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11.07.2017

07:22 Uhr

Arbeitslosigkeit in Deutschland

Endstation Hartz IV?

Viele arbeitsfähige Leistungsempfänger sollen einem Medienbericht zufolge immer länger auf Arbeitssuche sein. Im Schnitt liege die Arbeitslosigkeit bei mehr als 600 Tagen.

Die Perspektivlosigkeit für Hartz-IV-Empfänger soll in den letzten Jahren zugenommen haben. dpa

Arbeitsmarkt

Die Perspektivlosigkeit für Hartz-IV-Empfänger soll in den letzten Jahren zugenommen haben.

NürnbergHartz-IV-Empfänger in Deutschland sind nach einem Zeitungsbericht immer länger arbeitslos. In der Gruppe der Arbeitsfähigen, die im vergangenen Jahr auf entsprechende staatliche Leistungen angewiesen waren, habe die Dauer der Arbeitslosigkeit im Schnitt bei 629 Tagen gelegen, meldet die „Passauer Neuen Presse“ (Dienstag). Dies seien 74 Tage oder 13,3 Prozent mehr als im Jahr 2011. Die Zeitung zitiert aus einer Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine Anfrage von Linken-Fraktionsvize Sabine Zimmermann.

„Die Perspektivlosigkeit für Hartz-IV-Beziehende hat in den letzten Jahren zugenommen“, sagte Zimmermann dem Blatt. Seit 2010 seien die Leistungen zur Eingliederung in Arbeit drastisch gekürzt worden. Die Bundesregierung überlasse damit Millionen Menschen ihrem Schicksal.

Armutsquote in Deutschland

Deutschland insgesamt

„Deutschland hat mit 15,7 Prozent Armutsquote einen neuen Höchststand, einen neuen Rekord seit der Vereinigung erreicht“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, Ulrich Schneider. In den einzelnen Bundesländern sind die Unterschiede groß.

Baden-Württemberg

11,8 Prozent

Bayern

11,6 Prozent

Berlin

22,4 Prozent

Brandenburg

16,8 Prozent

Bremen

24,8 Prozent

Hamburg

15,7 Prozent

Hessen

14,4 Prozent

Mecklenburg-Vorpommern

21,7 Prozent

Niedersachsen

16,5 Prozent

Nordrhein-Westfalen

17,5 Prozent

Rheinland-Pfalz

15,2 Prozent

Saarland

17,2 Prozent

Sachsen

18,6 Prozent

Sachsen-Anhalt

20,1 Prozent

Schleswig-Holstein

14,6 Prozent

Thüringen

18,9 Prozent

Quelle: Paritätischer Gesamtverband

Von

dpa

Kommentare (4)

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Herr Holger Narrog

11.07.2017, 08:39 Uhr

Ich denke dass sich die Herausforderung der Dauerarbeitslosigkeit nicht pauschal bewerten lässt.

Es gibt die vermutlich nicht dominante Gruppe der Unterhaltserpressten. Männer denen nach Trennung/Scheidung durch die Frauengerichte, extreme Unterhaltswünsche/-Urteile, jede Erwerbsmotivation langfristig genommen wird. Meines Erachtens ist es am Gesetzgeber den sehr feministischen Frauengerichten Grenzen zu setzen.

Es gibt Mitmenschen die sehr wenig Eigeninitiative besitzen, sich nicht in den Arbeitsmarkt einfügen möchten. Helfen würde diesen Menschen eine Reduktion der sehr komfortablen H4 Sätze. Damit könnten diese Menschen aus ihrer Komfortzone herauskommen und die Energie gewinnen sich im Arbeitsleben zu engagieren.

Es gibt die dominante und wachsende Gruppe der Einwanderer die nicht die Qualifikation verfügen sich im hiesigen Arbeitsmarkt zu integrieren. Vielfach lohnt sich für diese Menschen, die häufig grosse Familien haben aufgrund der Familienunterstützung eine Arbeit nicht. Sofern man diese Mitmenschen aus ideologischen Gründen nicht in ihre Heimat zurückbringen möchte könnte auch hier eine signifikante Senkung der H4 Sätze helfen diese Menschen zu aktivieren.

Frau Annette Lesch

11.07.2017, 09:59 Uhr

Herr Narrog, ich kann Ihnen nur zustimmen. Ich habe im Bekanntenkreis einen Fall, er, jetzt Anfang 50, damals mit ca. 40 arbeitslos geworden, gelernter Industriekaufmann, ist noch immer in Hartz 4. Er besitzt eine Eigentumswohnung, die noch nicht abgezahlt ist. Die Arge bezahlt die Zinsen seines Kredits (anstelle von Miete), und das Leben geht für ihn weiter. Noch dazu ist seine Freundin, die berufstätig ist, zu ihm gezogen, ist aber offiziell nicht dort gemeldet. Wozu soll dieser dann arbeiten gehen? Es geht doch auch so ganz gut ...

Herr Günther Schemutat

11.07.2017, 11:18 Uhr

Das Hartz 4 unsere Gesellschaft widerspiegelt steht außer Frage. Aber Deutschland braucht keine kleine Staaten im eigenen Land ,Deutschland braucht Ehrlichkeit und Deutschlands Politiker müssen 2 Chancen vergeben wie bei ihnen selbst und nicht Menschen an den Pranger stellen. Aber sie wollen das nicht. Hartz 4 Empfänger sind Geiseln der Politik und wer Geiseln hat die laufen nicht draußen rum und demonstrieren , sie werden gehalten wie treue "Haustiere".

Die Lösung:

Die Hartz 4 Empfänger werden aufgeteilt, was übrigens auch für Obdachlose geht. Man nimmt diejenigen die Arbeiten wollen und so schnell wie möglich raus aus Hartz 4 wollen. Da viele Arbeitslose aus der Arbeitslosigkeit 1 kommen , hat man hier schon vom Amt versagt. Ein Land das händeringend nach Arbeitskräften sucht kann sich
keine Arbeitslosen leisten. Wünsche von Arbeitslosen wo sie arbeiten möchten , kann nicht immer geleistet werden . Wer sich verweigert wird am Ende von Hartz 4 ausgeschlossen.

Menschen mit Schulden die in der Schufa am Pranger stehen .Insolvenz beantragt haben und damit auf dem Müllhaufen unserer Gesellschaft landen , dürfen nicht
bei der Arbeitssuche dadurch behindert werden, dass sie bei der Bewerbung gleich den Pfändungsbescheid vorlegen. Das will keine Firma sehen, sie sehen jemand der Unfähig ist.

Hartz 4 Empfänger die jahrelang sich eingerichtet haben wie z.B Großfamilien und die
ein großes Nebeneinkommen haben , müssen ausgeschlossen werden von Hartz 4.

Aber das ist wieder Rassismus und so würgt sich der Staat selber ab wie man meinen könnte, aber nein der Staat will das so . Hartz 4 ist der Rettungsanker den man nicht zu wirft, jeder hat den schon bei Geburt um den Hals.


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