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10.09.2013

00:22 Uhr

„ARD Wahlarena“

Merkels Hürden im Schlussspurt

Vor Peer Steinbrück, der morgen dran ist, stellte sich die Bundeskanzlerin in der ARD den Fragen der Zuschauer. Es ging ums Autofahren, die Homoehe - aber kaum um ihr großes Problem kurz vor der Wahl: Syrien.

Wenigstens Merkel findet den Wahlkampf spannend. Auf einer Skala von eins bis zehn nämlich „nah an 10“. dpa

Wenigstens Merkel findet den Wahlkampf spannend. Auf einer Skala von eins bis zehn nämlich „nah an 10“.

BerlinGenau davor hatte sich die Union von Angela Merkel gefürchtet: Monatelang läuft alles wie am Schnürchen - hervorragende Umfragewerte, kein großer Koalitionsstreit, keine Personalquerelen. Und dann das. Wenige Tage vor der Bundestagswahl bricht ein Problem über die Kanzlerin herein, das sie nicht in der Hand hat und mit dem sie kaum punkten kann.

Ein Thema, bei dem laut Umfragen fast drei Viertel der Deutschen die Auffassung der Linken teilen: der Bürgerkrieg in Syrien und der mögliche Militärschlag der USA gegen das Assad-Regime wegen eines vermuteten Giftgaseinsatzes im Land. Die große Mehrheit der Bürger lehnt ein militärisches Eingreifen ab.

Die Union hatte intern früh Bedenken angemeldet, dass der Wahlkampf zu gut laufe. Die eigenen Anhänger seien überzeugt, dass Merkel Kanzlerin bleibe. Dabei hänge ihre dritte Kanzlerschaft am seidenen Faden. Denn sollte es nicht für eine Neuauflage von Schwarz-Gelb reichen, sei alles offen. Deshalb kann die CDU, allen voran ihre Parteivorsitzende Merkel, die allgemeine Klage über einen langweiligen Wahlkampf auch nicht nachvollziehen.

In der ARD-„Wahlarena“ antwortete Merkel am Montagabend so auch auf die Frage, als wie spannend sie den Wahlkampf auf einer Skala von Eins bis Zehn bewerten würden: „Nah an 10“. Auffallend bemühte sich die sonst stets nüchtern argumentierende Physikerin um Herzblut.

Für ihre Kritiker in Südeuropa habe sie ein „weiches Herz“. Besser Protest als Schweigen, erklärt sie den 150 Fragen stellenden Wählern in der Live-Sendung. Denn sonst könne die Politik die Menschen nicht mehr erreichen. Und sie betont, sie sei eine „Herzenseuropäerin“, die enthusiastisch für Europa kämpfe. „Manchmal ist Politik auch, die Herzen der Menschen zu erreichen.“

Befragt zur Homoehe, sagte Merkel: „Ich sage Ihnen ganz ehrlich, dass ich mich schwer tue mit der völligen Gleichstellung. Ich bin unsicher, was das Kindeswohl anlangt“, fügte sie zur Begründung hinzu. Die Kanzlerin, der diese Antwort auf eine Zuschauerfrage sichtlich schwer fiel, räumte ein, dass ihre Haltung „manch einem veraltet daherkommen“ werde und fügte hinzu: „Das muss ich jetzt einfach aushalten.“

Die Euro-Rettung gehört zu den drei Rechnungen mit Unbekannten, die die Christdemokraten seit langem auf dem Zettel für den Schlussspurt im Wahlkampf haben. Ihre Sorge: Die Euro-Krise bricht neu auf - hier halten Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) mit ihrer Offensive für ein drittes Griechenland die Debatte in Grenzen. Zu ihren viel größeren Sorgen über die schlechte Finanzlage in Italien und die Gefahren für Reformen in Frankreich schweigen sie hingegen weitgehend.

Kommentare (10)

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K.West

09.09.2013, 23:17 Uhr

Die Hürden für die Bundestagswahl sind die unkalkulierten Risiken - einmal Syrien und dann die kleinen Parteien, wie die Alternative für Deutschland und die Piratenpartei.

Es gibt viele frustrierte Wähler und solche, die sich womöglich auf dem letzten Part erst entscheiden. Auf der "Freiheit statt Angst" - Organisation konnte man bereits etliche Leute sehen, die interviewt wurden: http://www.youtube.com/watch?v=Ksov3Rp-MN0

Darüberhinaus sind es die Themen, die die Menschen bewegen: Eurokrise, Arbeitsmarktsituation, Arbeit und Soziales, Renten, die nach Blüm (CDU) einst als "sicher" galten. Ja.. auch alt-bekannte Alternativen scheitern, wie die Grünen oder die FDP, die viele Jahre für die CDU eine Art Kontrollinstanz war.

Jetzt heißt es Alternativen finden - denn was die FDP noch aussagt ist für mich ein Rätzsel.

Wie entscheidet letztlich der Wähler - die größte Hürde für Merkel könnte sein, dass Wähler am Ende noch wachgerüttelt werden. Solange sie im Tiefschlaf sind, desinteressiert, von Mutti gepampert geschieht so wenig, wie in Europa - am Beispiel einer einheitlichen Union und einem Bremser namens Deutschlands: http://www.eu-infothek.com/article/vom-bremser-zum-antreiber-stirnrunzeln-eu-ueber-deutschland

Der Datenskandal hat Merkel kaum ins Wanken gebracht, vermutlich, weil die Opposition nicht besser war. Erstanunlich war es schon, was alles zum Schluss noch veröffentlicht wurde: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/nsa-spionage-eu-abgeordnete-wollen-swift-abkommen-stoppen-a-921235.html

Brenzlich wird es nur, wenn Merkel in Bedrängnis kommt - wenn Beweise überprüfbar wären. Merkels Unsicherheit kam bei Sachfragen: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/livekommentar-merkel-stellt-sich-den-fragen-der-buerger-a-921203.html Nur gut,... dass viele Menschen nicht zuhören (wollen).

Rumor

09.09.2013, 23:33 Uhr

Frau Merkel traut sich nur noch auf Waldwegen Auto zu fahren, wenn sie dann ausstegt steht sie im Wald, im dunklen deutschen Märchenwald wo der Wolf wohnt, Schneewitchen und die sieben Zwerge.

Für Frau Merkel ist der gläserne Sarg schon bereitet, in dem sie sieben Jahre schlafen darf, um sich auszuruhen von ihrer Kanzlerschaft, die ihr dann nur noch wie ein ferner, verworrener Traum vorkommen wird...

Account gelöscht!

10.09.2013, 00:58 Uhr

Login PROMIS: Eine globale Verschwörung
vorläufer von PRISM u. TEMPORA

--https://www.youtube.com/watch?v=aha4Md1Prb4

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