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07.06.2014

09:40 Uhr

Arbeitsgruppe

Flexi-Rente wird noch vor Sommerpause diskutiert

Andrea Nahles will starre Altersgrenzen bei der Rente abschaffen. Noch vor der Sommerpause soll eine Arbeitsgruppe zur Flexi-Rente darüber beraten und eine mögliche Gesetzesänderung anstoßen.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) will die Flexi-Rente noch vor der Sommerpause diskutieren. dpa

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) will die Flexi-Rente noch vor der Sommerpause diskutieren.

BerlinBundesarbeitsministerin Andrea Nahles will die von der großen Koalition vereinbarte Arbeitsgruppe zur Ausarbeitung von Vorschlägen für eine Beschäftigung über das Rentenalter hinaus schon bald einberufen. „Noch vor der Sommerpause wird es die erste Sitzung geben, an der Mitglieder beider Regierungsfraktionen und Vertreter der Sozialpartner teilnehmen“, sagte die SPD-Politikerin der „Welt am Sonntag“ laut Vorabbericht.

Ziel sei es, den Eintritt in die Ruhephase zu flexibilisieren und wegzukommen von starren Altersgrenzen. „Jeder muss für sich entscheiden können, wie lange er sich fit fühlt, um zu arbeiten“, sagte Nahles.

Die Pläne zur abschlagfreien Rente mit 63

45 Jahre eingezahlt

Wer 45 Jahre lang Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt hat, kann mit 63 Jahren ohne Abschläge in den Ruhestand gehen. Für jeden Monat, den die Rente vor dem gesetzlichen Renteneintrittsalter beginnt (2014: 65 Jahre und drei Monate), wird das Altersgeld eigentlich um 0,3 Prozent gekürzt. Dieser lebenslange Abschlag entfällt bei der Rente mit 63.

Altersrente für besonders langjährig Versicherte

Aus der Rente mit 63 wird bis 2029 die Rente mit 65: Die Schwelle soll schrittweise steigen. Die neue „Altersrente für besonders langjährig Versicherte“ gilt ab 63 Jahren nur für Versicherte, die vor dem 1. Januar 1953 geboren sind und deren Rente nach dem 1. Juli 2014 beginnt. Für ab 1953 Geborene steigt die Altersgrenze mit jedem Jahrgang um zwei Monate. Für ab 1964 Geborene liegt sie somit bei 65 Jahren.

Anspruchsvoraussetzungen sinken

Bisher gab es nur eine „Rente für besonders langjährig Versicherte“ ab 65 Jahren. Die neue Rente mit 63 weitet diese Regel aus und senkt zudem die Anspruchsvoraussetzungen. Zeiten der Arbeitslosigkeit werden als Beitragsjahre mitgezählt, wenn Anspruch auf das reguläre Arbeitslosengeld I bestand. Hartz-IV-Empfänger bleiben außen vor.

Was das kostet

Die Kosten wachsen langsam von 900 Millionen Euro 2014 auf 1,9 Milliarden Euro 2015 bis auf 3,1 Milliarden jährlich im Jahr 2030.

Die Arbeitsgruppe hatten CDU, CSU und SPD in ihren Verhandlungen über das Rentenpaket vereinbart, zu dem auch die Möglichkeit für eine abschlagsfreie Rente mit 63 gehört. Vor allem der Wirtschaftsflügel der Union hatte eine sogenannte Flexi-Rente gefordert. Eine Gesetzesänderung soll eine Beschäftigung im Einvernehmen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer auch bei Anspruch auf eine reguläre Altersrente ermöglichen.

Von

rtr

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