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12.07.2016

10:47 Uhr

Arbeitsplatz wird zur Überstundenfalle

Deutsche arbeiten 1,8 Milliarden Stunden zu viel

Die Arbeitszeit? Reicht im Büro offiziell oft von neun bis fünf. Doch immer mehr Arbeitnehmer in Deutschland leisten immer mehr Überstunden – und das auch noch zum großen Teil unbezahlt. Politiker schlagen Alarm.

Die Arbeitnehmer hätten im vergangenen Jahr etwa 1813 Millionen Stunden außerhalb ihrer normalen Jobzeiten gearbeitet, wie die „Saarbrücker Zeitung“ (Dienstag) berichtet. dpa

Arbeitnehmer in Deutschland leisten mehr Überstunden

Die Arbeitnehmer hätten im vergangenen Jahr etwa 1813 Millionen Stunden außerhalb ihrer normalen Jobzeiten gearbeitet, wie die „Saarbrücker Zeitung“ (Dienstag) berichtet.

BerlinArbeitnehmer in Deutschland leisten einer Studie zufolge mehr Überstunden. Die Arbeitnehmer hätten im vergangenen Jahr etwa 1813 Millionen Stunden außerhalb ihrer normalen Jobzeiten gearbeitet und damit gut ein Prozent mehr als 2014, wie die „Saarbrücker Zeitung“ (Dienstag) berichtet. Sie bezieht sich dabei auf eine Erhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Das Institut forscht für die Bundesagentur für Arbeit.

Mehr als die Hälfte der Überstunden ist unbezahlt. Demnach fielen im vergangenen Jahr 816,2 Millionen bezahlte und 997,1 Millionen unbezahlte Überstunden an. 2014 waren es noch 797,7 Millionen entlohnte und 993,4 Millionen nicht entlohnte Überstunden gewesen. Bei den unbezahlten Überstunden war der prozentuale Anstieg also geringer als bei bezahlten Überstunden.

Tipps gegen Stress

Rituale schaffen

Versuchen Sie, ein Ritual zu finden, das den Job klar von Ihrem Feierabend und vor allem dem Wochenende abgegrenzt.

Über Stress reden

Wann immer Sie wieder gestresst sind: Geteilter Stress ist halber Stress. Also reden Sie darüber.

Aufgaben ablehnen

Sagen Sie öfter Nein.

Erfolge registrieren

Nehmen Sie Ihre Erfolge wahr, nicht nur das, was schief gegangen ist.

Zufrieden sein

Lernen Sie, mit dem, was Sie erreichen, zufrieden zu sein, auch wenn es von außen keine Anerkennung gibt. Loben Sie sich also auch einfach mal selbst, und erkennen Sie Ihre Leistungen an.

Quelle

Christiane Stenger, „Lassen Sie Ihr Hirn nicht unbeaufsichtigt! – Gebrauchsanweisung für Ihren Kopf“, 252 Seiten, EAN 9783593500126, ISBN 978-3-593-50012-6

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Sabine Zimmermann, sagte der Zeitung, die Zahlen zeigten, wie eng die Personaldecke in den Unternehmen sei. Überstunden seien ein Spiegelbild von Arbeitsverdichtung und zunehmendem Stress. „Deutschland würde ein wahres Jobwunder erleben, wenn die Unternehmen, statt Überstunden zu verlangen, Stellen einrichten würden“, argumentierte Zimmermann.

Dass sich Arbeitnehmer im Job über die Grenzen ihrer vertraglich vorgegebenen Zeiten hinaus einbringen, hatte kürzlich auch eine andere Erhebung gezeigt: Laut einer Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) verzichtet jeder dritte Arbeitnehmer in der Bundesrepublik auf Urlaubstage und geht stattdessen arbeiten. Demnach lassen Befragte ihren Urlaub besonders oft verfallen, wenn sie Sorge um den Verlust ihres Jobs haben.

Tipps gegen die Informationsflut

Nachrichtenseiten reduzieren

Entwickeln Sie feste Routinen, um in der Nachrichtenflut nicht unterzugehen, indem Sie sich zum Beispiel auf ausgewählte Nachrichtenseiten beschränken und diese auch nur zu bestimmten Zeiten am Tag checken.

Strukturen schaffen

Schaffen Sie effektive Arbeitsstrukturen: Beginnen Sie Ihren Tag mit dem Setzen von Prioritäten, je nach Typ auch kurz vor Feierabend für den folgenden Arbeitstag oder kurz vor Arbeitsbeginn am Morgen, und schaffen Sie sich Zeiten, in denen Sie offline sind – zumindest ab und zu.

Aufgaben bündeln

Bünden Sie Ihre Aufgaben wie zum Beispiel die Beantwortung von E-Mails, und machen Sie das nur zwei- oder dreimal am Tag.

Ordner anlegen

Legen Sie Ordner für Ihre Mails an, wenn Sie es nicht schon tun, um schnell einen Überblick zu gewinnen.

Newsletter abbestellen

Bestellen Sie irrelevante Newsletter ab.

Pausen einplanen

Machen Sie nach etwa 90 Minuten eine kurze Pause.

Bücher lesen

Lesen Sie mehr Bücher. Das ist sehr, sehr gut für Ihr Gehirn.

Quelle

Christiane Stenger, „Lassen Sie Ihr Hirn nicht unbeaufsichtigt! – Gebrauchsanweisung für Ihren Kopf“, 252 Seiten, EAN 9783593500126, ISBN 978-3-593-50012-6

Von

dpa

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