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20.08.2012

18:10 Uhr

Arbeitsmarkt

Immer mehr befristete Verträge für Berufseinsteiger

Junge Erwerbstätige haben immer weniger Beschäftigungssicherheit. Fast jeder Fünfte zwischen 25 und 34 Jahren war im vergangenen Jahr befristet beschäftigt. Die Linke schimpft, Wirtschaftsforscher loben die Vorteile.

Berufseinsteiger erhalten immer häufiger befristete Verträge. dpa

Berufseinsteiger erhalten immer häufiger befristete Verträge.

BerlinImmer mehr Berufseinsteiger bekommen bei ihrem Arbeitgeber nur eine Bewährungschance auf Zeit. Der Anteil der 25- bis 34-jährigen Beschäftigten mit einem befristeten Arbeitsvertrag habe sich binnen 15 Jahren von zehn auf 19 Prozent fast verdoppelt, stellte das Statistische Bundesamt am Montag in seinem Bericht "Qualität der Arbeit 2012" fest.

Damit hat der flexiblere Arbeitsmarkt den Einstieg ins Berufsleben verändert. "Junge Erwerbstätige beginnen ihr Arbeitsleben heute mit weniger Beschäftigungssicherheit", erklärten die Statistiker. Zudem müssen Arbeitnehmer immer häufiger nachts und am Wochenende ran. Arbeitete 1996 weniger als jeder Fünfte auch samstags, tat dies 2011 bereits jeder Vierte. Der Anteil der Beschäftigten, die nachts jobben, stieg von 6,8 auf 9,6 Prozent.

Im Vorjahr waren rund neun Prozent der Arbeitnehmer über 25 Jahren befristet beschäftigt, 1991 waren es nur 5,8 Prozent. Vor allem Berufseinsteiger und Stellenwechsler starten häufig mit einem zeitlich begrenzten Vertrag. 40 Prozent derjenigen, die 2011 erst seit weniger als zwölf Monaten bei ihrem aktuellen Arbeitgeber tätig waren, hatten einen befristeten Arbeitsvertrag.

Der Bericht dokumentiert nach Ansicht der Linkspartei "die traurigen Resultate von 15 Jahren Deregulierung des Arbeitsmarkts. Flexibilisierung frisst so 'gute Arbeit'", kritisierte die Arbeitsmarktexpertin der Linksfraktion im Bundestag, Jutta Krellmann. "Junge Beschäftigte brauchen sichere Arbeitsverhältnisse statt Leiharbeit, unbezahlte Dauerpraktika und Hangeln von Befristung zu Befristung", betonte Krellmann.

Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) sieht Zeitarbeit und Befristung als "Alternativen zu einer Lockerung des Kündigungsschutzes, der für die Unternehmen kaum durchzusetzen ist". IWH-Fachmann Herbert Buscher sagte Reuters weiter, dies könnte sich wegen des zunehmendes Fachkräftemangels in den nächsten Jahren ändern. "Firmen versuchen, gute Leute länger an sich zu binden." Buscher betonte, dass Arbeitnehmer Befristung oft als Druckmittel empfänden.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

20.08.2012, 19:50 Uhr

Alles nicht so schlimm. Haha, das ich nicht lache! Dieses Drecksinstitut in Köln soll bloß die Klappe halten.

Account gelöscht!

20.08.2012, 19:54 Uhr

Haha, und morgen beschweren sie sich wieder über den sogenannten Facharbeitermangel. Bei uns gabs das jahrelang auch mal, mittlerweile bekommt jeder neue Arbeitnehmer wieder einen Festvertrag. Warum? Wir haben ihn ausgebildet und eingearbeitet, dank der Befristung wurde der Kollege danach aber schnell von der Konkurrenz abgeworben. Nur weil unser blinder Vorstand beschlossen hat, jedes Beschäftigungsverhältnis möglichst lange befristet zu lassen. Und wer Kind und Kegel hat, geht dann eben gerne zur Konkurrenz, selbst wenn dort die Chancen auf weitere Karriereschritte geringer sind. Jaja, befristete Verträge. Wer es sich noch leisten kann? Aber wehe morgen jammert wieder einer und will wegen ihren eigene Verfehlungen Inder, Spanier, Griechen oder andere im Großen Stil immigrieren lassen und billig einstellen wollen.

Ojeoje

20.08.2012, 21:03 Uhr

So mancher wäre froh auf einen befristeten Arbeitsvertrag.
Falls er ihn noch Gesund und bei Verstand antreten kann.
Welche Bedingungen dahinterstehen und wer etwas dagegen hat ist eine andere Sache.
:-(

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