Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.06.2011

15:52 Uhr

Arbeitslosigkeit

Bischof Marx attackiert Bundesregierung

Für die Reformen der Arbeitsmarktpolitik hat Bischof Marx die Bundesregierung scharf angegriffen. Mit ihren Sparambitionen würde Bundesarbeitsministerin von der Leyen viele Menschen bereits abschreiben.

Bischof Marx will den Menschen als Mittelpunkt jeder Arbeitsmarktpolitik. Quelle: dpa

Bischof Marx will den Menschen als Mittelpunkt jeder Arbeitsmarktpolitik.

MünchenDer Münchner Kardinal Reinhard Marx hat die Bundesregierung wegen der geplanten Einschnitte bei der Förderung von Langzeitarbeitslosen heftig angegriffen. "Die vorgeschlagene Reform führt im Effekt dazu, rund 500 000 der etwa 1,4 Millionen langzeitarbeitslosen Menschen schlicht abzuschreiben. Das aber ist mit unserem christlichen Menschenbild nicht vereinbar", sagte der Erzbischof von München und Freising am Mittwoch laut einer Mitteilung.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will die arbeitsmarktpolitischen Instrumente reformieren und damit bis 2015 knapp acht Milliarden Euro sparen. Demnach sollen die Zuschüsse für arbeitslose Existenzgründer stark gekürzt werden, ebenso sind Streichungen bei den umstrittenen Ein-Euro-Jobs geplant.

In der aktuell geplanten Form seien die Reformen nicht dazu geeignet, jedem Menschen die Chance zu geben, "die Freiheitsmöglichkeiten in unserer Gesellschaft zu nutzen und aktiv mitzugestalten", kritisierte Marx. Die Menschenwürde müsse auch für die Arbeitsmarktpolitik das zentrale Kriterium sein. "Kein Mensch ist überflüssig, jeder wird gebraucht!" Eine sinnvolle, öffentlich geförderte Beschäftigung vermittle vielen Langzeitarbeitslosen Wertschätzung und Perspektiven. "In diesem Punkt jedoch sind die Reformen nicht hilfreich." Sie würden letztlich zu einer "bloßen Alimentierung" führen, sagte Marx.

Der Münchner Erzbischof gilt als profilierter Kenner der katholischen Soziallehre. Immer wieder meldet er sich auch zu wirtschaftspolitischen Themen zu Wort. Sein Buch "Das Kapital" erregte große Aufmerksamkeit, als es im Oktober 2008 zu Beginn der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise auf den Markt kam.

Von

dpa

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Kackwurst

01.06.2011, 16:23 Uhr

Das HB kann es sich gelinde gesagt sparen, Ansichten von Oberhirten der Katholischen Kirche (oder sonstiger abergläubischer Vereinigungen) hier aufzuschreiben. Die interessieren nun wirklich nicht. Das ist einfach nur peinlich!

Account gelöscht!

01.06.2011, 18:33 Uhr

Vor diesen Menschen ziehe ich den Hut. Menschen die uneigennützig Misstände in unserem Land anprangern und für die kämpfen, die keine LOBBY haben.
Es ist verdammt sogar die Pflicht der kath. Kirche hierzu den Mund aufzumachen.
Es ist ein Unding, daß D 400Milliarden Euro bereitstellt zur Rettung des Euro Systems + HRE, Commerzbank, West LB und und ....
Und unsere Sozialsysteme werden geschrumpft.
Diese Tendenz muß gestopt werden und Prioritäten neu gesetzt werden.
Peinlich ist, wenn der deutsche Steuerzahler noch tiefer in die Tasche gegriffen wird, damit die Pleite Bänker die Boni erhöhen können!

Schönen Tag noch

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×