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06.03.2014

09:13 Uhr

Arbeitsmarkt in Zahlen

Gibt es nun eine Welle der Frühverrentung?

Das jüngste Renten-Reformpaket wurde viel kritisiert. Gebetsmühlenartig wiederholten Politiker der Koalition, man werde eine Frühverrentungswelle verhindern. Doch erste Schätzungen sehen einen großen Fachkräfte-Schwund.

Ein bisschen an der Elbe entspannen, statt zu schuften? Warum nicht, wenn die Möglichkeit besteht – so könnten Experten zufolge etliche alternde Fachkräfte denken und Lücken in den Unternehmen hinterlassen. dpa

Ein bisschen an der Elbe entspannen, statt zu schuften? Warum nicht, wenn die Möglichkeit besteht – so könnten Experten zufolge etliche alternde Fachkräfte denken und Lücken in den Unternehmen hinterlassen.

Berlin/ MünchenDie Bundesregierung rechnet einem Zeitungsbericht zufolge mit etwa 50.000 zusätzlichen Frührentnern. Wegen der geplanten abschlagsfreien Rente mit 63 werden bereits im ersten Jahr der Reform deutlich mehr Menschen in den vorgezogenen Ruhestand gehen, wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete. Sie beruft sich dabei auf ein Schreiben, in dem die Bundesregierung eine Anfrage der Grünen beantwortet. Rund 200.000 Personen dürften im ersten Jahr von der neuen Regelung profitieren. Ein Viertel davon hätte ansonsten wohl einen späteren Renteneintritt gewählt, um finanzielle Nachteile zu vermeiden, doch 150.000 Personen hätten nach diesen Schätzungen auch Abschläge in Kauf genommen und wären in jedem Fall in Rente gegangen..

Laut „Bild“-Zeitung würde die Reform vor allem das Handwerk treffen. „Dringend benötigte Fachkräfte könnten kurzfristig in den Ruhestand wechseln“, sagte ein Sprecher des Branchenverbandes ZDH. Rund 100.000 Arbeitnehmer hätten wohl Anspruch auf die Rente mit 63. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall rechnet zudem mit 45.000 Menschen, die die Regelung in diesem Wirtschaftszweig nutzen könnten. In der Chemiebranche dürften es 5.000 Beschäftigte sein, in der Bauindustrie bis zu 6.000.

Derzeit ist der Renteneintritt mit 63 Jahren möglich, wenn mindestens 35 Jahre sogenannte Wartezeit nachgewiesen werden können. Dazu zählen neben den Beitragszeiten beispielsweise auch das Studium. Bislang ist der vorzeitige Rentenbeginn allerdings mit Abschlägen bei der Altersversorgung verbunden. Künftig soll es für langjährig Versicherte mit mindestens 45 Beitragsjahren eine abschlagsfreie Rente ab 63 geben.

Kommentare (3)

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06.03.2014, 09:57 Uhr

Wir haben gut 5 Millionen Arbeitslose bzw. Eurojobber und dgl.
Von Fachkräftemangel keine Spur, wer Arbeitskräfte ordentlich bezahlt, bekommt sie ausreichend. Viele Menschen sind notgedrungen bei Sklavenhändlern angestell, und würden schnell wechseln.
Eine Frühverrentung wäre also nur ein Segen!

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06.03.2014, 12:35 Uhr

Schätzungen sind nicht die Realität! Und den Fachkräfteschwund gibt es nicht. Da könnte man erst drüber reden, wenn die vielen über 50-jährigen arbeitslosen Fachkräfte alle wieder menschenwürdige Arbeitsplätze hätten. Darum bleibt die Diskussion Nonsens!

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06.03.2014, 14:22 Uhr

Stimme ich zu, und ganz ehrlich, wer nicht ausbildet sollte ich hinterher nicht beschweren.

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