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15.03.2013

12:53 Uhr

ARD vs. RTL

Kritik am Doppel-Engagement von Günther Jauch

Sonntags moderiert Günther Jauch bei der ARD, unter der Woche bei RTL. Und dort könnte sich sein Engagement sogar noch ausweiten. Noch wird sein doppelter Einsatz geduldet, doch nun wird erste Kritik daran laut.

Der Moderator Günther Jauch posiert in der Studio-Kulisse seiner gleichnamigen ARD-Talkshow. dpa

Der Moderator Günther Jauch posiert in der Studio-Kulisse seiner gleichnamigen ARD-Talkshow.

BerlinAm Doppel-Engagement von TV-Moderator Günther Jauch bei RTL und ARD hat sich neue Kritik entzündet. Hintergrund sind Pläne von RTL für eine ein neues Format mit Thomas Gottschalk und Günther Jauch sowie die Kritik an Jauchs letzter Talksendung, zu der auch der AWD-Gründer Carsten Maschmeyer eingeladen war – der sich mit dem NDR noch 2011 einen monatelangen Rechtsstreit lieferte. Der ehemalige NDR-Chefreporter Christopher Lütgert hatte das scharf kritisiert und erklärt: „Dass der RTL-Quizonkel Günther Jauch wochentags die ARD-Quote zerschießt und am Sonntag als ARD-Dampfplauderer unsere Glaubwürdigkeit beschädigen darf, finde ich schwer erträglich.“

Der medienpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Burkhardt Müller-Sönksen, gestand den ARD-Anstalten zwar zu, sich ihre Moderatoren „frei nach Profil und Budget“ selbst auszuwählen. Diese „bewährte“ Praxis trage der Programmautonomie jedes Senders Rechnung. „Die aktuelle Diskussion innerhalb der ARD zeigt aber ihr Dilemma auf“, sagte Müller-Sönksen Handelsblatt Online hinzu. „Die ARD befindet sich in einem selbstgebauten goldenen Käfig, einem Zielkonflikt zwischen Einschaltquote und Qualitätsjournalismus“, konstatierte der FDP-Politiker und fügte hinzu: „Ich wünsche den Programmverantwortlichen mehr Mut zu quotenunabhängigen Entscheidungen.“

Laut „Spiegel“ soll es bei RTL zunächst Überlegungen gegeben haben, Gottschalk in die Quiz-Sendung „5 gegen Jauch“ zu integrieren. Der neue Titel der Show hätte dann „10 gegen Jauch und Gottschalk“ heißen können. Nun sollen die beiden aber wohl ein ganz neues Format bekommen.

Rundfunkbeitrag - Was sich geändert hat

Die Neuregelung ab 1. Januar 2013

Zum Jahreswechsel wurde die bisherige Gerätegebühr abgeschafft. Sie wurde durch eine neue Haushaltsabgabe ersetzt. Unabhängig davon, ob der Bürger die Angebote von ARD und ZDF im Fernsehen, Radio oder Internet nutzt, muss er nun die volle Rundfunkgebühr zahlen.

Wer wie viel zahlen muss

Kassiert werden pro Haushalt 17,98 Euro pro Monat. Wer Unterstützung wie Arbeitslosengeld erhält, studiert oder in der Ausbildung ist, muss keine Gebühr zahlen, wenn er sich befreien lässt. Menschen mit Behinderung zahlen monatlich 5,99 Euro statt der vollen Gebühr.

Was passiert, wenn man nicht bezahlt

„Schwarzseher“ werden es künftig schwer haben, da ihnen nicht der Besitz von Radio oder Fernseher nachgewiesen werden muss. Stattdessen wird jeder Haushalt zur Kasse gebeten. Wer nicht bezahlt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einem Bußgeld rechnen.

Was sich für Unternehmen ändert

Die Gebühren werden nach einem neuen Schlüssel berechnet, der pro Betriebsstätte und der Zahl der dort beschäftigten Mitarbeiter erhoben wird. Bislang fielen Gebühren lediglich für jeden PC im Unternehmen und jedes tatsächlich vorhandene Fernsehgerät an.

Wie die Wirtschaft leidet

Besonders betroffen sind von der Neuregelung Firmen mit vielen Filialen. Sie müssen deutlich mehr zahlen. Die Autowerkstatt-Kette ATU gehört dazu, ebenso auch Rossmann, Sixt oder die DB Netz AG.

Fallstrick für Kleinunternehmen

Die Antragsformulare des Beitragsservices sind nur vermeintlich eindeutig. Denn nur wer die Details der neuen Regeln kennt, kann wissen, dass er nicht alle Firmenautos eintragen muss. Nur die „beitragspflichtigen“ müssen eingetragen werden. Das heißt: Zahl der Autos minus Zahl der Betriebsstätten.

Darin sollen Jauch und Gottschalk als „Joko und Klaas für die ältere Generation“ präsentiert werden, berichtet das Nachrichtenmagazin in dieser Woche. Gespräche zwischen den beiden Moderatoren habe es bereits gegeben. Günther Jauch dementierte im „Spiegel“ allerdings Gespräche über mögliche Kooperationen – „mit welchem Sender auch immer“.

Kommentare (9)

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dummgierheit

15.03.2013, 13:31 Uhr

der gottschalk muß nen 10 jahresvertrag mit dem WDR haben aus dem er leistungslos laufende millioneneinnahmen erzielt.

wahrscheinlich hat sich deshalb die intendantin piel verpi..t

es wär angebracht den gebührenzahlern die wahrheit zuzumuten.

potenzierte uberzählte unfähigkeit an der senderspitze

Account gelöscht!

15.03.2013, 14:14 Uhr

ich würde mich sehr freuen, wenn man Jauch und Gottschalk mal ein neues Format anbieten würde: Berichterstattung live aus Syrien. Jauch aus Aleppo. Gottschalk in Damascus.

Account gelöscht!

15.03.2013, 14:17 Uhr

Zu den Wochenquoten gibts eine WIN-WIN Lösung: Einfach nur noch das Testbild senden, dann würden die GEZ-Gebühr wenigstens um 1/3 sinken.
Warum sollte hier nicht jemand bei 2 Fernsehsendern arbeiten dürfen? Bedingung sollte allerdings sein, das es unterschiedliche Formate sind. Eine Quizshow und eine Talkshow sind unterschiedlich.

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