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28.07.2017

08:39 Uhr

Arbeitsmarkt

Mehr Beschäftigte, weniger Auszubildende

Die Zahl der Beschäftigten in Deutschland nimmt dank der guten Konjunktur immer weiter zu. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Auszubildenden. Doch was sind die Gründe? Eine neue Studie geht dem nach.

Zwischen 1999 und 2015 ist die Zahl Beschäftigten um 12,1 Prozent gestiegen – im gleichen Zeitraum ging die Zahl der Auszubildenden um 6,7 Prozent zurück. dpa

Ausbildungsquote sinkt

Zwischen 1999 und 2015 ist die Zahl Beschäftigten um 12,1 Prozent gestiegen – im gleichen Zeitraum ging die Zahl der Auszubildenden um 6,7 Prozent zurück.

GöttingenTrotz zunehmender Beschäftigung geht die Zahl der Auszubildenden in Deutschland laut einer Studie zurück. Arbeits- und Ausbildungsmarkt entwickeln sich auseinander, so das Soziologische Forschungsinstitut Göttingen in einer aktuellen Untersuchung. Danach ist die Zahl der Beschäftigten zwischen 1999 und 2015 um 12,1 Prozent gestiegen – im gleichen Zeitraum ging die Zahl der Auszubildenden um 6,7 Prozent zurück. Dadurch sinkt auch die Ausbildungsquote: 2015 kamen auf 100 Beschäftigte 5,1 Auszubildende. Zum Vergleich: 1999 waren es noch 6,1. Die Forscher halten eine Ausbildungsquote von 5,0 Prozent für ausreichend, um einen Fachkräftemangel zu verhindern.

„Die Entkoppelung von Beschäftigungszuwachs und Ausbildungsplätzen hat viele Ursachen. Die Ausbildungsbeteiligung der Betriebe geht zurück“, sagte Lars Thies von der Bertelsmann-Stiftung. „Gleichzeitig interessieren sich weniger Jugendliche für eine Ausbildung.“

Ausbildungsumfrage: Azubi verzweifelt gesucht

Ausbildungsumfrage

Azubi verzweifelt gesucht

Ein Drittel der Betriebe findet keine Lehrlinge. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage. Jede zehnte Firma erhält nicht einmal eine einzige Bewerbung. Vor allem in einem Gewerbe hat der Azubi-Mangel stark zugenommen.

Laut der Studie gibt es zudem deutliche regionale Unterschiede: Während die Ausbildungsquote im Westen etwa in Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen zwischen 1999 und 2015 fast konstant blieb, halbierte sie sich im selben Zeitraum in den ostdeutschen Bundesländern. Hinzu kommt: Der betriebliche Bedarf und die an einer Ausbildung interessierten Schulabsolventen passten immer weniger zusammen.

Besonders deutlich ist der Rückgang der Ausbildungsquote bei den Kleinstbetrieben mit bis zu 5 Mitarbeitern. Lag die Ausbildungsquote hier 1999 bei 7,0 Prozent, waren es 2015 4,9 Prozent. „Für Kleinst- und Kleinbetriebe ist die Ausbildung am schwierigsten zu stemmen. Sie bilden überproportional Jugendliche mit schwächeren Schulabschlüssen aus, haben dafür aber am wenigsten Ressourcen“, erklärte Thies den Rückzug dieser Betriebe aus der Ausbildung.

Um schwächere Jugendliche zu unterstützen, fordert die Stiftung, Angebote für Firmen bei der Ausbildung benachteiligter Jugendlicher auszubauen. Außerdem solle die öffentliche Hand künftig jedem Jugendlichem einen Ausbildungsplatz garantieren.

Grundlage der Studie sind Daten der Bundesagentur für Arbeit, des Bundesinstituts für Berufsbildung sowie eigene Berechnungen des Göttinger Instituts. Die Studie wurde von der Bertelsmann-Stiftung gefördert.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Leo Löwenstein

28.07.2017, 08:50 Uhr

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