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07.04.2016

18:00 Uhr

ARD-Deutschlandtrend

Rekord-Zustimmung für die AfD

Die AfD fliegt hoch im Umfragehimmel: Würde am Sonntag gewählt, wäre die Partei drittstärkste Kraft im Bundestag. Die SPD erlebt derweil ein historisches Tief. Auch die Union lässt Federn.

Der Zuspruch für ihre Partei dürfte die AfD-Vorsitzende Frauke Petry freuen. dpa

Glückliche Bundesvorsitzende

Der Zuspruch für ihre Partei dürfte die AfD-Vorsitzende Frauke Petry freuen.

KölnDie AfD befindet sich weiter im Umfragehoch. Würde am Sonntag der Bundestag gewählt, wäre die rechtspopulistische Partei dem am Donnerstag veröffentlichten ARD-Deutschlandtrend zufolge mit 14 Prozent drittstärkste Kraft. Das ist ein Plus von drei Prozentpunkten im Vergleich zum Vormonat und der höchste Wert, der für die AfD je in der Sonntagsfrage des Deutschlandtrends gemessen wurde.

Die Volksparteien büßen dagegen an Zustimmung ein. Die Union kommt der Umfrage zufolge auf 34 Prozent (minus zwei). Die SPD sackt auf 21 Prozent ab – ein Minus von zwei Prozentpunkten und der niedrigste Wert, der bisher für die Partei im ARD-Deutschlandtrend gemessen wurde.

Für die Grünen würden 13 Prozent (plus drei) der Befragten stimmen, für die Linke sieben Prozent (minus zwei). Die FDP wäre mit ebenfalls sieben Prozent (plus eins) sicher im Bundestag.

Auch SPD-Parteichef Sigmar Gabriel verliert weiter an Zustimmung und erreicht den niedrigsten Wert in der aktuellen Legislaturperiode. In der Umfrage zeigten sich nur 39 Prozent der Befragten (minus fünf) mit seiner Arbeit zufrieden. Die Liste der beliebtesten Politiker führt Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) mit 74 Prozent Zustimmung an, gefolgt von Bundespräsident Joachim Gauck mit 73 Prozent.

Wird sich die AfD etablieren oder wieder verschwinden?

Träger

Das hängt vom Auftreten der AfD-Abgeordneten in den Landtagen, von der inhaltlichen und strategischen Ausrichtung der Partei sowie von der Bedeutung der Flüchtlingssituation als dem dominierenden Thema ab. Aber auch ohne Flüchtlingssituation würde die AfD wahrscheinlich nicht in der politischen Bedeutungslosigkeit verschwinden, sondern könnte ein Kernwählerpotenzial von mehr als fünf Prozent an sich binden und dann – allerdings in deutlich kleinerer Formation – in weitere Parlamente einziehen. Wenn aber die CSU bundesweit antreten würde, könnte es rechts der CDU eng werden; das könnte dann auch zulasten der AfD gehen. Und gelegentlich hat man den Eindruck, dass das Tischtuch von CDU und CSU große Risse hat, aber beide Seiten aus Gewohnheit oder Angst vor einer Zukunft alleine vor dem Gang zum Scheidungsanwalt zurückschrecken.

Poguntke

Die AfD wird nicht verschwinden, aber sie wird auch nicht so stark bleiben.

Auf Bundesebene wird sie sich vielleicht auf Dauer zwischen 5 und 10 Prozent einpendeln, auf Landesebene wird es regionale Unterschiede geben.  Es wird Regionen geben, in denen die AfD fast keine Rolle spielen wird, und Regionen – vor allem in Ostdeutschland –  bei denen sie als politische Kraft im Landtag sitzen wird.

Andererseits kann man aber auch sagen, dass bei neuen Parteien immer die Gefahr besteht, dass sie sich selbst zerlegen. Der wirtschaftsliberale Flügel der AfD hat sich ja bereits abgespalten.

 Es gibt vieles, was darauf hinweist, dass im nächsten Bundestag vermutlich sieben Parteien vertreten sein werden: CDU, CSU, SPD, Grüne, Linke, FDP und AfD.

Lewandowsky

Zurzeit ist die AfD noch stark abhängig von der Protestorientierung der Wähler sowie dem Thema "Flüchtlingskrise". Beruhigt sich die Lage, dann wird der AfD dieses Mobilisierungsthema abhanden kommen. Es wird für die Partei dann entscheidend sein, ob sie in der Lage ist, die Unzufriedenheit mit der Politik weiter zu bedienen und entsprechend zu mobilisieren. Die AfD hat ein großes Wählerpotenzial, ist aber aus meiner Sicht noch nicht in dem Sinne etabliert, als sie über eine ausreichende Zahl von Stammwählern verfügt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) konnte ihren Zustimmungswert um zwei Prozentpunkte auf 56 Prozent verbessern. Mit der Arbeit des CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer zeigten sich unverändert 38 Prozent zufrieden.

Für den Deutschlandtrend zur Sonntagsfrage befragte Infratest dimap im Auftrag der ARD-„Tagesthemen“ von Montag bis Mittwoch 1505 Bundesbürger. Die Zustimmungswerte der Politiker basieren auf einer Befragung von 1005 Bundesbürgern am Montag und Dienstag.

Von

afp

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