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03.05.2017

12:35 Uhr

Arbeitsmarkt in Deutschland

Zahl der Arbeitslosen sinkt auf 2,569 Millionen

Dank der Belebung des Arbeitsmarktes im Frühjahr sank die Zahl der Arbeitslosen auf den niedrigsten April-Wert seit 1991. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles erwartet, dass die gute Entwicklung anhält.

Die Zahl der offenen Stellen hat mittlerweile ein Rekordhoch erreicht. dpa

Agentur für Arbeit in Halle

Die Zahl der offenen Stellen hat mittlerweile ein Rekordhoch erreicht.

NürnbergDie anziehende Konjunktur bringt dem Jobmarkt in Deutschland eine kräftige Frühjahrsbelebung. Die Zahl der Arbeitslosen sank im April auf 2,569 Millionen und damit auf den tiefsten Stand in diesem Monat seit 1991, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Das seien 93.000 weniger als im März und 175.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote fiel binnen Monatsfrist um 0,2 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent. „Die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt setzt sich damit fort“, sagte der neue BA-Chef Detlef Scheele. Der für die Jahreszeit übliche Schwung mache sich bemerkbar, und die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern nehme weiter zu.

Scheele blickt auch positiv nach vorn. Auch für die kommenden Monate sei nicht mit einem Einbruch beim Wachstum der Beschäftigung und beim Rückgang der Arbeitslosigkeit zu rechnen. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles verwies darauf, dass die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf Rekord-Niveau liegt. „Diese Entwicklung kann weiter gehen, denn die Beschäftigungstrends sind gut und es gibt weiter mehr als eine Million offene Stellen.“ Der Chefvolkswirt der ING-Diba, Carsten Brzeski, bezeichnete den Arbeitsmarkt als „Fels in der Brandung“.

Armutsquote in Deutschland

Deutschland insgesamt

„Deutschland hat mit 15,7 Prozent Armutsquote einen neuen Höchststand, einen neuen Rekord seit der Vereinigung erreicht“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, Ulrich Schneider. In den einzelnen Bundesländern sind die Unterschiede groß.

Baden-Württemberg

11,8 Prozent

Bayern

11,6 Prozent

Berlin

22,4 Prozent

Brandenburg

16,8 Prozent

Bremen

24,8 Prozent

Hamburg

15,7 Prozent

Hessen

14,4 Prozent

Mecklenburg-Vorpommern

21,7 Prozent

Niedersachsen

16,5 Prozent

Nordrhein-Westfalen

17,5 Prozent

Rheinland-Pfalz

15,2 Prozent

Saarland

17,2 Prozent

Sachsen

18,6 Prozent

Sachsen-Anhalt

20,1 Prozent

Schleswig-Holstein

14,6 Prozent

Thüringen

18,9 Prozent

Quelle: Paritätischer Gesamtverband

Vollbeschäftigung herrscht im Süden. In Bayern liegt die Arbeitslosenquote nur bei 3,2 Prozent und in Baden-Württemberg bei 3,6 Prozent. Am höchsten ist sie dagegen in den Stadtstaaten Bremen (10,4 Prozent) und Berlin (9,2).

Klammert man jahreszeitliche Schwankungen aus, sank die Erwerbslosigkeit etwas stärker als erwartet. Saisonbereinigt ging sie laut BA bundesweit um 15.000 im Monatsvergleich zurück. Volkswirte hatten ein Minus von 12.000 erwartet. „Das robuste Wachstum und die glänzende Stimmung in der Wirtschaft sorgen dafür, dass die Unternehmen weiter einstellen“, sagte KfW-Chefökonom Jörg Zeuner. „Besonders viele offene Stellen gibt es derzeit im Bauhandwerk, in Gesundheits- und Pflegeberufen, für Verkäufer, Fahrzeugführer und Informatiker.“ Vor allem flexible Arbeitsmodelle hätten sich bewährt. Zeuner plädierte für Lohnabschlüsse, „die Beschäftigte fair entlohnen und Unternehmen weiter einstellen lassen. Dann sollte der Arbeitsmarkt auch für das Jahr 2017 die Wachstumslokomotive und das Aushängeschild der deutschen Wirtschaft bleiben.“

Arbeitgeber-Präsident Ingo Kramer begründete die gute Lage am Arbeitsmarkt auch mit stabilen Lohnzusatzkosten. Diese müssten weiter begrenzt bleiben, sagte der BDA-Chef. „Wer fordert, den Krankenkassenbeitrag für Arbeitgeber anzuheben, gefährdet Wachstum und Arbeitsplätze.“

Kommentare (4)

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Herr Alessandro Grande

03.05.2017, 10:15 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Peter Spiegel

03.05.2017, 10:23 Uhr

Jeden Tag Fake News eine besondere Form der Unterhaltung, ohne die ich nicht mehr leben kann,

Herr Wolfgang Zeuner

03.05.2017, 10:32 Uhr

Die Bundes-Arbeitsagentur untersteht dem BAM, es werden immer nur bereinigte Zahen veröffentlich, die von der SPD Ministerin, Frau Nahles genehmigt wurden und der SPD ins Wahlprogramm passen. Das sind immer nur Halbwahrheiten, um den Wahlkampf
positiv zu gestalten und um sich fremde Federn anstecken zu können.
Das Handelsblatt sollte eigene Recherchen betreiben, um die konkreten Werte heraus zu finden.!!!

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