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26.02.2013

14:50 Uhr

Appell

Gauck wirbt für Menschenrechte

Der Bundespräsident ermuntert: Menschenrechte müssen weltweit offensiv verteidigt werden. Taktische Rücksichten soll es nicht geben. Kritik an den USA vermeidet Gauck. „Vorbild sein ist schwer“, sagt er.

Bundespräsident Joachim Gauck besucht das Grab des deutschen Friedensnobelpreisträgers Ludwig Quidde. dpa

Bundespräsident Joachim Gauck besucht das Grab des deutschen Friedensnobelpreisträgers Ludwig Quidde.

GenfBundespräsident Joachim Gauck hat dazu aufgerufen, in der internationalen Politik die Menschenrechte auch gegen Widerstand zu verteidigen. „Wir dürfen uns im Westen nicht klein machen vor denen, die die Universalität der Menschenrechte anzweifeln“, sagte Gauck am Dienstag vor Schülern der Deutschen Schule Genf. „Wir müssen diese Länder daran erinnern, was sie unterschrieben haben, als sie Mitglied der Vereinten Nationen wurden“, meinte er zum Abschluss seines zweitägigen Besuchs bei verschiedenen internationalen Organisationen in Genf.

Zu Berichten, wonach es im US-Gefangenenlager Guantánamo Folter gibt, sagte Gauck vor den Schülern: „Ich finde es schrecklich.“ Sicherheitsinteressen, die an sich verständlich seien, bewirkten einen Einbruch im Bewusstsein von Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechtsschutz. Tröstlich sei aber, dass darüber in den USA offen und kontrovers diskutiert werden könne. „In einer Demokratie ist das möglich. Ich komme aus dem Ostblock, da war so etwas nicht möglich.“

Gauck würdigte auch den selbstlosen Einsatz freiwilliger Helfer des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) im syrischen Bürgerkrieg. Dem Komitee gelinge es auch dank der Zusammenarbeit mit dem Roten Halbmond immer wieder, auf beiden Seiten des Konflikts vielen Menschen in Not Hilfe zu leisten, sagte Gauck beim Besuch des IKRK in Genf.

Der Bundespräsident äußerte Verständnis dafür, dass die Hilfsorganisation strikt auf Neutralität achtet. „Sie haben Zugänge (zu Hilfebedürftigen), und es ist sehr wichtig, in einem so heißen Konflikt noch vor Ort zu sein“, sagte Gauck nach einem Gespräch mit IKRK-Präsident Peter Maurer. Die deutsche Regierung leiste umfangreiche finanzielle Hilfe für alle IKRK-Aktivitäten in Syrien. „Und das wird auch weitergehen“, versicherte Gauck.

Beim Besuch eines neuen, in Kürze fertigen Museums erinnerte Gauck an die Leistung der vielen freiwilligen Helfer seit der Gründung des IKRK vor 150 Jahren. Seitdem seien von der Schweiz aus zahlreiche Initiativen gestartet worden, um menschliches Leid zu lindern. „Wir Deutschen haben allen Grund, dankbar und glücklich zu sein, dass es das IKRK gibt“, fügte der Bundespräsident hinzu. Am Nachmittag flog er nach München weiter, wo ein Treffen mit dem italienischen Staatspräsidenten Giorgio Napolitano auf dem Programm stand.

Von

dpa

Kommentare (1)

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sehr-Unglaubhaft

26.02.2013, 15:41 Uhr

"...Tröstlich sei aber, dass darüber in den USA offen und kontrovers diskutiert werden könne. „In einer Demokratie ist das möglich. Ich komme aus dem Ostblock, da war so etwas nicht möglich.“..."

Sehr geehrter Herr Gauck, was hilft es denn den Gefangenen in Guantanamo, dass man über sie weltweit diskutiert, während die Gefangenen der Folter ausgesetzt sind?

Sehr geehrter Herr Gauck, haben Sie nicht selbst berichtet, Sie hätten damals nicht mit der Staatssicherheit kooperiert, sondern Sie haben mit dem Offizier über die Lage diskutiert?

Sehr geehrter Herr Gauck, wie stehen Sie zu den deutschen Rüstungsexporten nach Saudi-Arabien? Ein Land in dem die Menschenrechte nicht viel wert sind.

Sehr geehrter Herr Gauck, bitten hören Sie auf uns zu vergauckeln.

Vielen Dank

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