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25.10.2012

12:57 Uhr

Arbeitsmarkt

Bundestag beschließt Anhebung der Minijob-Grenze

Es ist die erste Anhebung der Verdienstgrenze für Minijobber seit 2003. Ab 2013 dürfen geringfügig Beschäftigte bis zu 450 Euro monatlich verdienen. Zeitgleich gibt es eine Änderung im Rentenrecht.

Ab 2013 dürfen Minijobber bis zu 450 Euro im Monat verdienen. dpa

Ab 2013 dürfen Minijobber bis zu 450 Euro im Monat verdienen.

BerlinMinijobber dürfen ab Januar 450 statt 400 Euro im Monat verdienen, ohne dass ihnen die damit verbundenen Vergünstigungen bei Sozialabgaben und Steuern gestrichen werden. Der Bundestag beschloss am Donnerstag mit den Stimmen von CDU, CSU und FDP die erste Anhebung der Verdienstgrenze seit der Reform der Minijobs unter Rot-Grün im Jahr 2003. In namentlicher Abstimmung votierten am Donnerstag 315 Abgeordnete von Union und FDP dafür, 268 Parlamentarier der Opposition stimmten dagegen. Die öffentlichen Kassen kostet die Reform durch Mindereinnahmen bei Steuern und Sozialabgaben jährlich etwa 300 Millionen Euro.

Die Zahl der geringfügig entlohnten Beschäftigten, wie die Minijobber in der Statistik heißen, hatte 2011 einen Rekord von 7,5 Millionen erreicht. Ende März 2012 waren es noch knapp 7,3 Millionen. Jeder fünfte Job ist ein Minijob. Dagegen stehen rund 29 Millionen sozialversicherungspflichtige Jobs.

Wer bekommt wie viel?

Oberarzt

5 202 Euro - Beamter, 48 Jahre, A15, Stufe 6

Professor

4 230 Euro - Beamter, W2, wohnhaft in Hessen, aktueller Stand

Polizeimeisterin

2 329 Euro - Beamte, 29 Jahre, A7

Unteroffizier

1 937 Euro - Beamter, 26 Jahre, einfacher Dienst, A5, Stufe 3

Arzt

4 281 Euro - Angestellter im öffentlichen Dienst, tätig an einem Universitätsklinkum, 34 Jahre, mit Berufserfahrung

Lehrer

3 537 Euro - Angestellter im öffentlichen Dienst, an einem Gymnasium tätig, 32 Jahre, mit Berufserfahrung

Krankenschwester

2 426 Euro - Angestellte im öffentlichen Dienst, 27 Jahre, mit Berufserfahrung

Müllerwerkerin

2 093 Euro - Angestellte im öffentlichen Dienst, 45 Jahre, mit Berufserfahrung

Der Großteil der Minijobber (4,76 Millionen) geht keiner anderen Beschäftigung nach. Neun von zehn dieser ausschließlich geringfügig Beschäftigten arbeiten nach einer Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zu Niedriglöhnen. Minijobber verdienen demnach pro Stunde nur halb soviel wie regulär Beschäftigte. Minijobs stehen daher im Ruf, zur Festigung des Niedriglohnsektors beizutragen.

Minijobs sind eine Domäne der Frauen. Sie stellen mit 63 Prozent fast zwei Drittel der Minijobber. Die vier Branchen mit den meisten Minijobbern waren laut BA im März 2012 Handel, wirtschaftliche Dienstleistungen wie Reinigungsgewerbe, das Gastgewerbe sowie das Gesundheits- und Sozialwesen.

Arbeitnehmer zahlen für Minijobs keine Sozialabgaben. Stattdessen entrichten Arbeitgeber pauschal 30 Prozent für Kranken- und Rentenversicherung sowie Steuern.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

25.10.2012, 15:02 Uhr

"Die öffentlichen Kassen kostet die Reform durch Mindereinnahmen bei Steuern und Sozialabgaben jährlich etwa 300 Millionen Euro."

Och, danke, liebe ReGIERung! Ihr seid ja so gut zu uns. Wie viel Stunden mehr müssen wir denn für die 50 Euro monatlich arbeiten? Bei den damals 400 DM Jobs gab es eine Deckelung der Stunden, die irgend wann einmal klammheimlich abgeschafft wurden.

Account gelöscht!

28.10.2012, 08:35 Uhr

Auf der einen Seite jammert die Wirtschaft über fehlende Fachkräfte, auf der anderen werden Menschen in Minijobs "verheizt". Da sieht man wie verlogen diese Debatte ist, die Wirtschaft ist nur auf günstige Arbeitskräfte aus und fordern Immigration um die Priese für das Gut Arbeit weiter zu drücken. Klar geht die Geburtenrate zurück, aber dann muss sich die Wirtschaft anpassen. Man kann nicht endlos produzieren, der Markt ist irgendwann gesättigt. Nur dumm wenn in einer globalisierten Welt die Prozesse so laufen dass man sich nicht an fallende Nachfrage an Güter anpassen kann. Das Ergebnis ist der unaufhaltsame Crash des Wirtschaftssystems. Vielleicht sollte der Mittelstand wieder mehr Bedeutung gewinnen und nicht die Megakonzerne.

Drecksbagage

17.11.2012, 12:21 Uhr

Warum? Minijobs sind Arbeitnehmerschädigend und untergraben die Sozialsysteme!

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