Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.07.2011

17:14 Uhr

Antwort auf Anfrage

Bundesregierung bei Kraftwerksneubau ohne sichere Datengrundlage

ExklusivDas Wirtschaftsministerium beantwortet eine entsprechende Anfrage der Grünen ausweichend.

Ein Gaskraftwerk des norwegischen Energiekonzerns Statkraft im Chemiepark Huerth. Quelle: dapd

Ein Gaskraftwerk des norwegischen Energiekonzerns Statkraft im Chemiepark Huerth.

BerlinDie Bundesregierung trifft ihre Annahmen über den Neubau von Gaskraftwerken ohne konkrete Datengrundlage. Das geht aus einer dem Handelsblatt vorliegenden Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Grünen hervor.

Der Neubau fossiler Kraftwerke wird erforderlich, weil spätestens Ende 2022 das letzte Kernkraftwerk abgeschaltet werden soll. In den Beschlüssen der Regierung zur Energiewende heißt es, „eine schnelle Fertigstellung der derzeit im Bau befindlichen fossil befeuerten Kraftwerke ist bis 2013 unabdingbar“, um Engpässe zu vermeiden. Zusätzlich sei bis 2020 ein Zubau von bis zu 10 000 Megawatt gesicherter Kraftwerksleistung notwendig.

Unklar ist einerseits, ob mit dem Neubau dieser Kapazitäten gerechnet werden kann. Andererseits wird aber auch darüber gestritten, ob ein Zubau in diesem Ausmaß überhaupt erforderlich ist. Entsprechend ausweichend fällt die Antwort auf die Anfrage der Abgeordneten Ingrid Nestle, energiewirtschaftliche Sprecherin der Grünen, aus. Nestle wollte wissen, auf welchen Untersuchungen die Annahmen der Bundesregierung fußen. Das Bundeswirtschaftsministerium trifft dazu jedoch keine Aussage, sondern wiederholt lediglich die Ziele der Regierung.

In der Branche gibt es Zweifel an den Neubauzielen. So hatte RWE-Vorstand Leonard Birnbaum kürzlich gesagt, der Markt gebe nicht genug für Investitionen in Gaskraftwerke her. Hinzu kommt, dass die Betreiber damit rechnen müssen, dass sie ihre Anlagen angesichts eines wachsenden Anteils erneuerbarer Energien immer seltener nutzen können. Da Strom aus erneuerbaren Quellen Einspeisevorrang genießt, sinkt die Auslastung konventioneller Kraftwerke. Auch viele kleine Anbieter, die die Regierung mit einem Förderprogramm von einer Milliarde Euro für Investitionen gewinnen will, winken deshalb ab.

Nestle kritisiert, die Bundesregierung jongliere ohne gesicherte Grundlage mit Zahlen zum Kraftwerksbau. „Sie heuchelt Weitsicht und tappt tatsächlich völlig im Dunkeln“, sagte sie. Mit ihrer gezielten Förderung des Kraftwerksneubaus zementiere sie veraltete Strukturen.

Von

str

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

06.07.2011, 22:48 Uhr

Typisch Wendehals (Dr.A.M.) erst schalten wir unsere gesichert Stromversorgung ab, und wundern uns dann wenn wir im Dunkel stehen. Typisch Politelite. Keine Ahnung von nicht, aber dumm rum labern.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×