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14.10.2012

15:34 Uhr

Arbeitgeberpräsident

Hundt fordert Praxisgebühr bei jedem Arztbesuch

ExklusivDieter Hundt ist nicht nur gegen die Abschaffung der Praxisgebühr, der Arbeitgeberpräsident will sie sogar bei jedem Arztbesuch einkassieren. Dann würden unnötige Arztbesuche vermieden, argumentiert Hundt.

Dieter Hundt wendet sich gegen die Abschaffung der Praxisgebühr. dapd

Dieter Hundt wendet sich gegen die Abschaffung der Praxisgebühr.

BerlinDie Arbeitgeber schalten sich in den Streit um die Abschaffung der Praxisgebühr ein. „Ich rate der Koalition dringend davon ab, die Praxisgebühr abzuschaffen. Die Abschaffung wäre nur eine Entlastung der Ärzte, die Praxisgebühr einziehen zu müssen, aber keine Entlastung der Versicherten“, sagte Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt dem Handelsblatt.

Hundt spricht sich stattdessen für einen Senkung des Beitragssatzes aus. Die Praxisgebühr sei Teil des ärztlichen Honorars, die Einnahmeausfälle der Ärzte von jährlich zwei Milliarden Euro müssten zwangsläufig von den Krankenkassen und damit im Ergebnis von der Versicherten ausgeglichen werden, sagte Hundt.

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Der Arbeitgeberpräsident schlägt vor, die Praxisgebühr beizubehalten, sie aber sinnvoller auszugestalten. „Wenn sie zwar in geringerer Höhe, dafür aber bei jedem Arztbesuch erhoben würde, wäre die Steuerungswirkung deutlich besser. Die Praxisgebühr würde dann ihr ursprüngliches Ziel erreichen, die Zahl medizinisch unnötiger Arztbesuche zu senken“, sagte Hundt.

Bevor die Regierungskoalition die Rücklagen der Krankenkassen für höhere Arzthonorare verwende, solle sie das Geld besser den Beitragszahlern zurückgeben „und den auf deutlich zu hohem Niveau festgeschriebenen Beitragssatz senken“, sagte Hundt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Freitag erstmals erkennen lassen, dass die Union dem Drängen der FDP auf Abschaffung der Gebühr nachgeben könnte. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) bekräftigte am Wochenende seine Forderung, die Gebühr abzuschaffen. CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn hatte allerdings darauf hingewiesen, dass die Praxisgebühr jährlich zwei Milliarden Euro einbringt, die dem Gesundheitsfonds andernfalls fehlen würden.

Von

str

Kommentare (70)

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Eurowahn

14.10.2012, 15:47 Uhr

Da sieht man doch wo die reise für deutschland hingeht. Bei jedem Praxisbusch 10 Euro berappen, später wird Herr Hundt fordern, den Arztbesuch und die anfallenden Kosten müsse jeder Patient selsbst bezahlen. Dann gehen die meisten nicht mehr zum Arzt und das ist ja dann toll. Da werden Milliarden gespart. Und diese Milliarden brauchen ha Greichenland, Spanien, Portugal so dringend.

Trojaner

14.10.2012, 15:48 Uhr

+++ Beitrag von der Redaktion entfernt +++ Bitte bleiben Sie sachlich.

wolle100

14.10.2012, 15:51 Uhr

O.k., wenn Arbeitgerberpräsident Hunndt für den Zeit- Und Kostenaufwand aufkommt, den seine bürokratische Monsteridee
mit sich bringt.
Aber er gehört wohl auch eher zu denen, die sich gerne reden hören, ansonsten lieber kassieren und die anderen schaffen lassen.

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