Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.06.2013

12:28 Uhr

ARD und ZDF sollen Ausgaben offen legen

Tatort Fernsehen

VonDietmar Neuerer

Die TV-Kommissare liefern zuverlässig Ergebnisse. Aber was die Gebührenzahler eine Minute Tatort kostet, verraten die Öffentlich-Rechtlichen nicht. Daher fordert der Steuerzahlerbund Transparenz ein - in zehn Punkten.

Demonstration gegen den Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio (vormals GEZ). dpa

Demonstration gegen den Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio (vormals GEZ).

Berlin7,5 Milliarden Euro nahmen ARD, ZDF und Deutschlandradio zuletzt an Gebührengeldern ein. Das ist viel Geld, doch schon jetzt ist klar, dass die Sender damit nicht auskommen werden. Erst im Mai teilte die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) mit, dass den Öffentlich-Rechtlichen in der laufenden Beitragsperiode zwischen 2013 und 2016 rund 84 Millionen Euro pro Jahr fehlen. Nicht ausgeschlossen ist daher, dass die Beitragszahler, die seit Jahresanfang eine Gebühr von 17,98 Euro pro Wohnung bezahlen, schon bald stärker zur Kasse gebeten werden.

Eine Anhebung der Rundfunkgebühr dürfte für neuen Ärger sorgen, zumal ARD und ZDF gern die Hand aufhalten, wenn es um die Finanzierung ihrer Programme geht, sich aber verschwiegen zeigen, wenn die Offenlegung des eigenen Finanzgebaren gefragt ist. Dieses Verhalten hält nicht nur die private Konkurrenz für inakzeptabel.

Entnervte Bürger können ihrem Ärger seit Anfang des Jahres bei der „Aktion Gläserner Rundfunk“ Luft machen. Die Initiative wurde von der „Stiftung Medienopfer“ ins Leben gerufen und hat sich zum Ziel gesetzt, die gesamte Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zu überprüfen. Bislang ohne durchschlagenden Erfolg. Vielleicht hat der Bund der Steuerzahler mehr Glück. „Wir haben einen detaillierten Zehn-Punkte-Plan für mehr Transparenz erarbeitet und dem ARD-Generalsekretariat übermittelt“, sagte Verbandspräsident Reiner Holznagel Handelsblatt Online.

Holznagel begründete die Aktion seines Verbands mit dem „Rechtfertigungsdruck“, dem sich die Öffentlich-Rechtlichen ausgesetzt sähen und der sich infolge des neuen Rundfunkbeitrags „ungemein erhöht“ habe. „Daher ist kaum verständlich, dass die Rundfunkanstalten in eigenen Finanzierungsfragen bislang so verschwiegen reagieren.“

Kommentare (28)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

03.06.2013, 12:46 Uhr

"Diese Verschwiegenheit lässt inzwischen auch die Politik nicht mehr kalt. "
natürlich nicht! Als Handlanger der Privaten versuchenCDU/FDP und sicher auch Afd Polirik im Sinne von Springer &Co in den entsprechenden Medien zu machen.

Wären die ÖR weg, könnte man flächendeckend Bezahlfernsehen erwzingen, mit weit höheren Gebühren als heute. Weit über 100€ muß man dann im Monat schon hinlegen (Da sind die 18€/Monat für ÖR lächerlich).

Nur darum geht es, und deshalb auch diese Hetzkampagnen in den Springermedien.
Hinzu kommt, daß kritische Berichterstattungen der ÖR über Dumpinglöhne, schlechte Arbeitsbedingungen den Reichen im Lande (eben den Besitzern der Privatmedien) schon längst ein Dorn im Auge sind!

Rechner

03.06.2013, 12:47 Uhr

Ein durch Propagandasteuer finanzierter Staatsfunk hat in einer freien Gesellschaft nichts zu suchen.

Es ist immer wieder erstaunlich, was sich der deutsche Michel so alles gefallen läßt.

Rechner

03.06.2013, 12:51 Uhr

'Fredi' sagt
-----------------
"Diese Verschwiegenheit lässt inzwischen auch die Politik nicht mehr kalt. "
natürlich nicht! Als Handlanger der Privaten versuchenCDU/FDP und sicher auch Afd Polirik im Sinne von Springer &Co in den entsprechenden Medien zu machen.

Wären die ÖR weg, könnte man flächendeckend Bezahlfernsehen erwzingen, mit weit höheren Gebühren als heute.
-----------------

Selten so einen Blödsinn gehört.

Der Bezug von Bezahlfernsehleistungen ist vollkommen freiwillig.

Die Propagandasteuer ("Rundfunkbeitrag") hingegen ist eine Zwangssteuer.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×