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06.03.2006

11:06 Uhr

Arbeitsmarkt

Kopfschütteln über Müntefering

Bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg reibt man sich verwundert die Augen angesichts dessen, was sich Bundesarbeitsminister Franz Müntefering ausgedacht hat, um die Job-Chancen Älterer zu verbessern. Viele seiner Vorschläge sind nämlich längst Realität - und funktionieren nicht.

Franz Müntefering. Foto: dpa

Franz Müntefering. Foto: dpa

HB NÜRNBERG. „Viele Instrumente, die dort genannt werden, gibt es schon lange und sind erst zu Jahresbeginn verlängert worden“, sagte BA-Sprecherin Ilona Mirtschien der „Rheinischen Post“. „Die Instrumente sind jedoch wenig erfolgreich.“

Müntefering will sein Konzept „Initiative 50 plus“ zur Verbesserung der Beschäftigungschancen älterer Menschen am Mittwoch im Kabinett vorstellen. Einem internen Positionspapier zufolge sollen Arbeitgeber Lohnkostenzuschüsse erhalten, wenn sie einen Arbeitnehmer über 50 einstellen. Auch soll Ältere, die einen schlechter bezahlten Job annehmen, die Hälfte der Differenz zu ihrem früheren Lohn von der Bundesagentur ausgeglichen werden.

Die Bundesagentur für Arbeit sieht diese Instrumente skeptisch. Die Sprecherin wies darauf hin, dass bundesweit Betriebe derzeit nur für 8 200 ältere Arbeitslose Lohnkostenzuschüsse in Anspruch nähmen. Zudem unterstützten die Agenturen nur 4 000 Ältere, die einen schlechter bezahlten Job angenommen hätten. Dabei sind dem Bericht zufolge 1,3 Millionen über 50-Jährige arbeitslos.

Darüber hinaus will Müntefering prüfen, „ob die Idee des Kombilohns zu Gunsten der Wiedereingliederung älterer Arbeitsloser genutzt werden kann“. Unter den von ihm genannten Maßnahmen sind auch Regelungen wie der Bonus für Arbeitgeber bei der Arbeitslosenversicherung und die Entgeltsicherung für ältere Arbeitslose. Beides hatte in einer Zwischenbilanz der Hartz-Arbeitsmarktreformen schlecht abgeschnitten.

Nach der FDP hat auch die Union Münteferings Pläne kritisiert. Der CDU-Rentenexperte Peter Weiß sagte der „Frankfurter Rundschau“, finanzielle Anreize entfalteten häufig Mitnahmeeffekte.

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