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28.08.2014

10:57 Uhr

Arbeitslosigkeit

Kostet uns die Ukraine den Job?

Die Krisen im Nahen Osten und der Ukraine sowie eine schrumpfende Wirtschaft hinterlassen ihre Spuren am deutschen Arbeitsmarkt. Es war schon einfacher, einen Job in Deutschland zu finden.

Der Arbeitsmarkt reagiert nur minimal auf die internationalen Krisen. dpa

Der Arbeitsmarkt reagiert nur minimal auf die internationalen Krisen.

NürnbergDie Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Ferienmonat August etwas stärker als üblich gestiegen. Sie legte im Vergleich zum Vormonat um 30.000 auf 2,902 Millionen zu, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag mitteilte. Im Schnitt der vergangenen Jahre lag das Plus bei rund 22.000. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich von 6,6 auf 6,7 Prozent.

„Ein Anstieg ist im August üblich, er fiel aber stärker aus als in den letzten Jahren", erklärte die Bundesagentur. „Grund ist, dass die Sommerferien in vielen Bundesländern später begonnen haben und im August in allen Ländern noch andauerten."

In der Ferienzeit stellen Unternehmen weniger Personal ein, während sich viele Jugendliche nach Schul- oder Ausbildungsabschluss vorübergehend arbeitslos melden. Werden solche saisonalen Faktoren herausgerechnet, dann nahm die Erwerbslosenzahl um 2000 zum Vormonat zu. Von Reuters befragte Ökonomen hatten hingegen einen Rückgang um 5000 erwartet. Schuld an dieser Entwicklung dürfte die internationale Lage sein. in Deutschland werden die Sanktionen gegen Russland immer mehr spürbar. Sie hinterlassen zumindest ein Klima der Unsicherheit.

Im Vergleich zum August 2013 nahm die Zahl der Erwerblosen um 44.000 ab. „Die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt setzt sich tendenziell fort", sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. „Auch für die nächste Zeit erwarten wir aus heutiger Sicht keine wesentlichen Änderungen."

Derzeit gibt es laut Weise trotz leicht gedämpfter Konjunktur keinen Hinweis darauf, dass sich der Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten abschwächen werde. „Aus unserer Sicht sind vorerst keine Veränderungen zu erwarten.“

Für den Herbst rechne er saisonbedingt mit einem Rückgang der Erwerbslosigkeit um 120.000 bis 200 000. Die Bundesagentur für Arbeit halte daher unverändert an ihrer Prognose von 2,9 Millionen Jobsuchern im Jahresdurchschnitt 2014 fest, sagte Weise.

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