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31.01.2011

12:30 Uhr

Arbeitskräfte-Nachfrage

Deutschland-Boom verschärft Fachkräfte-Engpass

Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat zum Jahresbeginn fast das Niveau des Vorkrisen-Aufschwungs erreicht. Und die Unternehmen haben nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit ihren Bedarf noch lange nicht gedeckt. Pikant ist, dass es bereits Probleme gibt, ausreichend qualifizierte Fachkräfte zu finden.

Fachkräfte-Werbekampagne in NRW: Firmen suchen vergeblich qualifiziertes Personal. Quelle: dpa

Fachkräfte-Werbekampagne in NRW: Firmen suchen vergeblich qualifiziertes Personal.

HB NÜRNBERG. Die Zahl der offenen Stellen lag im Januar nur knapp unter der Zahl von Februar 2007, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) bei der Veröffentlichung ihres Beschäftigungsindex BA-X für Januar am Montag mitteilte. „Aktuell lässt die positive wirtschaftliche Entwicklung die Nachfrage nach Fachkräften noch steigen“, betonte die Bundesagentur laut Mitteilung. Der Beschäftigungsindex kletterte um vier auf 159 Punkte. Er befindet sich damit seit Frühjahr 2009 im Aufwärtstrend.

Hohen Mitarbeiterbedarf meldeten weiterhin Zeitarbeitsunternehmen; jede dritte gemeldete Stelle stamme aus dieser Branche, berichtete die BA. Aber auch im Handel, im Bausektor, in der Gastronomie und im Gesundheitssektor würden derzeit viele Mitarbeiter gesucht. Über drei Viertel der bei der BA gemeldeten Stellen seien Vollzeitstellen, mehr als drei Viertel der angebotenen Arbeitsplätze sähen eine unbefristete Beschäftigung vor. Inzwischen hätten Unternehmen bereits Probleme, ausreichend qualifizierte Fachkräfte zu finden, betont die BA.

Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden veröffentlichte indessen Zahlen zu den Folgen von Arbeitslosigkeit. Viele Menschen landen wegen dieses Zustands demnach in dern Schuldenfalle. Bei fast jedem Dritten (28 Prozent) der Hilfesuchenden, die bei Schuldnerberatungsstellen landen, ist der Verlust der Arbeitsstelle Hauptauslöser für Überschuldung. Diese Zahl für das Jahr 2009 veröffentlichte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag. 2008 war der Anteil etwa gleich hoch.

Besonders häufig in einer finanziellen Krise steckten allein lebende Männer, die etwa 27 Prozent aller von Schuldnerberatungsstellen betreuten Personen ausmachten. Auch allein erziehende Frauen waren mit einem Anteil von 14 Prozent überproportional von Überschuldung betroffen.

Bei mehr als der Hälfte der überschuldeten Männer und Frauen (55 Prozent) lag 2009 das monatliche Nettoeinkommen unter 900 Euro. An Schulden hatten sie im Schnitt rund 35 000 Euro angehäuft, das meiste davon gegenüber Banken. Weitere Ursachen für das Zuschnappen der Schuldenfalle waren: Trennung, Scheidung oder Tod des Partners (zusammen 14 Prozent), Erkrankung oder Sucht (11 Prozent), Probleme bei der Haushaltsführung (10 Prozent) und gescheiterte Selbstständigkeit (9 Prozent).

Die Angaben beruhen auf einer Befragung von 236 der etwa 950 deutschen Schuldnerberatungsstellen. Die Statistiker erhielten anonymisierte Daten von etwa 74 400 Menschen mit deren Einverständnis.

Kommentare (14)

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Morchel

31.01.2011, 15:37 Uhr

Ungeeignete bewerber,Sklaven/Zeitarbeiter sind die Lösung Frischlinge stehen in den Startlöchern, der Pole damals hat als Zwangsarbeiter bei der Luftthansa gearbeitet auf sein Lohn wartet er heut noch. Liebe Fachkräfte das Kapital hat euch aus Deutschland vertrieben kommt bitte, bitte zurück,wir wissen auch wie das geht. ihr bewerbt euch in einer polnischen Leiharbeiter bude und wir Mieten euch dann, oder habt ihe keine Lust zu arbeiten. Antritt im Unternehmen 1. Mai alles klar.

zeitgeist

31.01.2011, 16:23 Uhr

Wenn es einen Mangel geben würde, müßten in einer Maktwirtschaft die Preise (Löhne) steigen...

ich kann dazu nur sagen als bWL-Mensch im Finanzbereich scheint es eher "how low can you go" zu sein. Es mag exotische Ausnahmen geben, aber ich kenne keine branche die an einem Mangel leidet, denn die gezahlten Löhne sinken... Davon, dass man die Lüge vom Arbeitskräftemangel immer wiederholt wird sie nicht wahrer.

Deutsche Fachkraft

31.01.2011, 16:31 Uhr

ich (Dipl.ing. E-Technik, 39J.) suche seit Monaten nach Arbeit. Trotz tadellosem Lebenslauf, angeblichem Fachkräftemangel und Aufschwung XXL bis jetzt keine nenneswerte Reaktion von Seiten der Firmen.

ich glaube, ich bin im falschen Film!
Deutschland, was haben Dir Deine Fachkräfte getan?

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