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24.04.2017

15:17 Uhr

Antisemitismusbericht

Juden fühlen sich in Deutschland unsicher

VonMilena Merten

Hassbotschaften im Netz bereiten der jüdischen Bevölkerung in Deutschland Sorgen. Antisemitismus ist in der Gesellschaft weit verbreitet, zeigt der Bericht einer Expertenkommission. Vor allem auch unter den muslimischen Zuwanderern.

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BerlinJuden in Deutschland fühlen sich zunehmend bedroht. Zum einen sind sie durch die Rhetorik der Rechtspopulisten verunsichert, zum anderen sehen sie Antisemitismus unter Muslimen als wachsendes Problem. Die nichtjüdische Mehrheitsgesellschaft nimmt Antisemitismus dagegen nicht als relevantes Problem wahr.

Zu diesen Ergebnissen kommt der Antisemitismusbericht, der am Montagmorgen in Berlin vorgestellt wurde. Ein unabhängiges Expertengremium hat im Auftrag des Bundestages die aktuelle Entwicklung des Antisemitismus in Deutschland untersucht. Im Fokus steht vor allem die Perspektive der Betroffenen.

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Ein Grund dafür, dass sich Juden in Deutschland zunehmend um ihre Sicherheit sorgen, liegt laut dem Expertenbericht in der gewachsenen Bedeutung sozialer Netzwerke. Auf Facebook, Twitter & Co werden Hassbotschaften und antisemitische Hetze verbreitet. Die Experten fordern deshalb eine verbesserte Erfassung und Ahndung antisemitischer Straftaten sowie die Stärkung von Beratungsangeboten für Juden, die von Angriffen und Beleidigungen betroffen sind.

Offen antisemitische Einstellungen seien in der deutschen Bevölkerung seit dem ersten Antisemitismusbericht 2012 gesunken, erklärte Juliane Wetzel, Antisemitismusforscherin und Mitglied der Expertenkommission. Israelbezogener Antisemitismus sei jedoch bei 40 Prozent der Gesellschaft verbreitet. Dieser liege beispielsweise vor, wenn alle Juden pauschal mit dem Staat Israel gleichgesetzt würden.  

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Anfang April hatte der Fall eines 14-jährigen jüdischen Jungen für Aufsehen gesorgt, der an einer Berliner Schule von türkisch- und arabischstämmigen Mitschülern beleidigt und angegriffen wurde. Die Eltern des Jungen warfen der Schulleitung vor, zu spät auf die Beleidigungen und Angriffe, denen ihr Sohn ausgesetzt war, reagiert zu haben. Der 14-Jährige hat die Schule im Berliner Stadtteil Friedenau inzwischen verlassen.

Die Alternative für Deutschland (AfD) behauptete daraufhin auf ihrer Facebook-Seite, sie sei die einzige Partei Deutschlands, die auf ein Antisemitismusproblem im Islam bereits seit 2014 regelmäßig hinweise. Die AfD vertritt die These, Flüchtlinge aus muslimischen Ländern würden Antisemitismus nach Deutschland importieren. Parteimitglieder sollen damit gar in jüdischen Seniorenheimen um Wählerstimmen geworben haben.  Der Zentralrat der Juden hatte Anfang April an seine Mitglieder appelliert, sich nicht von der antimuslimischen Rhetorik der AfD umgarnen zu lassen.

Kommentare (10)

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Herr Hofmann Marc

24.04.2017, 15:25 Uhr


Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Alessandro Grande

24.04.2017, 15:29 Uhr


Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Alessandro Grande

24.04.2017, 15:32 Uhr


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