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16.06.2017

06:46 Uhr

Argumente gegen Handelsbilanz-Kritiker

Deutschland sichert laut Studie 4,8 Millionen Jobs in EU

Deutschland steht wegen seines hohen Handelsüberschusses in der Kritik. Seit US-Präsident Trump sich das zu eigen machte, herrscht Nervosität in der deutschen Industrie. Eine neue Studie will die Vorwürfe entkräften.

Im Jahr 2015 hat Deutschland laut Studie aus der EU Güter im Wert von fast 620 Milliarden Dollar importiert. dpa

Centro in Oberhausen

Im Jahr 2015 hat Deutschland laut Studie aus der EU Güter im Wert von fast 620 Milliarden Dollar importiert.

MünchenDie Stärke der deutschen Wirtschaft sichert in den übrigen Staaten der Europäischen Union einer neuen Studie zufolge fast 4,8 Millionen Jobs. Eine dynamische deutsche Nachfrage bremse nicht die Entwicklung in den Nachbarländern, sondern sei eine wichtige Triebfeder für deren Wachstum, argumentiert das Gutachterinstitut Prognos in dem am Freitag veröffentlichten Papier.

Anlass des Gutachtens ist die langjährige Kritik am deutschen Leistungsbilanzüberschuss, die sich auch US-Präsident Donald Trump zu eigen gemacht hat. Auftraggeber war die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw).

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2015 habe Deutschland aus der EU Güter im Wert von fast 620 Milliarden Dollar importiert. Eine Verschlechterung der deutschen Wettbewerbsfähigkeit hätte zur Folge, dass die Wirtschaftsleistung in der gesamten EU bis 2023 um 36 Milliarden Euro niedriger ausfallen könnte. „Unsere Studie entkräftet die Mär von der angeblich für unsere Nachbarstaaten schädlichen deutschen Wettbewerbsfähigkeit“, sagte vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Von der deutschen Industrie und Importnachfrage profitieren demnach vor allem die Nachbarländer. Hauptlieferanten seien die Niederlande, Frankreich und Belgien, gefolgt von Italien, Polen und Tschechien. Der Großteil der Importe entfällt auf den Bedarf der Industrie, 28 Prozent sind Konsumgüter. Allein in Polen hängen laut Studie 890 000 Arbeitsplätze von der deutschen Nachfrage ab, mehr als in jedem anderen EU-Staat.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Gerd St

16.06.2017, 08:52 Uhr

Ich kann dieses Gejammer und Gehetze gegen Deutschland allmählich nicht mehr hören.
Es ist doch so einfach, etwas dagegen zu tun : Einfach auch Qualitätsprodukte herstellen und vernünftig vermarkten.... dann klappt's auch mit eigenen Überschüssen.
Wenn man allerdings nur Schrott produziert, den keiner haben will, muss man sich nicht wunden, dass es zu einem Ungleichgewicht kommt.

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