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28.07.2016

10:53 Uhr

Arbeitsmarkt in Deutschland

Arbeitslosenzahl steigt im Juli

Mehr Arbeitslose in Deutschland: Die Zahl der Erwerbslosen ist im Juli gestiegen. Der Grund: die Sommerpause. Trotzdem ist BA-Chef Weise überzeugt: „Der Arbeitsmarkt hat sich im Juli gut entwickelt.“

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Juli gestiegen. dpa

Agentur für Arbeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Juli gestiegen.

NürnbergZum Anfang der jährlichen Sommerpause ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland auf 2,661 Millionen gestiegen. Im Juli waren 47.000 mehr Menschen ohne Job als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl der Erwerbslosen dagegen um 112.000 zurück, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Punkte auf 6,0 Prozent.

„Der Arbeitsmarkt hat sich im Juli gut entwickelt“, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Mit der einsetzenden Sommerpause sei die Zahl der erwerbslosen Menschen zwar gestiegen - denn viele Schulabgänger melden sich nun vorübergehend arbeitslos und zahlreiche Betriebe warten mit Neueinstellungen bis nach den Ferien.

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Saisonbereinigt sei die Zahl der Arbeitslosen dagegen zurückgegangen, sagte Weise. Die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl sank im Vergleich zum Juni um mehr als 7000 auf etwa 2,682 Millionen Menschen. In West- und Ostdeutschland war der Rückgang in etwa gleich stark.

Die Erwerbstätigkeit und die Zahl der Menschen mit regulärem Job sind gleichzeitig weiter gewachsen. Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes stieg die Zahl der Erwerbstätigen im Juni saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 45.000 auf 43,67 Millionen. Das waren 533.000 mehr als im Vorjahr.

Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung legte nach Hochrechnung der BA von April auf Mai saisonbereinigt um 56 000 zu. Mit 31,42 Millionen Menschen lag die Zahl gegenüber dem Vorjahr um 697.000 im Plus. Die Beschäftigung wuchs dabei in allen Bundesländern und fast allen Branchen.

Und die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern ist nach wie vor sehr hoch. Im Juli waren 674.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet - das waren 85.000 mehr als vor einem Jahr.

Bis zum Juli haben sich 509.600 Bewerber für eine Ausbildung gemeldet - etwa gleich viele wie im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der gemeldeten Lehrstellen lag bei 511.300. Das waren 16.000 mehr als im Vorjahr. Damit gab es im Juli etwas mehr gemeldete Ausbildungsstellen als Bewerber.

Armut in Deutschland

Welche Daten zur Situation von Alleinerziehenden enthält die Studie?

Die Zahl der Alleinerziehenden steigt seit Jahren: Inzwischen ist jede fünfte Familie eine Ein-Eltern-Familie. 2,3 Millionen Kinder wachsen damit bei Alleinerziehenden auf, überwiegend bei der Mutter (89 Prozent). Von diesen Müttern sind 61 Prozent erwerbstätig. Weil sie sich neben dem Beruf meist ohne den Partner um Haushalt und Kinder kümmern müssen, arbeiten sie oft in Teilzeit (58 Prozent), dann im Schnitt mit 29,5 Wochenstunden rund fünf Stunden mehr als Mütter in Familien mit zwei Elternteilen. Dennoch sind Alleinerziehende besonders häufig armutsgefährdet.

Sind Ein-Eltern-Familien schlechter dran als Paarfamilien?

Ja, und zwar deutlich, wie gleich zwei Indikatoren zeigen. Sie sind etwa fünfmal häufiger von Sozialleistungen abhängig. Laut Studie erhielten im vergangenen Jahr 37,6 Prozent der Alleinerziehenden Hartz-IV-Leistungen, der Anteil der Paarhaushalte mit Kindern lag bei 7,3 Prozent. Die sogenannte Armutsrisikoquote zeigt die Unterschiede ebenso klar: 42 Prozent der Alleinerziehenden bezogen 2014 ein Einkommen, das weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens entsprach. Bei Paarfamilien lag die Quote bei 10,6 Prozent.

Welche Gründe sehen die Experten für das wachsende Risiko?

Als wichtige Ursache nennt die Bertelsmann-Stiftung ausbleibende Zahlungen des getrennt lebenden Elternteils: Drei von vier Kindern erhalten nicht, was ihnen zustehe. Die Hälfte bekommt gar nichts vom Unterhaltspflichtigen, obwohl es ihnen zusteht, ein weiteres Viertel zu wenig oder unregelmäßig Geld. Auch steuerlich seien Alleinerziehende trotz erhöhter Freibeträge noch immer nicht genauso gut gestellt wie Paare mit Kindern, kritisieren Verbände. Zu kurze Kita-Öffnungszeiten und wenig Flexibilität bei Arbeitgebern machen es Alleinerziehenden zusätzlich schwer auf dem Arbeitsmarkt.

Welche konkreten Verbesserungsvorschläge gibt es?

Fachleute halten eine Reform des Unterhaltsvorschusses für einen guten Hebel. Bislang springt der Staat bei ausbleibendem Unterhalt nur sechs Jahre lang und nur für Kinder unter zwölf Jahren ein. Zusätzlich brauche es bessere Durchsetzungsmöglichkeiten gegenüber den säumigen Väter oder Müttern. Grundsätzlich sei es wichtig, Alleinerziehende in der Familienpolitik stärker anzuerkennen - nur wer sie genauer in den Blick nehme könne Kinderarmut mit gezielten Maßnahmen wirksam bekämpfen, betonen die Experten.

Von

dpa

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