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03.08.2016

10:19 Uhr

Arbeitsmarktintegration

Über 6000 Ausbildungsplätze für Flüchtlinge

Berufliche Perspektiven für Flüchtlinge: Handwerksbetriebe und Bundesagentur für Arbeit haben 6000 Ausbildungsplätze geschaffen. Trotzdem sieht der DGB Defizite bei der Integration in den deutschen Arbeitsmarkt.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund mahnt, dass Flüchtlinge nicht als Billig-Arbeitskräfte genutzt werden sollten. dpa

Flüchtlinge in einem Unternehmen

Der Deutsche Gewerkschaftsbund mahnt, dass Flüchtlinge nicht als Billig-Arbeitskräfte genutzt werden sollten.

BerlinHandwerksbetriebe und die Bundesagentur für Arbeit haben mehr als 6000 Plätze für Flüchtlinge in überbetrieblichen Bildungsstätten bereitgestellt.

Das berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf das Bundesbildungsministerium, das die Initiative mit 20 Millionen Euro fördert. Ministerin Johanna Wanka (CDU) zog eine positive Zwischenbilanz: „Ich freue mich, über die gute Resonanz beim Handwerk.“

Wer in Deutschland arbeiten darf

Anerkannte Flüchtlinge und Asylberechtigte

Flüchtlinge mit einer Aufenthaltserlaubnis und subsidiär Geschützte dürfen in Deutschland genauso arbeiten wie Inländer auch.

Asylsuchende und geduldete Flüchtlinge

Asylsuchende und geduldete Flüchtlinge, die noch auf den Ausgang ihres Verfahrens warten und Langzeit-Geduldete dürfen nach einer Wartezeit grundsätzlich arbeiten. Voraussetzung dafür ist jedoch die Beschäftigungserlaubnis der Ausländerbehörde. Davon ausgenommen sind Asylsuchende aus sicheren Herkunftsstaaten. Für sie gilt ein Arbeitsverbot.

Deutsche zuerst

Bevor Flüchtlinge einen Arbeitsvertrag unterschreiben dürfen, muss noch die Bundesagentur für Arbeit zustimmen. Voraussetzung für die Bewilligung ist, dass kein Deutscher, EU-Bürger oder Flüchtling mit einer Aufenthaltserlaubnis den Job annehmen könnte. Bei bestimmten Berufen, bei denen in Deutschland zu wenige Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, dürfen die Arbeitsagenturen auf diese sogenannte Vorrangprüfung verzichten. So gibt es zum Beispiel zu wenige Ärzte, Ingenieure oder Metallbauer. Erst wenn ein Flüchtling mindestens 15 Monate in Deutschland gelebt hat, prüft die Arbeitsagentur nicht mehr, ob für diese Stelle ein Deutscher oder ein EU-Bürger passt.

Nachweis

Ob und inwieweit ein Flüchtling arbeiten darf, trägt die Ausländerbehörde in sein Aufenthaltsdokument ein. In den Feldern "Anmerkungen" oder "Nebenbestimmungen" steht, ob dem Flüchtling eine Erwerbstätigkeit, eine Beschäftigung oder eine Beschäftigung nur mit Genehmigung der Ausländerbehörde gestattet ist. Manchen Asylbewerbern ist es sogar verboten, zu arbeiten. Jeder Arbeitgeber ist gesetzlich dazu verpflichtet, zu prüfen, ob der Asylsuchende, den er beschäftigen will, auch tatsächlich in Deutschland arbeiten darf.

Hingegen sieht der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Defizite bei der Integration von Flüchtlingen in den deutschen Arbeitsmarkt. „Betriebe dürfen nicht warten, bis sie passgenau einsetzbare Geflüchtete vermittelt bekommen. Sie müssen mehr tun, um Geflüchteten eine Chance für den Einstieg zu geben“, sagte Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach der Funke Mediengruppe. Läuft die Integration schief, sieht Buntenbach vor allem eine Gefahr: „Wir dürfen nicht zulassen, dass Geflüchtete zum billigen Jakob des Arbeitsmarkts gemacht werden.“

Auch die Bundesbeauftragte für Integration, Aydan Özoguz (SPD), hob gegenüber den Funke-Zeitungen hervor: „Wir wissen, dass am Ende ein fester Arbeitsplatz einer der wichtigsten Ansätze ist, um hier heimisch zu werden und Akzeptanz zu finden.“ Anders als früher biete Deutschland diesen Menschen „schon während ihrer Verfahren Einstiegsmöglichkeiten in den Arbeitsmarkt, damit sie nicht zum Herumsitzen gezwungen sind“, sagte Özoguz.

Von

dpa

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