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27.01.2015

14:52 Uhr

Arbeitsstättenverordnung

Nahles ist auf dem Weg nach „Absurdistan“

VonLaura Waßermann

Ist Ihnen warm? Können Sie beim Teekochen verträumt aus dem Fenster gucken? Wegen ihrer aktuellen Forderungen zum Arbeitsschutz wird Arbeitsministerin Andrea Nahles massiv angegriffen. Ihre fünf absurdesten Wünsche.

Mindestens 17 Grad Celsius warm soll der Arbeitsplatz der Zukunft sein. Diese und andere Forderungen bringen die Arbeitsministerin derzeit in eine Bredouille. dpa

Mindestens 17 Grad Celsius warm soll der Arbeitsplatz der Zukunft sein. Diese und andere Forderungen bringen die Arbeitsministerin derzeit in eine Bredouille.

Schwimmt Andrea Nahles derzeit in absurden Gewässern des Arbeitsschutzes? Findet jedenfalls Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer. Denn unter der Arbeitsschutznovelle fordert Nahles eine Reihe von Regeln fürs Büro. Wir haben die fünf skurrilsten Wünsche der Arbeitsministerin für Sie aufgeschrieben:

1. Einen abschließbaren Spind

Wer auf dem Weg zur Arbeit ständig den Turnbeutel vergessen hat, wird demnächst keine Probleme mehr haben. Schließlich will Nahles, dass jeder Mitarbeiter jeden Unternehmens einen eigenen Schrank bekommt. Wie in einer amerikanischen High School, wie im Fitnessstudio. Man weiß ja nie, was kommt. Das Gespräch mit dem Chef kann den gewöhnlichen Mitarbeiter schon mal ins Schwitzen bringen. Da ist ein neues Outfit aus seinem Beutel einfach praktisch. Blöd ist nur, dass eine ganze Schrankwand nicht so recht gut ankommen würde – denn das würde Lichtquellen nehmen.

2. Es werde Licht im stillen Örtchen

Alle Toilettenräume sollen ab sofort ein Fenster haben, fordert die Ministerin. Bundestagsabgeordnete Kristina Schröder liefert prompt die Antwort:

3. 17 Jahr, äh, nein... 17 Grad

Udo Jürgens sang vom blonden Haar, nicht von beheizten Büroräumen. Doch das fällt ja auch in den Kompetenzbereich von Andrea Nahles. Sie wünscht, dass die Mindesttemperatur in Büros 17 Grad beträgt; auch in Archiven, Abstellräumen und Co. Wenn das im Keller ist, muss – wie bei allen Forderungen – umgebaut werden. Am besten kauft der Chef gleich ein neues Bürogebäude, anders ist das ja nicht umzusetzen. Abreißen, neu bauen. Heizung rein. Und das Fenster auf dem Klo nicht vergessen.

4. Erste Hilfe-Räume

Wer in der Schule jeden zweiten Tag zur Krankenschwester gerannt ist, um den Unterricht zu schwänzen: aufgepasst! Ein Erste Hilfe-Raum soll her, aufkleben soll man sein Pflaster aber bitte selbst. Mal ehrlich, wenn es einem Mitarbeiter nicht gut geht, schicken ihn die meisten Chefs nach Hause. Vielleicht zielt Nahles Arbeitsschutznovelle genau darauf ab? Ihn nicht nach Hause zu schicken. Wer sich wohler fühlt, bleibt länger. Länger bleiben bedeutet mehr Geld, auch für den Staat.

5. Home Office: Vorhänge zu!

Die mit Abstand absurdeste Forderung ist diese: Andrea Nahles will dafür sorgen, dass der Unternehmer jeden Home Office-Platz seiner Angestellten auf Funktionstüchtigkeit prüft. Eine Leitfrage soll sein, ob die Sonne blendet.

Kaum ausgesprochen, erntet die Arbeitsministerin für ihre Arbeitsstättenverordnung extremen Widerspruch. Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer bezeichnete die Novelle als „bürokratischen Irrsinn in Absurdistan“. Auch sieht es nicht so aus, als würden sich Bund und Länder in dieser Sache einigen. Die Forderungen seien so aus Kostengründen nicht realisierbar, meinen diverse Politiker.

Laut einem Bericht der „FAZ“ gebe es auch Zuspruch. Der Fachverband Tageslicht und Rauchschutz begrüßte die künftige Verpflichtung zu Tageslicht: „Die Bundesregierung trägt den Erkenntnissen aus der Tageslichtforschung Rechnung. Tageslicht wirkt sich positiv auf die Motivation, Leistungsfähigkeit und Gesundheit der Mitarbeiter aus und sollte daher ein unverzichtbarer Bestandteil jedes Arbeitsplatzes sein.“

Kommentare (15)

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Herr Alexander Knoll

27.01.2015, 15:19 Uhr

Sehr geehrte Frau Nahles,

haben wir sonst keine Probleme? Was wäre denn wenn Sie mal wichtige Problem lösen würden anstatt ständig nur in Aktionismus zu verfallen?

Account gelöscht!

27.01.2015, 15:20 Uhr

Politiker wie Andrea Nahles kann man nicht ernst nehmen. [...]

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Herr Jens Müller

27.01.2015, 15:36 Uhr

Leider muß man sie - alle sozialistischen Wohlfahrtspolitiker - ernst nehmen, um all zu viel elend und Leid durch diese Amokläufe zu verhindern.

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