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20.08.2013

14:55 Uhr

Arbeitsmarkt

2014 bis zu 180.000 Zuwanderer aus Südosteuropa

Zum Jahresbeginn 2014 fallen die letzten Hürden – dann können auch Bulgaren und Rumänien in Deutschland uneingeschränkt auf Jobsuche gehen. Zehntausende werden die Chance nutzen, schätzen Experten.

Rumänische und bulgarische Bauarbeiter erhalten ab 2014 den vollen Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. dpa

Rumänische und bulgarische Bauarbeiter erhalten ab 2014 den vollen Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt.

NürnbergArbeitsmarktforscher rechnen damit, dass sich die Zahl der Zuwanderer aus Bulgarien und Rumänien mit dem Fall der letzten Hürden für Jobsuchende aus diesen beiden EU-Ländern verdoppelt. Je nach wirtschaftlicher Lage in Südeuropa könnte die Nettozuwanderung nach Deutschland im Jahr 2014 zwischen 100.000 und 180.000 liegen, geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Im Jahr 2012 hatte der Saldo aus Zu- und Fortzügen bei Rumänen und Bulgaren noch bei 71 000 gelegen. Von 1. Januar 2014 an steht der deutsche Arbeitsmarkt für Bulgaren und Rumänen unbeschränkt offen.

Die Autoren der Studie führen die verstärkte Zuwanderung aus den beiden südosteuropäischen Staaten nach Deutschland vor allem auf die Wirtschaftskrise in Italien und Spanien zurück. Vor dem Ausbruch der Krise hätten 80 Prozent der in EU-Staaten auswandernden Bulgaren und Rumänien in Spanien und Italien einen Job gesucht. Dieser Anteil sei inzwischen stark gesunken. „Ein Teil der Zuwanderung aus Rumänien und Bulgarien wird heute von Deutschland aufgenommen“, schreiben die Experten.

Die Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit (BA) rechnet dennoch nur mit geringen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Erfahrungen mit Zuwanderern aus anderen osteuropäischen EU-Beitrittsländern hätten gezeigt, dass die nach Deutschland eingewanderten Arbeitskräfte vergleichsweise problemlos in den Arbeitsmarkt integriert worden seien. Das gelte auch für jene bulgarischen und rumänischen Arbeitskräfte, die bislang auf der Basis von Sonderregelungen nach Deutschland gekommen seien.

Zum Problem könnte allerdings werden, dass viele der aktuell zuwandernden Bulgaren und Rumänien schlecht ausgebildet seien. So hätten im Jahr 2010 rund 35 Prozent der Zuwanderer über keine abgeschlossene Berufsausbildung verfügt. „Der Trend in Richtung einer sich verschlechternden Qualifikationsstruktur der Zuwanderer aus den beiden EU-Ländern birgt ohne Zweifel momentan das größte Risiko für Arbeitsmarkt und Sozialstaat in Deutschland“, geben die Autoren der Studie zu bedenken.

Auch stellten Zuwanderer aus den beiden Ländern inzwischen in einigen deutschen Großstädten ein sozialpolitisches Problem dar. Während in Großstädten wie München, Mannheim und Stuttgart die Zahl der arbeitslosen Bulgaren und Rumänen vergleichsweise moderat ausfalle, konzentrierten sich die Probleme vor allem auf drei Städte: Berlin, Duisburg und Dortmund. Hier seien die Arbeitslosenquoten außergewöhnlich hoch. In Berlin beziehe fast ein Fünftel der bulgarischen und rumänischen Bevölkerung Hartz IV-Leistungen, berichten die Arbeitsmarktforscher. Auch in Köln, Hamburg, Frankfurt am Main und Offenbach sei der Anteil der bulgarischen und rumänischen Hartz-IV-Bezieher groß.

Von

dpa

Kommentare (27)

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schdadisdisch

20.08.2013, 15:09 Uhr

höchst pessimistisch geschätzt

durch berlin stromern jetzt schon geschätzte 50 000 illegale osteuropäer,die von den verantwortlichen verwaltungsstellen ignoriert werden.

das darf ja alles nicht sein,nicht stimmen....

Account gelöscht!

20.08.2013, 15:18 Uhr

Na das wird die Wirtschaft freuen: billiges "Menschenmaterial" um Löhne und Gehälter zu drücken und gleichzeitig die Preise für Mieten, Strom und Grundnahrungsmittel zu erhöhen.

Rene

20.08.2013, 15:18 Uhr

Die Steuererhöhungen von SPD, Grünen und die Linke für dt. Arbeitnehmer wird das schon auffangen.
Ebenso schlimm war die Reportage am Sonntag Abend bzgl. der Lebensgewohnheiten, die diese Personen mitbringen. Die installieren dann ihre eigenen Ghettos, Abbauen von Balkon, Herausreißen von Türen/Fenstern/Treppengeländern, zu 10. in einer Wohnung und 5 Familien nutzen 1 Toilette.
In Duisburg ziehen selbst die Türken aus "ihren" Stadtteilen weg, weil sie "die Migranten" nicht abkönnen.

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