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06.01.2007

12:51 Uhr

Arbeitgeber bereiten Schlichtung vor

Tarifstreit bei Fluglotsen bleibt festgefahren

Pattsituation im Tarifstreit bei der Deutschen Flugsicherung (DSF): Zwar kündigte die Gewerkschaft am Samstag den Beginn eines Streiks binnen vier Tagen an, doch will die Arbeitgeberseite diese Kampfansage mit einem Antrag auf eine Schlichtung unterlaufen.

Stehen die deutschen Fluglotsen vor einem Streik? FOTO: dpa Quelle: dpa

Stehen die deutschen Fluglotsen vor einem Streik? FOTO: dpa

HB FRANKFURT/MAIN. Ein neues Angebot der DFS ist den Sprechern beider Organisationen zufolge vorerst ebenso wenig in Sicht wie ein Einlenken der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF). GdF-Sprecher Marek Kluzniak sagte der AP, die Gewerkschaft werde binnen 100 Stunden mit Arbeitsniederlegungen beginnen, wenn die Arbeitgeberseite keine Kompromissbereitschaft erkennen lasse. Kluzniak warf der DFS eine abwartende Haltung im Streit um die Entgelte der rund 5.300 Beschäftigten vor. So hätten die Arbeitgeber lediglich ihre Bereitschaft zu einer Schlichtung des Tarifstreits erklärt, jedoch keine konkreten Schritte hierzu unternommen.

DFS-Sprecher Axel Raab sagte dagegen im Gespräch mit der AP: „In dem Moment der Streikankündigung beantragen wir die Schlichtung.“ Raab äußerte in diesem Zusammenhang sein Unverständnis über die Haltung der GdF, deren Streikdrohung offensichtlich ins Leere laufe. Die Deutsche Flugsicherung sei weiterhin zu Gesprächen bereit. Ein neues Angebot stellte Raab zunächst aber nicht in Aussicht. Im Fall einer Schlichtung, für die nach den Worten Raabs sowohl die frühere Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) als auch der ehemalige sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) gehandelt werden, setzt eine zweiwöchige Friedenspflicht ein, in der Arbeitskämpfe nicht zugelassen sind. Grundsätzlich signalisierte auch die GdF Gesprächsbereitschaft. Falls die DFS ein neues Angebot vorlege, werde die Gewerkschaft „prüfen, ob sie an den Verhandlungstisch zurückkehrt“, sagte Kluzniak.

Am Freitag hatte die Gewerkschaft das erste, am Mittwoch vorgelegte Arbeitgeberangebot abgelehnt. Demnach erklärt sich die DFS bereit, die Gehälter rückwirkend ab 1. November um drei Prozent für zwölf Monate zu erhöhen und eine Einmalzahlung von 1.750 Euro zu gewähren. Die GdF bezeichnete dies als nicht ausreichend. Der zentrale Punkt ihres Forderungspakets sei im übrigen die Umstrukturierung der Vergütung. Dazu habe die DFS nur auf spätere Verhandlungen verwiesen. „Angesichts des boomenden Luftverkehrs und der hervorragenden finanziellen Situation der DFS sind die Forderungen der GdF als angemessen zu bezeichnen“, begründete Kluzniak die Haltung seiner Organisation.

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