Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.02.2014

13:28 Uhr

Arbeitsmarkt

Bundesagentur will mehr Hilfe für Langzeitarbeitslose

Die Bundesagentur für Arbeit drängt auf mehr Anstrengungen zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit. Innerhalb der Jobcenter könnte für Langzeitarbeitslose ein eigenständiges Fördersystem etabliert werden.

Bei der Vermittlung von Jobs seien flexiblere Strategien nötig. Alleinerziehende benötigten beispielsweise andere Hilfen als ältere Menschen. dpa

Bei der Vermittlung von Jobs seien flexiblere Strategien nötig. Alleinerziehende benötigten beispielsweise andere Hilfen als ältere Menschen.

BerlinDie Bundesagentur für Arbeit (BA) und die Kommunen dringen auf mehr Anstrengungen zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit. Während die Gesamtzahl der Arbeitslosen gesunken sei, erweise sich der Langzeitbezug von Hartz IV als sehr statisch, erklärten die BA und der Deutsche Städtetag am Dienstag in Berlin. Drei Millionen erwerbsfähige Menschen erhielten seit zwei oder mehr Jahren Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende.

Zwar gelinge es den Jobcentern mit hohem Engagement, viele Langzeitbezieher von Hartz IV zu vermitteln, hieß es in der gemeinsamen Erklärung. Derzeit komme aber noch etwa die Hälfte von ihnen innerhalb eines Jahres wieder in die Grundsicherung zurück, räumte BA-Vorstand Heinrich Alt ein. Die Integration der Menschen in den Arbeitsmarkt müsse nachhaltiger und möglichst ohne „Drehtüreffekte“ gelingen.

Von 2010 bis 2013 sank den Angaben zufolge die Anzahl der Arbeitslosen im Hartz-IV-Bezug um lediglich acht Prozent. Im gleichen Zeitraum seien die Mittel für Fördermaßnahmen aber um etwa 40 Prozent reduziert worden, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Stephan Articus. Die Förderung sei von 6,6 Milliarden Euro auf 3,9 Milliarden Euro zurückgeführt worden. Hier müsse die neue Bundesregierung umsteuern. „Wir brauchen eine Offensive zur besseren Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit.“

Wo die meisten armen Kinder leben

Nordrhein-Westfalen

Die meisten armen Kinder leben in Nordrhein-Westfalen – und zwar 636.000. Doch es ist nicht das Land mit der höchsten Armutsgefährdungsquote für Kinder, denn in NRW liegt die bei 21,8 Prozent. Das Land auf dem traurigsten letzten Platz ist mit rund 33 Prozent Bremen.

Die Gewinner

Bayern (11,7 Prozent), Baden-Württemberg (13,2 Prozent) und Schleswig-Holstein (15,6 Prozent) kommen ganz gut weg, denn diese Länder liegen in Sachen Kinder-Armutsquoten unter dem bundesweiten Schnitt. Die wenigsten armen Kinder gibt es in der Oberpfalz in Bayern mit 9,9 Prozent.

Die Verlierer

Der traurige Spitzenplatz geht an Bremen mit 33,7 Prozent, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern (33,5 Prozent).

Der Osten

Vor allem im Osten sind die Quoten besonders hoch. An erster Stelle Mecklenburg-Vorpommern (33,5 Prozent), gefolgt von Sachsen-Anhalt und Sachsen (29,2 Prozent). Doch es gibt auch erfreuliche Beispiele im Osten Deutschlands. Zum Beispiel Thüringen. Dort ist die Entwicklung besonders positiv: Das Armutsrisiko ging seit 2005 stetig zurück – von 29,2 auf 21 Prozent.

Um den Betroffenen zu helfen, solle für Langzeitarbeitslose innerhalb der Jobcenter ein eigenständiges Fördersystem etabliert werden, forderte Articus. Nötig seien flexiblere Strategien. Alleinerziehende benötigten andere Hilfen als ältere Menschen, Menschen mit Migrationshintergrund oder junge Erwachsene ohne Berufsausbildung.

Aus Sicht der Kommunen sind mehr Finanzmittel des Bundes erforderlich. Habe der Bund zur Einführung der Grundsicherung für Arbeitssuchende noch ein Budget von durchschnittlich 3.200 Euro pro Leistungsempfänger und Jahr veranschlagt, hätten 2012 nur noch 1.700 Euro zur Verfügung gestanden.

Von

afp

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

04.02.2014, 14:09 Uhr

tja letzens wrde noch geurteilt das Unternehmen "ketten" zeitverträge dauerhaft nutzen dürfen

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×