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15.04.2014

07:28 Uhr

Arbeitsministerium

Hohe Beitragsausfälle durch Flexi-Rente

Eine flexiblere Gestaltung des Renteneintritts ist im Rentenpaket von Bundesarbeitsministerin Nahles nicht vorgesehen. Die CDU wünscht sich ein Entgegenkommen – doch das würde die Sozialversicherung stark belasten.

Eine flexiblere Gestaltung des Renteneintritts würde hohe Beitragsausfälle für die Sozialversicherung bedeuten. Das ist aber im Rentenpaket von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles nicht vorgesehen. dpa

Eine flexiblere Gestaltung des Renteneintritts würde hohe Beitragsausfälle für die Sozialversicherung bedeuten. Das ist aber im Rentenpaket von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles nicht vorgesehen.

BerlinEine flexiblere Gestaltung des Renteneintritts würde nach Einschätzung des Arbeitsministeriums die Sozialversicherung mit hohen Beitragsausfällen belasten. Sollten Arbeitgeber, die Rentner weiterbeschäftigen, dafür von der Beitragspflicht befreit werden, würde das die gesetzliche Rentenversicherung knapp eine Milliarde Euro im Jahr kosten. Für die Arbeitslosenversicherung seien Ausfälle von bis zu 80 Millionen Euro im Jahr zu erwarten. Das geht aus einer Antwort des SPD-geführten Ministeriums auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag hervor, die dem SWR vorliegt.

Der Vorschlag, Arbeitnehmer auf eigenen Wunsch später als gesetzlich vorgeschrieben in Rente gehen zu lassen, war in der Diskussion um die Rente ab 63 für langjährige Beitragszahler aufgekommen. Vor allem die Mittelstandsvereinigung der Union ist dafür. Im Rentenpaket von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) ist die Flexi-Rente nicht vorgesehen. Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) hatte aber mehrfach angedeutet, dass dies ein Punkt sei, in dem die SPD der Union im Gesetzgebungsverfahren entgegenkommen könnte.

Die Pläne zur abschlagfreien Rente mit 63

45 Jahre eingezahlt

Wer 45 Jahre lang Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt hat, kann mit 63 Jahren ohne Abschläge in den Ruhestand gehen. Für jeden Monat, den die Rente vor dem gesetzlichen Renteneintrittsalter beginnt (2014: 65 Jahre und drei Monate), wird das Altersgeld eigentlich um 0,3 Prozent gekürzt. Dieser lebenslange Abschlag entfällt bei der Rente mit 63.

Altersrente für besonders langjährig Versicherte

Aus der Rente mit 63 wird bis 2029 die Rente mit 65: Die Schwelle soll schrittweise steigen. Die neue „Altersrente für besonders langjährig Versicherte“ gilt ab 63 Jahren nur für Versicherte, die vor dem 1. Januar 1953 geboren sind und deren Rente nach dem 1. Juli 2014 beginnt. Für ab 1953 Geborene steigt die Altersgrenze mit jedem Jahrgang um zwei Monate. Für ab 1964 Geborene liegt sie somit bei 65 Jahren.

Anspruchsvoraussetzungen sinken

Bisher gab es nur eine „Rente für besonders langjährig Versicherte“ ab 65 Jahren. Die neue Rente mit 63 weitet diese Regel aus und senkt zudem die Anspruchsvoraussetzungen. Zeiten der Arbeitslosigkeit werden als Beitragsjahre mitgezählt, wenn Anspruch auf das reguläre Arbeitslosengeld I bestand. Hartz-IV-Empfänger bleiben außen vor.

Was das kostet

Die Kosten wachsen langsam von 900 Millionen Euro 2014 auf 1,9 Milliarden Euro 2015 bis auf 3,1 Milliarden jährlich im Jahr 2030.

In der Antwort des Ministeriums auf die Grünen-Anfrage heißt es laut SWR: „Konkrete Vorschläge zur Weiterbeschäftigung von Rentnerinnen und Rentnern werden derzeit im Bundesministerium für Arbeit und Soziales nicht diskutiert.“

Von

dpa

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

15.04.2014, 08:16 Uhr

Zitat : Das ist aber im Rentenpaket von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles nicht vorgesehen.

- noch so eine Pseudo-Expertin. Anstatt an den Symptomen herumzudoktern, die rein gar nichts ins Lot bringen ( schafft nur neue Ungerechtigkeiten ), wäre eine richtige Rentenreform von Nöten.

Und diese Rentenreform sollte eigentlich nur folgenden Aspekte Berücksichtigen :

- Gesetzliche Rente für Alle mit 65 Jahren

- Einzahlung ins Rentensystem der Gesamtbevölkerung des Landes, inklusive Beamte, Selbstständige, Staatsdiener !

- Staatliche Garantierung einer Mindestrente zur Absicherung der Existenz.

Account gelöscht!

15.04.2014, 09:02 Uhr


Mit dieser Ministerin agiert und doktert ein weiterer Totengräber am Rentensystem.
Sie wollens wirklich wissen...

Account gelöscht!

15.04.2014, 09:59 Uhr

Die CDU wünscht sich ein Entgegenkommen –
Interessant: hat denn nicht die CDU den höheren Stimmenanteil bei der BTW bekommen? Merke: wer CDU wählt bekommt die SPD.

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