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15.06.2013

16:27 Uhr

Arbeitsmarkt

Deutsche Unternehmen wollen 250.000 neue Stellen schaffen

Die deutschen Unternehmen wollen 2013 rund 100.000 mehr Mitarbeiter einstellen als ursprünglich geplant. Arbeitsagentur-Chef Weise warnte aber vor einer wachsenden Lohnungleichheit zwischen „oben und unten“.

In den Bereichen Gesundheit, Soziales, Gastgewerbe und Tourismus suchen die deutschen Betriebe noch 70.000 Mitarbeiter. dpa

In den Bereichen Gesundheit, Soziales, Gastgewerbe und Tourismus suchen die deutschen Betriebe noch 70.000 Mitarbeiter.

München/BerlinTrotz mauer Konjunktur wollen die Unternehmen in Deutschland mehr Stellen schaffen als zu Jahresbeginn geplant. Insgesamt planen die Firmen, in diesem Jahr 250.000 neue Mitarbeiter einzustellen, wie die „Bild“ (Samstagausgabe) unter Berufung auf eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) berichte. Anfang 2013 habe die Zahl noch bei 150.000 gelegen. Besonders viele freie Stellen gebe es bei den persönlichen Dienstleistungen, zu denen die Bereiche Gesundheit, Soziales, Gastgewerbe und Tourismus gehören. Dort würden 70.000 Mitarbeiter gesucht. Wissensintensive Dienstleistungsunternehmen wie IT-Firmen, Versicherer und Unternehmensberater wollten 65.000 neue Mitarbeiter einstellen.

Ebenfalls groß ist die die Nachfrage demnach in den Branchen Metall und Elektro (40.000 neue Beschäftigte), Bau (30.000) und Handel (15.000). DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben sagte der Zeitung, auch die Zeitarbeitsfirmen suchten wieder verstärkt Mitarbeiter. Das sei „ein Zeichen der Zuversicht für eine anziehende Auftragsentwicklung“.

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, warnte allerdings vor einem Auseinanderdriften des Arbeitsmarktes. „Wir haben die Tendenz zu einer zunehmenden Lohnungleichheit“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“. Der Unterschied „zwischen oben und unten“ wachse. Viele Arbeitsplätze seien befristet oder schlecht bezahlt und die Einkommensunterschiede würden immer größer, so Weise. Wer bei Entwicklung und Herstellung von Produkten, die als Deutschlands Stärke angesehen würden, bestehen könne, der habe eine gute Schulausbildung, bilde sich weiter und habe in der Regel ein gutes Einkommen. „Wer hier nicht mithalten kann, für den bleiben, wenn überhaupt, nur niedrig bezahlte Jobs.“

Weise sprach sich dafür aus, die Agenda 2010 im Sinne stabilerer Beschäftigungsverhältnisse weiterzuentwickeln. „Viele haben jetzt eine Arbeit, aber die ist oft noch atypisch, gefährdet, befristet, nicht gut bezahlt.“ Er plädierte auch für von Arbeitgebern und Gewerkschaftern ausgehandelte, differenzierte Lohnuntergrenzen. Wenn diese „moderat und nach Branchen und Regionen unterschiedlich sind, muss dies keine Arbeitsplätze kosten“.In den neuen Mindestlöhnen im Friseurhandwerk sieht er einen guten Einstieg. Zudem sollte die Agenda 2010 im Sinne stabilerer Beschäftigungsverhältnisse weiterentwickelt werden.

Auch der renommierte US-Ökonom Adam Posen hebt die Schattenseiten des Jobwunders hervor und hält den Erfolg der deutschen Unternehmen für kurzfristig. „Es gibt keine Belege für eine besonders Industrie-Erfolgsgeschichte Deutschlands“, schreibt Posen, Präsident des in Washington ansässigen Peterson Institute for International Economics, in einem Gastbeitrag für die Zeitung „Die Welt“ (Samstag). Die hohe Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands sei erkauft durch niedrige Löhne und eine Zunahme von prekären Arbeitsverhältnissen. „Billige Arbeit ist der Hauptgrund des deutschen Exporterfolgs der letzten zwölf Jahre.“

Die deutsche Unternehmen hätten in den vergangenen Jahren versäumt, ihre Wettbewerbsfähigkeit stattdessen durch technologischen Fortschritt und mehr Bildung zu steigern. Die deutsche Investitionsquote liege seit 2001 deutlich unter denen der anderen G7-Staaten, kritisierte Posen. Damit sich dies ändere, müssten Firmen dazu angehalten werden, ihre vergleichsweise hohen Geldbestände zu investieren, in höhere Löhne zu stecken oder den Anteilseignern auszuzahlen.

Kommentare (19)

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goetrich

15.06.2013, 14:23 Uhr

Zu welchen Nettolöhnen??? Diese Frage sei aufgrund der Vergangenheit erlaubt! Wann wird es wieder gerechte Löhne ohne Steueraufstockungen geben, damit man davon leben kann und sich auch noch eine auskömmliche Rente aufbauen kann? Da haben doch alle Altparteien unseres Landes bitter versagt. Darum bekommen sie die Stimmen meiner Familie nicht mehr.

Vicario

15.06.2013, 15:01 Uhr


Zitat : Deutsche Unternehmen wollen 250.000 neue Stellen schaffen

- diese Stellen, die man mit eierlegenden Woll-Milch-Säuen für 1000 € Brutto im Monat besetzen will, werden auf ihre Anwärter noch sehr lange warten....und unbesetzt bleiben !

Und eine Aussage, man will viel mehr Stellen besetzen als geplant, stinkt förmlich nach sozialistischer Misswirtschaft ! Wer hat wann was geplant....nach welchen Kriterien....seit wann ist eine Konjunktur in der Rezession planbar...?

Es gab in unserer jüngsten Geschichte schon Großkotz-Laberer, die die Arbeitslosigkeit halbiert haben.......und sich daran messen ließen !

Dieser Artikel ist wohl aus der Ecke......VOLKSVERARSCHUNG....aus der Propagandaaktion des Wahlkampfes !

Nachwuchs

15.06.2013, 18:53 Uhr

Neue Stellen für Deutsche, Alte und Junge zu vernünftigen sozialversicherungpflichtigen Einkommen, ohne Kinderarbeit wir Hr. Schröder, Clement, Hartz usw. es durchführten oder nur Sklaven für 1 € je Jahr, wie die SDP es will???

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