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10.12.2013

13:27 Uhr

Arbeitswelt

„Ich bin mein eigener Chef“ ist out

Die gute Lage am deutschen Arbeitsmarkt hat auch eine Schattenseite: Immer weniger Menschen gründen. Auch im High-Tech-Bereich, in dem Start-Ups als Wegbereiter für technologische Innovationen der Zukunft gelten.

Selbst bestimmen, wo es lang geht – ohne Kontrolle und ohne doppelten Boden – das wollen immer weniger Deutsche. Das hat auch Auswirkungen auf die Innovationsfähigkeit. Reuters

Selbst bestimmen, wo es lang geht – ohne Kontrolle und ohne doppelten Boden – das wollen immer weniger Deutsche. Das hat auch Auswirkungen auf die Innovationsfähigkeit.

FrankfurtIn Deutschland wagen immer weniger Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit. Vor allem durch die gute Lage am Arbeitsmarkt sinke die Neigung, ein Unternehmen zu gründen, sagte Georg Licht vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Frankfurt. Es spreche alles dafür, dass die Zahl der Neugründungen in diesem und im kommenden Jahr weiter sinken werde. 2012 gründeten nach früheren Angaben der Förderbank KfW nur 775.000 Menschen in Deutschland eine Firma im Voll- oder Nebenerwerb – so wenige wie nie seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2000.

Wie aus dem am Dienstag vorgelegten KfW-ZEW-Gründungspanel hervorgeht, trifft diese Entwicklung auch die besonders innovative High-Tech-Branche: Seit 2000 sei die Zahl der Neugründungen um 40 Prozent gesunken, sagte Licht. Dabei gingen von jungen Hightech-Unternehmen besonders viele volkswirtschaftlich bedeutsame Impulse aus – und bei vielen der Firmen geht es bergauf. Etwa zwei Drittel der jungen Unternehmen erwarten nach der Analyse 2013 höhere Umsätze als im Vorjahr. Jedes vierte Unternehmen, nämlich 23 Prozent, geht davon aus, das Umsatzniveau von 2012 zu halten.

Die Lebensgeschichte von Amazon-Gründer Jeff Bezos

Die Biografie

Jeff Bezos ist eine der spektakulärsten Manager-Persönlichkeiten der Welt. Die Lebensgeschichte des Amazon-Gründers bietet eine unglaubliche Vielfalt und zahlreiche interessante Erzählungen. Der Top-Journalist und Bestsellerautor Richard L. Brand hat die Biografie in seinem Buch „Mr. Amazon“ (Ambition Verlag) aufgeschrieben. Darin finden sich auch bemerkenswerte Geschichten über die Person Jeff Bezos.

Die Rinderfarm

Ironischerweise ist eine der wichtigsten Internet-Ikonen auf einem Bauernhof aufgewachsen – um genau zu sein auf einer Rinderfarm in Cotulla, Texas. Dort half der kleine Jeff schon als Vierjähriger tatkräftig mit, auch beim Ställe ausmisten.

Die perfekte Kindheit

Jahre später urteilte Jeff Bezos, dass seine Erfahrungen auf der Ranch zu seiner erfolgreichen Unternehmerkarriere maßgeblich beigetragen hätten. Das Reparieren von Traktoren und das Kastrieren von Rindern entsprach seiner Vorstellung von einer „idyllischen Kindheit“. Seine Mutter stand ihm stets bei. Jeff habe dort gelernt, dass es keine Probleme ohne Lösungen gebe.

Dem leiblichen Vater nie begegnet

Bezos hat seinen Vater nie kennengelernt. Der Teenager verließ die junge Mutter, als Jeff anderthalb war. Er existierte im Leben des Jungen gar nicht.

Der „richtige“ Vater

Der Nachname Bezos stammt laut Jeffs eigener Aussage vom „richtigem“ Vater. Und den hätte es ohne Fidel Castro wohl nie gegeben. Denn als er 1959 an die Macht kam, schickten viele kubanische Eltern ihre Kinder in die Staaten. So auch Miguel Bezos (vom spanischen besos: „Küsse“). Miguel setzte sich mit großer Ausdauer durch, machte einen Uni-Abschluss und wurde Erdölingenieur.

Die Sturheit

Jeff Bezos war ein unglaublich stures Kind. Mit drei Jahren quängelte er so lange herum, bis er das Gitterbett endlich verlassen durfte - ungeachtet der Sicherheitsbedenken seiner Mutter. Trotz seiner außergewöhnlichen Konzentrationsfähigkeit wurde Jeff so auch zum Schrecken seiner Lehrer. Sie mussten ihm mal mitsamt Stuhl und Tisch im Klassenraum umsetzen.

Frühes Interesse an Technik

Seine Mutter und vor allem der Großvater erweckten und förderten Jeffs großes Interesse an Technik und Basteln. Sie schenkten ihm entsprechendes Spielzeug und Baukästen. Dennoch war sein erster Karrierewunsch (mit sechs Jahren), Archäologe zu werden.

Hochbegabt

Als die Familie nach Houston umzog, war Jeff im späten Kindergartenalter. Die Eltern schrieben ihn für Fördermaßnahmen für hochbegabte Kinder ein. Dafür musste er zwar 20 Meilen hin und zurück fahren, aber es lohnte sich.

Der Bücherwurm

Dass Amazon mit dem Verkauf von Büchern groß wurde, ist weit mehr als ein Zufall. Jeff Bezos ist seit der Kindheit ein Büchernarr. Er nahm mit Feuereifer an Literatur-Schülerwettbewerben teil und las mit seinen ebenfalls lesebegeisterten Mitschülern um die Wette.

Einsamer Nerd

Bezos war wie viele Nerds des 20. Jahrhunderts eher ein Einzelgänger, der viel las und viel Zeit vor dem Computer verbrachte. Seine Lehrer notierten damals, dass er „nicht besonders führungsbegabt“ sei. Auch rein körperlich wirkte er wie ein Nerd: Jeff brachte nicht einmal das Mindestgewicht für die Football-Mannschaft auf die Waage.

Erster Job bei McDonalds

Als seine Eltern erneut umzogen – diesmal nach Florida – war Jeff 13 Jahre alt. Hier übernahm er seinen ersten Sommerjob. Und das ausgerechnet bei McDonalds. Doch der Teenager gab sich mit dem Burgerwenden nicht zufrieden und entwickelte Verbesserungsvorschläge, mit denen die Abläufe in dem Laden tatsächlich verbessert wurden.

Uschi - die erste Freundin

In seinem ersten Jahr auf der Junior-Highschool lernte Jeff seine langjährige Freundin Ursula „Uschi“ Werner kennen. Sie träumten von einer gemeinsamen Firma und schufen diese tatsächlich auch in frühen Teenagerjahren. Werbeflyer begeisterten junge Schüler für einen sehr besonderen Nachhilfeunterricht. Die Beziehung endete wie so viele andere Highschool-Liebschaften in der Collegezeit.

Der Weltraum als Lebenstraum

Auf dem College setzte Bezos nebenbei seinen Kindheitstraum – übrigens inspiriert vom Großvater – in die Tat um. Seinen Abschluss machte er in Elektrotechnik und Informatik und auch die ersten Berufsschritte unternahm Bezos in anderen Bereichen – allen voran bei IBM. Aber seinen Traum, der heute in Blue Origin mündet, den hatte er, seitdem er fünf Jahre alt war.

Gerade die Industrieunternehmen etwa aus den Bereichen Nanotechnologie, Pharma oder optische Technologie seien beschäftigungsstark, innovativ und investitionsfreudig: „Die jungen Unternehmen der Hightech-Industrie geben mit durchschnittlich 97.000 Euro mehr als doppelt so viel für Forschung und Entwicklung aus als der Durchschnitt der jungen Unternehmen mit 40.000 Euro“, betonte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Auch die Hightech-Dienstleister und Softwareunternehmen seien mit 59.000 Euro ausgabefreudiger.

Zudem schaffen die High-Tech-Firmen schon im ersten Jahr ihres Bestehens mehr Arbeitsplätze als junge Unternehmen insgesamt. So hatten die 2012 gegründeten Unternehmen der Hightech-Industrie zum Start umgerechnet 3,3 Vollzeit-Beschäftigte und damit deutlich mehr als der Durchschnitt der jungen Unternehmen mit 2,5. „Junge Unternehmen der Hightech-Industrie leisten einen überproportionalen Beschäftigungsbeitrag“, sagte Licht.

Nach den Angaben erzielten die jungen Unternehmen der Hightech-Industrie 2012 im Mittel Umsätze von 180.000 Euro – so viel wie keine andere Branche und deutlich mehr als die 104.000 Euro im Gesamtdurchschnitt. Dabei trügen Produktinnovationen bei ihnen mit 27 Prozent substanziell zum Umsatz bei – gegenüber 11 Prozent im Gesamtschnitt.

Von

dpa

Kommentare (2)

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AndreasSchultenberg

10.12.2013, 14:30 Uhr

Von einer guten Lage am Arbeitsmarkt kann keine Rede sein.
Was die Menschen von einem Schritt in die Selbständigkeit abschreckt, das ist die Bürokratie in Deutschland, sowie das komplizierte und für Gründer riskante Steuersystem.
Die wenigsten scheitern an der Sache, die meisten an den Finazbehörden. Diese vermuten bei einer Selbständigkeit gleich Reichtum und Steuerbetrug.

Account gelöscht!

10.12.2013, 15:38 Uhr

Ich kann nur jedem von der Selbständigkeit abraten!

Man kann meist gar nicht so viel verdienen, wie die ganzen Schmarotzer von IHK, GEZ, FA, Krankenkasse, Innung, Berufsgenossenschaft etc. ab dem ersten Tag der Selbständigkeit fordern.

Am besten man wird verbeamteter Ethikrat oder Frauenbeauftragter. Da hat man einen lauen Job und sitzt am richtigen Ende der Futterkette

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