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04.06.2012

03:22 Uhr

Arbeitgeber-Präsident

„Fachkräftemangel eine der größten Wachstumsbremsen“

Deutschland fehlen die Fachkräfte. Ohne ausländische Spezialisten komme die deutsche Wirtschaft nicht aus, sagt Arbeitgeberpräsident Hundt vor einem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel, und nur die Politik könne helfen.

Die bereits heute bestehenden Engpässe werden sich noch ausweiten“, sagt der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt. dapd

Die bereits heute bestehenden Engpässe werden sich noch ausweiten“, sagt der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt.

BerlinFür Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt macht der Fachkräftemangel in Deutschland mittelfristig die zusätzliche Zuwanderung von ausländischen Spezialisten erforderlich.
„Selbst eine weitgehende Ausschöpfung des inländischen Potenzials an Arbeitskräften wird nicht zur Sicherung unseres Fachkräftebedarfs ausreichen“, sagte Hundt der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin.

„Der Fachkräftemangel ist eine der größten Wachstumsbremsen in vielen Bereichen unserer Wirtschaft. Die bereits heute bestehenden Engpässe werden sich noch ausweiten“, zeigte sich der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) besorgt, auch wenn die Wirtschaft bereits ihr Möglichstes tue.

Er appellierte an die Bundesregierung, mehr Zuwanderung durch ein Punkte-System nach klaren Kriterien zu ermöglichen. „Nicht anstelle notwendiger eigener Anstrengungen, sondern zusätzlich. Wir werden weitere Zuwanderer brauchen.“

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Hundt äußerte sich mit Blick auf ein Treffen am Dienstag, zu dem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Spitzen der großen Wirtschaftsverbände und der Gewerkschaften ins Gästehaus der Bundesregierung auf Schloss Meseberg nördlich von Berlin eingeladen hat.

Bei dem Gedankenaustausch geht es um die Zukunftsfähigkeit Deutschlands. Beschlüsse sind nicht zu erwarten. Allerdings soll auch eine Bilanz des Treffens von vor einem Jahr gezogen werden. Damals stand die Sicherung des Fachkräftebedarfs im Mittelpunkt.

Die Bundesregierung hat aus Sicht des BDA-Präsidenten bezüglich der Fachkräfte-Zuwanderung die Weichen in die richtige Richtung gestellt. Hundt nannte als Beispiele das Aussetzen der Vorrangprüfung für weitere Mangelberufe, die Einführung der „Blauen Karte EU“ mit gesenkten Gehaltsgrenzen für qualifizierte Zuwanderer aus Nicht-EU-Staaten sowie die Erleichterungen für ausländische Absolventen deutscher Hochschulen.

„Das sind richtige Schritte, um den Zuzug qualifizierter Fachkräfte zu erleichtern.“ Dennoch seien - so Hundt - Politik, Unternehmen und Gewerkschaften gefordert, ihre Anstrengungen fortzusetzen und zu intensivieren.

Von

dpa

Kommentare (26)

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HeinzEngisch

04.06.2012, 04:13 Uhr

Die Mehrheit der jungen Leistungsträger, von denen, die überhaupt noch hier sind, bereitet sich auf eine Auswanderung vor. Die 70% Zwangsabgabenlast hält kein Mensch mehr aus und Selbstständigkeit ist in Deutschland ein Kamikaze-Unternehmen geworden. Wenn die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er Jahre, die das System jetzt noch tragen, in Rente gehen, ist hier Schluss.

UTM

04.06.2012, 06:25 Uhr

Zum einen werden die eigenen Fachkräfte vertrieben, zum anderen müßte die diese Meldungen immer ergänzt werden.
Es fehlen Fachkräfte "die kostenlos arbeiten". Sollten tatsächlich Fachkräfte irgendwo entbehrlich sein, sind die mit Sicherheit nicht so dumm und lassen sich in Deutschland versklaven. Selbst die polnischen Erbeerpflücker kommen nicht mehr weil sie anderswo das doppelte verdienen.

muunoy

04.06.2012, 06:38 Uhr

Jetzt kommt wieder mal die Mär vom Fachkräftemangel, um das bereits im Niedriglohnsektor erfolgreich betriebene Lohndumping auch auf qualifizierte Jobs auszudehnen. Wenn Herr Hundt Interesse an Fachkräften hätte, so sollte er sich dafür einsetzen, dass sich Leistung und Qualifikation in DE wieder lohnt.
Erfreulich ist, dass sich aus dem außereurop. Ausland kaum wirkliche Fachkräfte nach DE locken lassen werden. Ich arbeite freiberuflich, erwirtschafte aber den größten Teil meiner Steuern im außereurop. Ausland. Und die Fachkräfte, welche Herr Hundt meint, verdienen dort mehr und zahlen ganz erheblich geringere Abgaben. Herr Hundt sollte sich einfach dafür einsetzen, dass Deutschland für Arbeitnehmer und Freiberufler wieder attraktiv wird. Dies könnte z. B. geschehen, indem die Besteuerung großer Unternehmen erhöht und die von Arbeitseinkommen erniedrigt wird.

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