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04.08.2012

14:52 Uhr

Apotheker

Geplante Honorarerhöhung „Schlag ins Gesicht“

Die Reform der Apothekerhonorare ist zum Zankapfel geworden. Den vom Wirtschaftsministerium errechneten Zuschlag von 3 Prozent weisen Verbandsvertreter als „Schlag ins Gesicht“ zurück. Sie fordern mehr als das Dreifache.

Apotheker in Deutschland fordern mehr Honorar. ap

Apotheker in Deutschland fordern mehr Honorar.

Berlin/HannoverDie von der Bundesregierung geplante Erhöhung der Apotheker-Honorare um drei Prozent oder insgesamt 190 Millionen Euro wird nach Einschätzung führender Verbandsvertreter den seit Jahren anhaltenden Apotheken-Schwund nicht aufhalten können. „Wir sind inzwischen soweit, dass jede Woche fünf Apotheken schließen, und zwar aus wirtschaftlichen Gründen“, sagte der Präsident der Apothekervereinigung abda, Heinz-Günter Wolf, der Nachrichtenagentur dpa in Berlin.

Die von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) für 2013 vorgeschlagene Erhöhung von drei Prozent nach dann neun Jahren reiche längst nicht aus, die in dieser Zeit deutlich gestiegenen Sach- und Personalkosten auszugleichen. Die Präsidentin der Apothekerkammer Niedersachsen, Magdalena Linz, hält gar ein Massensterben von Apotheken für möglich. „Nach dem Ärztemangel wird dann auch ein Apothekermangel insbesondere in ländlichen Regionen unvermeidbar sein“, sagte sie der dpa in Hannover.

Der Entwurf aus dem Bundeswirtschaftsministerium sieht vor, den Zuschlag auf den Packungspreis von 8,10 Euro um 25 Cent auf 8,35 Euro zu erhöhen. Wolf: „Diese Zahlen sind ein Schlag ins Gesicht aller Pharmazeuten.“ Der Verbandschef hofft, Rösler und Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) noch zum Nachbessern bewegen zu können.

Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums zeigte sich unbeeindruckt: „Die scharfen Äußerungen zeigen die internen Auseinandersetzungen im Vorfeld von anstehenden Wahlen bei der Apothekerschaft“, sagte sie am Samstag. Das Ministerium hält die Erhöhung für angemessen - ebenso der Gesundheitsexperte der Unionsfraktion, Jens Spahn. Er finde die vorgesehene 25-Cent-Erhöhung „in Ordnung“, sagte er der „Deutschen Apotheker Zeitung“.

Die von der Bundesregierung geplante Erhöhung der Apotheker-Honorare wird nach Einschätzung von Verbandsvertretern den Apotheken-Schwund nicht aufhalten können. dpa

Die von der Bundesregierung geplante Erhöhung der Apotheker-Honorare wird nach Einschätzung von Verbandsvertretern den Apotheken-Schwund nicht aufhalten können.

Die Apotheker fordern dagegen eine Erhöhung des Zuschlags auf 9,14 Euro oder um umgerechnet 600 bis 700 Millionen Euro - und sie wollen Notdienste besser als bisher bezahlt bekommen. Für den Widerstand der beiden FDP-Minister Rösler und Bahr vermutet Linz die „Angst, dass die Erhöhung dann als Geschenk für Apotheker und als Klientelpolitik kritisiert wird“. Ende 2011 gab es bundesweit 21.238 öffentliche Apotheken. 2008 waren es knapp 400 mehr.

Der Spitzenverband der Krankenkassen vermisst belastbare Zahlen der Apotheker zu Umsatz, Gewinn und Betriebskosten. „Angesichts der nach wie vor hohen Apothekendichte in Deutschland scheint das reale Einkommen bisher jedoch alles andere als unattraktiv zu sein“, sagte eine Verbands-Sprecherin. „Ein großflächiges Apothekensterben herbeizujammern und damit Druck auf die Politik aufzubauen, sei angesichts von über 21.000 Apotheken „völlig übertrieben“.

Von

dpa

Kommentare (25)

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Account gelöscht!

04.08.2012, 17:33 Uhr

@ Jamshed,
vor Jahren wurde publik, dass in D verbotene Boni ab einer bestimmten Apothekengröße (Umsatz) im Östereich gesammelt werden konnten.
Ist dieser Einkommensweg noch offen?

Account gelöscht!

04.08.2012, 17:51 Uhr

...boahr keine Ahnung. Da halte ich mich fern von. Solche Modelle florieren ja ganz farbenprächtig, weil wir Pharmazeuten ja wegen Europa erstmal Justitia gezahlen und vorschicken müssen, damit das Apotheken-A überhaupt noch existieren kann.

Für mich sind das alles Konsenspiraten...

Account gelöscht!

04.08.2012, 18:01 Uhr

Stimmt, Apotheker verdienen schlecht. Für einen Porsche reichts gerade noch, für einen Ferrari nicht mehr.

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