antisoziale Ideologie von links und rechts),für das diese Nation aus seiner politischen Tradition zumindest seit 1871 vermutlich besonders anfällig ist, bewahrt, aber ich kann bis heute keine Aussage von führenden Repräsentanten der AfD in dieser Richtung registrieren....Wenn also unterhalb der geistigen Ebene der 300 Gründungsprofessoren anstößige Äußerungen fallen sollten, dann muß die Parteiführung bedenken, daß die Zuwanderung ihrer Mitgliedschaft überwiegend aus den Farben tragenden Blockparteien kommt mit allen geistigen Defiziten, die man dort vorfindet und die dort jahrzehntelang auch gezüchtet worden sind, und möglichst dagegen einschreiten, was sie m.E. auch tut: Mein Wort "in Gottes Ohr"- Vorstandsmitglied Gauland hat sofort nach bekannt werden der Verfehlungen gehandelt - so muß die AfD reagieren, da darf es keine Kompromisse geben.

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